Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sportmix Biathlon im Umbruch: Chefcoach geht
Sportbuzzer Sportmix Biathlon im Umbruch: Chefcoach geht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:27 22.03.2014
Sie hatten (fast immer) den richtigen Durchblick: Fritz Fischer (l.) und Uwe Müssiggang. Quelle: Imago

Vor seinem Abschied als Biathlon-Chefbundestrainer hat Uwe Müssiggang noch einen ganz großen Wunsch. „Dass die neue Damen-Mannschaft nicht an der alten gemessen wird, denn das wäre einfach unfair“, sagt der erfolgreiche Coach der deutschen Skijägerinnen. Nach der historischen Olympia-Nullnummer von Sotschi ist der Umbruch bereits eingeleitet. „Hier in Oslo sind wir mit einer kompletten Junioren-Mannschaft am Start. Es dauert aber ganz bestimmt einige Jahre, bis wir wieder an die alten Erfolge anknüpfen können. Wir müssen uns dran gewöhnen, dass es keine Siegleistungen in Serie mehr geben wird“, meint Müssiggang.

Der 62-Jährige hat das Damen-Biathlon ohne Frage mitgestaltet. An fast allen der großen deutschen Siege war Müssiggang beteiligt. Seit die Frauen 1992 bei Olympia starten, gab es 25 Mal Edelmetall — acht Goldmedaillen waren darunter. Unter anderem waren Antje Misersky, Petra Behle, Uschi Disl, Kati Wilhelm, Magdalena Neuner und Andrea Henkel erfolgreich.

Auch bei Weltmeisterschaften sammelte das Damen-Team unter seiner Führung von 1991 bis 2010 25 Gold-, 17 Silber- und zehn Bronzemedaillen (inklusive aller Weltcup-Disziplinen, Mixed und dem alten Teamwettbewerb). Insgesamt holten die Biathletinnen unter Müssiggang bei Großereignissen 77 Medaillen. Und mit Martina Beck, Kati Wilhelm, Andrea Henkel und zuletzt Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner gewannen gleich vier Skijägerinnen den Gesamtweltcup.

Im Parkhotel in Oslo kommt vor dem Abschied schon ein wenig Wehmut auf, gibt Müssiggang zu. „Es gab eine Menge schöner Erlebnisse“, sagt er. Nach Oslo wird die Saison bei der traditionellen Bundestrainer-Tagung im April aufgearbeitet. Erst danach wird Müssiggang Gespräche führen, welche Funktion er in den nächsten Jahren im Skiverband übernehmen wird. „Aber mein Abschied als Bundestrainer ist definitiv“, bekräftigt er.

Verabschieden wird sich auch Männer-Coach Fritz Fischer, zumindest aus der ersten Reihe. „Ich sage nicht Servus, aber ich will nicht mehr so viel rumreisen. Ich möchte meine Erfahrung gerne weitergeben. Ob und was ich im Verband noch machen kann, wird sich nach Gesprächen bei der Trainertagung zeigen“, sagte der Bayer. Sein Nachfolger an der Seite von Mark Kirchner wird Andreas Stizl, der aus dem Nachwuchsbereich aufrückt.



OZ

Anzeige