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Sportmix Einführung der Nationenliga stößt auf Kritik
Sportbuzzer Sportmix Einführung der Nationenliga stößt auf Kritik
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00:00 28.03.2014

Gegen die Bedenken des DFB hat die Uefa ihre europäische Nationenliga auf den Weg gebracht und damit im deutschen Fußball eine Kontroverse ausgelöst. Der verärgerte Ligapräsident Reinhard Rauball warnte die Europäische Fußball-Union (Uefa) vor Schnellschüssen, Klubs und die internationale Spielergewerkschaft F ifpro fürchten zusätzliche Belastungen. Bundestrainer Joachim Löw sieht die Test-Möglichkeiten für die DFB-Auswahl beschnitten. Vor allem „aus Gründen der Solidarität“ habe der Deutsche Fußball- Bund gestern beim Uefa-Kongress in Astana zugestimmt, ließ DFB-Chef Wolfgang Niersbach spürbar reserviert wissen. Niersbach weiter: „Ich verhehle nicht, dass wir im gesamten Verlauf der Diskussion die Bedenken des DFB gegen die Nations League hinterlegt haben.“

Nun muss ausgerechnet Niersbach das neue Format als Vorsitzender der zuständigen Uefa-Kommission mit Leben füllen. Nach der WM 2018 soll die Nationenliga mit allen 54 Uefa -Mitgliedern starten, 2019 wird der erste Titelträger in einem Final Four ermittelt. Weil es keine Extra-Termine im Rahmenkalender geben soll, sind Freundschafts-Länderspiele weitgehend abgeschafft.

Dies entspricht besonders dem Wunsch kleinerer Nationen, die zuletzt mit ihren Testpartien nur noch schwer Einnahmen erzielen konnten und durch den neuen Wettbewerb auf frisches Geld durch eine Zentral-Vermarktung hoffen. Uefa-Präsident Michel Platini sprach von einer „sehr demokratischen Entscheidung“.

„Wir sind sehr überrascht, dass dieses Thema in Astana ohne Vorankündigung auf die Tagesordnung gekommen ist und ein so weitreichender Beschluss getroffen wurde“, sagte Borussia Dortmunds Präsident Rauball. Mit seiner Kritik stand der Ligapräsident bei weitem nicht allein. „Wir glauben, dass es genug Wettbewerbe gibt“, erklärte HSV-Chef Carl Jarchow. „Ich befürchte, dass der Fußball in Gefahr gerät, sich zu inflationieren“, sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade. Werder Bremens Aufsichtsratsmitglied Willi Lemke warnt vor einer Interessenskollision zwischen Vereinen und Nationalverbänden.



C. Hollmann/F. Lütticke

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