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Sportmix Der siebte Feldspieler – Fluch oder Segen für Empor?
Sportbuzzer Sportmix Der siebte Feldspieler – Fluch oder Segen für Empor?
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05:40 09.03.2018
Rostock

. Zugegeben, es gibt nur wenige Niederlagen, die als Mutmacher taugen. Das bittere 19:20 der Rostocker Drittliga-Handballer am vergangenen Wochenende beim Spitzenreiter Handball SV Hamburg gehört definitiv dazu. Schön herausgespielte Tore, Tempogegenstöße, eine starke Abwehrarbeit mit einem überragenden Torhüter Leon Mehler dahinter – Empor war über weite Strecken die bessere Mannschaft. Einziges Manko: Die Truppe, die zehn Minuten vor Schluss noch 17:15 führte, hat sich für ihren couragierten Auftritt nicht selbst belohnt.

In Fankreisen ist eine heftige Diskussion entbrannt. Vor allem das System mit dem siebten Feldspieler stößt auf Kritik. „Das ist für mich kein Handball“, macht Mayk Winkler seinem Unmut Luft. „Für eine gut ausgebildete oder geformte Mannschaft mag das kein Problem sein, in unserem Fall sind die Jungs einfach noch nicht soweit“, gibt der Rostocker zu bedenken. Ähnlich sieht es Kai-Björn Reeps: „Wenn man dieses ,7er’ System beherrscht, ist es gut und schwer zu verteidigen. Ich habe den Eindruck, dass sich die Spieler damit schwer tun.“ Der 53-Jährige geht sogar noch einen Schritt weiter. „Ohne den permanenten Einsatz dieses Systems, insbesondere bei komfortablen Führungen, hätte das Team aktuell mehr Pluspunkte. Auch wenn der Trainer fachlich gut ist, hier sollte er das System auf das Können der Spieler ausrichten und nicht umgekehrt.“

Auch in den sozialen Netzwerken wird heftig diskutiert. Anke Lander schreibt auf der Facebook-Seite des Drittligisten: „Einfach ganz normalen Handball spielen.

Lasst den Torwart da, wo er hingehört und einige unnötige Tore wären nicht passiert. Und schon ist das Spiel gewonnen.“

Empor hatte in Hamburg eine überragende erste Halbzeit gespielt. Die Bilanz mit dem siebten Feldspieler: neun Tore erzielt, zwölf weitere Chancen kreiert und lediglich einen Ball ins verwaiste Gehäuse kassiert. Nach der Pause folgten drei weitere einfache Gegentore. Spielentscheidend war indes die mangelnde Chancenverwertung (vier verworfene Strafwürfe). „Immer dem Trainer die Schuld zu geben, ist zu einfach“, postete Martin Bewersdorf. „Die Siebenmeter müssen die Spieler schon selbst reinmachen, und sorry, aber null von vier geht gar nicht.“ Kati Newchurch brach eine Lanze für den siebten Feldspieler. „Glaubt wirklich jemand, dass wir mit sechs Feldspielern auch nur annähernd so ein Ergebnis in Hamburg erreicht hätten?“, schreibt sie und verweist auf das Fehlen der beiden Rückraumspieler Leon Witte und Felix Mehrkens. Das System habe „super funktioniert. Hamburg ist 30 Minuten lang mit der Taktik nicht im Ansatz zurechtgekommen, obwohl immer die zwei gleichen Abläufe gespielt wurden. Dass auch Bälle ins leere Tor fallen, ist doch normal und auch hinzunehmen, wenn dadurch die Chance auf einen eigenen Torerfolg deutlich erhöht wird.“

Die Regel, wonach ein siebter Feldspieler nicht mehr mit einem andersfarbigen Trikot oder Leibchen als Torwart gekennzeichnet sein muss, wurde 2016 eingeführt. Olympiasieger Dänemark und weitere Top-Nationen setzen auf dieses System. In der Bundesliga sind die Rhein-Neckar Löwen damit ganz weit vorn.

„Das System gehört mittlerweile dazu“, meint Till Wiechers. „Wer es nicht im Repertoire hat, macht seinen Job nicht richtig.“ Der Empor-Coach wird auch im Heimspiel am Sonntag gegen den Tabellenzweiten TSV Altenholz (16.30 Uhr, Ospa-Arena) auf den siebten Mann bauen.

Empor-Fan Raik Radloff meint: „Lasst uns das Positive mitnehmen in die kommenden Spiele, dann bin ich überzeugt, dass die Jungs die Klasse halten.“

Livestream am Sonntag ab 16.30 Uhr unter handball-deutschland.tv

Stefan Ehlers

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