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Sportmix Ein Hoch im Norden
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00:05 18.10.2017
Kiel

Die Himmelsstürmer von Holstein Kiel mischen die 2. Fußball-Bundesliga weiter kräftig auf und sorgen für ein sportliches Hoch im Norden. Denn während der große Hamburger SV erneut mitten im Abstiegskampf der 1. Liga steckt, sind eine Klasse tiefer die erst im Sommer nach langen 36 Jahren Abstinenz zurückgekehrten „Störche“ noch vor dem FC St. Pauli die Attraktion schlechthin. 22 Punkte und der Liga-Bestwert von 26 Toren bedeuten nach zehn Spielen für Holstein Platz zwei hinter Fortuna Düsseldorf – das hätten selbst Fantasten nicht für möglich gehalten. „Im Moment passt einfach alles“, fasste Geschäftsführer Wolfgang Schwenke die Lage glückstrahlend zusammen.

In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt stellt Holstein Kiel derzeit sogar die erfolgsverwöhnten Handballer von Rekordmeister THW in den Schatten. Doch auch bei den „Zebras“, die mitten im Umbruch stecken, geht es nach einem Fehlstart in Liga und Champions League langsam, aber sicher wieder aufwärts. In Europas Meisterliga gab es am Sonntag ein 20:20 gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt, in der Liga gewannen die „Zebras“ vorige Woche zweimal nacheinander. „Die Tendenz ist sehr, sehr gut“, sagte THW-Coach Alfred Gislason im Wissen, dass sich der nachhaltige Erfolg erst noch einstellen muss.

Den können auch die Kieler Fußballer nicht garantieren, aber die Basis ist gelegt. Zusammenhalt und Teamgeist sind gewachsen, seit die Mannschaft 2014/15 in der Relegation gegen 1860 München den Aufstieg in letzter Minute verpasste.

Hinzu kam eine glückliche Hand bei den meisten Personalentscheidungen. Für den Aufschwung sorgte allen voran Markus Anfang: Als er am 29. August 2016 Karsten Neitzel als Coach ablöste, stand Kiel im Tabellenkeller. „Frisch und unverbraucht“ müsse der neue Trainer sein, meinte Sportchef Ralf Becker. Bis zum Aufstieg folgten 15 Siege, zwölf Unentschieden und nur fünf Niederlagen.

Genau an diese Serie knüpft das weitgehend zusammengebliebene und auf einigen Positionen sinnvoll ergänzte Team in der 2. Fußball-Bundesliga an. Die 5:3-Gala am Sonntag beim 1. FC Heidenheim war der siebte Sieg aus den jüngsten acht Partien.

Auch die THW-Handballer nehmen Notiz von den Holstein-Kickern, die auf dem besten Wege sind, sich an der Förde als gleichwertige Kraft neben Gislasons Team zu etablieren. So twitterte der THW am Sonntag im Nordderby beim Stande von 5:3 (20. Minute): „Bei diesem Ergebnis geht ein Gruß an die Nachbarn von @Holstein_Kiel #WirSindKiel!“

Thomas Prã¼fer/stefan Flomm

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