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Darum muss Brand gehen

FC Hansa Rostock 1:2 FC Rot-Weiß Erfurt Darum muss Brand gehen

Das Aus für den Hansa-Trainer überrascht zu diesem Zeitpunkt – aber es ist nachvollziehbar. Kommt jetzt Pavel Dotchev?

Rostock. Die Amtszeit von Christian Brand in Rostock endete mit einer fatalen Fehleinschätzung. „Es sind 16150 Leute im Stadion und ein oder zwei schreiben ein Plakat.

Mich trifft das nicht, das ist kein Thema für mich“, sagte der Hansa- Trainer, angesprochen auf ein großes Banner, das wenige Minuten vor dem Abpfiff des Heimspiels gegen Rot-Weiß Erfurt unmittelbar hinter ihm an der Osttribüne aufgehängt wurde. „Lemmer raus, Brand raus, Schneider raus“, stand darauf zu lesen (gemeint waren neben dem Trainer Sportchef René Schneider und Aufsichtsrat Rainer Lemmer). „Das ist das tägliche Geschäft im Fußball“ – als Brand das am Sonnabend kurz nach dem Abpfiff schulterzuckend äußerte, war seine Beurlaubung bereits beschlossene Sache.

Offiziell mitgeteilt hat Hansa den zu diesem Zeitpunkt völlig überraschenden Rauswurf später am Abend in einer kurzen Pressemitteilung. „Aufgrund der sportlichen Entwicklungen in der laufenden Saison und unterschiedlicher Auffassungen über die strategische sportliche Ausrichtung haben wir uns entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden“, wird Sportchef René Schneider zitiert.

Ein möglicher Nachfolge-Kandidat für Brand könnte Pavel Dotchev sein. Der 51-jährige Bulgare, der im Februar als Trainer bei Zweitligist Aue zurücktrat, war zuletzt häufig Tribünengast bei Hansas Auswärtsspielen. Vorerst wird Co-Trainer Uwe Ehlers das Training leiten. Ob der 42-Jährige am kommenden Sonnabend beim Saisonfinale in Chemnitz auf der Bank sitzen wird, ist offen. Man wolle bei der Trainer-Personalie „so schnell wie möglich Klarheit schaffen“, teilte Klubchef Robert Marien gestern auf OZ-Anfrage mit und fügte hinzu, dass die Suche nach einem Nachfolger läuft: „Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht ab sofort in Gesprächen stünden!“

Die Entlassung Brands wurde offenbar am Tag vor dem letzten Saison-Heimspiel auf den Weg gebracht. Allerdings konnten sich Vorstand und Aufsichtsrat, dem mit Rainer Lemmer auch ein enger Freund Brands angehört, am Freitag nicht einigen. Pikant: Sportchef Schneider soll an diesem Treffen nach OZ-Informationen nicht teilgenommen haben. Der Ex-Profi, der seit zehn Monaten amtiert, ist im Klub ebenfalls umstritten. Schneiders Vertrag läuft noch bis Ende des Jahres, Spekulationen über ein vorzeitiges Aus des Sportchefs weist Marien zurück: „Diese Frage stellt sich derzeit überhaupt nicht.

Wir sind alle gemeinsam gefordert, damit sich die Entwicklung des Vereins positiv gestaltet.“

Brand habe die Mannschaft Ende 2015 „in einer schwierigen Situation übernommen und vor dem Abstieg bewahrt“, stellte Schneider in der Klubmitteilung fest. Doch nach dem erfolgreichen Auftakt für Brand blieben die Rostocker in dieser Spielzeit hinter den Erwartungen zurück. Vor allem im Ostseestadion enttäuschten sie mit gerade mal vier Siegen. Zudem hatte Brand kein glückliches Händchen bei der Personalakquise. Die Winter-Neuverpflichtungen verpufften ohne Effekt. Mit einigen seiner Profis lag der Trainer über Kreuz, auch Vertragsverlängerungen sollen seinetwegen (noch) nicht zustande gekommen sein, heißt es. „Im Hinblick auf die Kaderplanung und aufgrund der Tendenz der letzten drei Spiele haben wir uns jetzt für eine Beurlaubung von Christian Brand entschieden“, erklärt Marien vielsagend: „Die Planung läuft auf Hochtouren, und in die soll ein neuer Trainer so schnell wie möglich involviert werden.“

Sönke Fröbe

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