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Boxen Ani Manukyan schreibt Greifswalder Box-Geschichte
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00:00 18.10.2017
Greifswald

Ein bisschen ging es zu wie bei einer großen Festlichkeit. Überall gab es Schulterklopfer, herzliche Umarmungen und Gratulationen. Sogar ein paar Pralinen waren dabei. Und alles für Ani Manukyan und Angelique Grunwaldt, die mit einem ersten und einem dritten Rang von den Deutschen Meisterschaften der Frauen und Mädchen zurückgekehrt waren. Die Goldmedaille für die 14-jährige Ani Manukyan ist die erste in der langjährigen Geschichte des Greifswalder Boxclubs.

Nur das Ambiente passte nicht zu derart ausschweifenden Partymomenten. Ausgetretener Parkettfußboden, Sandsäcke, auf die schon unzählige Male eingedroschen wurde, Hanteln oder auch Sprungseile. Die Trainingsräume des Box- und Freizeitclubs Greifswald haben zwar jede Menge zu bieten, nur eben keinen feierlich geschmückten Festsaal. Die Boxer brauchten ihn auch nicht, sie feierten bodenständig, kurz und schmerzlos, noch dazu zwischen zwei Trainingseinheiten.

Eine kleine Greifswalder Delegation war mit ein paar Medaillenträumen nach Cottbus aufgebrochen, um an der Meisterschaft teilzunehmen. Ani Manukyan und die 13-jährige Angelique Grunwaldt hatten jede Menge Nervosität und Aufregung im Schlepptau. Für beide waren es die ersten nationalen Titelkämpfe. „Einen Tag vor dem ersten Kampf war ich ziemlich nervös, doch am Wettkampftag bei der Erwärmung war jegliche Nervosität weg“, sagt Angelique, die es ihren Locken zu verdanken hat, dass sie im Seilquadrat steht.

„Ich war damals bei meiner Oma im Hotel. Dort war Arthur Abraham im Trainingslager und er schwärmte von meinen Locken.“ Fortan war sie natürlich ein großer Abraham-Fan – und seit fünf Jahren Mitglied beim Greifswalder Boxclub. „Angelique hatte das Pech, dass vor ihr drei Kämpferinnen aus Mecklenburg-Vorpommern das Finale erreicht hatten. Daher hatten die Kampfrichter den recht ausgeglichenen Kampf, aus unserer Sicht sogar mit leichten Vorteilen für Angelique, vielleicht für die Gegnerin gewertet“, mutmaßt Trainer Horst Femfert. Am Ende reichte es dennoch für einen hervorragenden dritten Platz. „Die Bronzemedaille bekommt einen Ehrenplatz in meinem Zimmer, immerhin ist es der größte Erfolg meiner Laufbahn“, sagt Angelique.

Ani Manukyan hingegen gelang der ganz große Coup. Mit drei Siegen, der erste gleich gegen die vermeintlich stärkste Konkurrentin, errang die Boddenstädterin den so sehr erhofften ersten Platz. „Ani ist sehr ehrgeizig, trainingsfleißig und vollauf verdient Deutsche Meisterin geworden. Daran sieht man, dass harte Arbeit irgendwann belohnt wird“, freuen sich Femfert und auch Ani: „Ich bin unheimlich stolz darauf, den ersten Titel dieser Art für unseren Verein gewonnen zu haben.“

„Wir sind alle sehr stolz auf die beiden“, sagt Vereinspräsident Klaus Bahl unter dem Applaus der anderen Boxer und Boxerinnen bei der feierlichen Auszeichnung – zwischen zwei Trainingseinheiten auf einem alten Parkettfußboden.

Peter Krüger

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