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DFB-Frauen enttäuscht, aber nicht entnervt

Vaxjö DFB-Frauen enttäuscht, aber nicht entnervt

Trotz des 0:0 gegen Holland zum Auftakt der EM bleiben Fußballerinnen optimistisch.

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Au Backe, das war knapp: Torhüterin Nadine Angerer verhinderte mit tollen Paraden eine Niederlage gegen die Niederlande.

Quelle: dpa

Vaxjö. Enttäuscht, aber nicht entnervt: Die deutschen Fußballerinnen haben sich einen Tag nach der Nullnummer zum EM-Auftakt auf einen Sieg gegen Island eingeschworen. „Man braucht sich um uns keine Sorgen zu machen. Wir wissen, dass wir viel besser spielen können. Wir müssen einfach an unsere Stärke glauben“, beruhigte Innenverteidigerin Saskia Bartusiak gestern bei der DFB-Pressekonferenz im „Konserthus“ von Växjö, nachdem der Turnierstart mit dem 0:0 gegen die Niederlande nicht wunschgemäß verlaufen war.

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Es ist ja nichts passiert. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.“Trainerin Silvia Neid

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Auch Lena Goeßling will sich nicht entmutigen lassen und gab sich schon wieder zuversichtlich. Mit der Analyse sei die Partie gegen Holland „abgehakt“. Und der Blick richte sich auf das zweite Spiel am Sonntag gegen Island. „Gegen die Isländerinnen müssen wir wieder besser kombinieren und unsere Fehler abstellen“, sagte die Mittelfeldspielerin. „Ich denke, dass wir in den nächsten Spielen schon wieder mehr Lösungen haben.“

Man dürfe jetzt nicht alles „schlecht reden“, hatte Bundestrainerin Silvia Neid schon kurz nach dem unerwarteten Unentschieden erklärt. „Es war nicht alles schlecht. Es waren auch gute Sachen dabei.“

Kopf hoch und positiv nach vorn schauen — so lautet das Motto des Titelverteidigers, der wie die übrigen drei Teams in der Gruppe B nach dem 1. Spieltag nur einen Punkt hat. Denn auch Norwegen war zuvor in Kalmar gegen Deutschlands nächsten Gegner Island nicht über ein 1:1 hinausgekommen. „Es ist ja nichts passiert. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken“, meinte Neid, die eine „perfekte Analyse“ des Duells mit den „starken Holländerinnen“ versprach.

„Es ist noch alles möglich“, beruhigte Malmös Stürmerin Anja Mittag nach dem vermasselten Turnierstart in ihrer schwedischen Wahlheimat. Auch für Torhüterin Nadine Angerer, die die gehemmt und unsicher auftretende Elf mit einigen Glanzparaden vor der ersten EM-Pleite seit 20 Jahren bewahrte, ist das 0:0 keine Katastrophe. „Wir sind mit dem Punkt erst mal zufrieden. Alles ist offen“, so die 34-jährige Spielführerin.

Zu hektisch, zu nervös, zu unkonzentriert, zu schwach in der Balleroberung, dem Spielaufbau und dem Chancenkreieren — die Mängelliste war ungewöhnlich lang beim Dominator der zurückliegenden fünf EM-Turniere. Vor allem das 4:2 über Weltmeister Japan im letzten Test hatte hohe Erwartungen geschürt. Nun stellte Angerer nüchtern fest: „Wir waren zu ängstlich.“

Dennoch: Auch 1989 und 1997 startete Deutschland jeweils mit einem Remis ins Turnier, tat sich beim 1:0 gegen Norwegen auch 2005 anfangs schwer — und triumphierte am Ende. „Ich hoffe und glaube, dass wir jetzt im Turnier angekommen sind und bessere Leistungen zeigen“, meinte Bartusiak. Goeßling vermutet, dass die Unerfahrenheit die Jungen blockiert haben könnte. „Für mich war es das allererste EM-Spiel. Und ein Turnier ist eben doch was anderes.“

 

Ulli Brünger

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