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Eishockey Dämpfer für deutsches Team bei WM: 2:3 gegen Dänemark
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22:52 12.05.2017
Dänemarks Julian Jakobsen (r) und Deutschlands Yannic Seidenberg kämpfen um den Puck. Quelle: Monika Skolimowska
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Köln

Nach dem Wirbel um Torhüter Thomas Greiss hat Deutschlands Eishockey-Nationalteam bei der Heim-WM einen schweren Dämpfer erhalten.

Ohne den NHL-Keeper der New York Islanders unterlag die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm am Freitagabend mit 2:3 (2:2, 0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen Dänemark und muss nun um die Teilnahme am Viertelfinale bangen. Bereits am Samstag gegen Italien muss Deutschland ebenso unbedingt gewinnen wie am Dienstag im letzten Vorrundenspiel gegen Lettland.

Vor 18 629 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Köln war die schnelle 2:0-Führung durch Tore von Patrick Reimer (9. Minute) und Brooks Macek (10.) zu wenig. Für den WM-Gastgeber von 2018 trafen Frederik Storm (17.) und Morten Poulsen (17.) per Doppelschlag sowie Peter Regin (62.) in der Zusatzspielzeit.

Zu allem Überfluss droht in Moritz Müller nach NHL-Torjäger Tobias Rieder ein weiterer Spieler nun verletzt auszufallen. Der Verteidiger der Kölner Haie musste bereits im ersten Drittel in die Kabine und kam nicht wieder aufs Eis.

Dafür könnte am Samstag NHL-Star Leon Draisaitl erstmals bei der WM auflaufen. Der 21 Jahre alte Playoff-Topscorer der Edmonton Oilers soll nach dem Saison-Aus in der nordamerikanischen Profiliga am Samstagvormittag in Frankfurt landen. „Ich glaube das erst, wenn er auch wirklich da ist. Wir müssen uns dann unterhalten, wie er sich fühlt“, sagte Bundestrainer Sturm, der gegen Dänemark auf einen anderen NHL-Spieler verzichtete.

Torhüter Thomas Greiss von den New York Islanders saß offiziell wegen einer leichten Verletzung nur auf der Bank. Dessen Vertreter Danny aus den Birken vom deutschen Meister EHC Red Bull München sah zumindest beim zweiten Gegentor nicht gut aus. Nur 25 Sekunden zuvor hatte Storm den Anschluss erzielt. Damit war das 2:0 nach starkem deutschen Beginn dahin.

Das DEB-Team hatte sich zunächst unbeeindruckt von den Vorwürfen an Greiss gezeigt. Der Deutsche Eishockey-Bund hatte zuvor bestätigt, dass Greiss unter anderem mit Zustimmung zu rechtsgerichteten Inhalten im sozialen Netzwerk Instagram während des US-Wahlkampfes seine Unterstützung vom inzwischen gewählten US-Präsident Donald Trump gezeigt hatte. Darüber hatte der Deutschlandfunk berichtet.

Der DEB kritisierte noch unmittelbar vor dem Spiel, dass Greiss unter anderem auch einen Vergleich von Hillary Clinton mit Adolf Hitler mit dem 'Gefällt-Mir'-Button markiert hatte. „Grundsätzlich ist Hitler ein No-Go, das ist ganz klar. Es gibt Dinge, die gehen in Deutschland nicht“, sagte DEB-Vizepräsident Marc Hindelang. Greiss hatte seine Zustimmung nach einem Gespräch mit dem Verband inzwischen wieder gelöscht. Dabei will es der DEB bewenden lassen.

„Er wird weiter im Kader bleiben“, sagte Hindelang und stellte zugleich klar: „Thomas Greiss ist kein Rechtsextremist und auch kein Rechtspopulist.“ Das Präsidiumsmitglied bestätigte außerdem, dass der Vorfall auch im Team diskutiert worden sei. „Ja, das ist ein Thema. Da sind die Meinungen auch geteilt.“

Allerdings schien die Affäre das deutsche Team zumindest am Freitag eher zu beflügeln. Anders als beim 3:2-Zittersieg gegen die Slowakei am Mittwoch nach Penalytschießen begann Deutschland stark. Mit einem sehenswerten Volley-Tor von Torjäger Reimer ging der WM-Gastgeber in Führung, Münchens Macek legte schnell nach. Nach dem unglücklichen Ausgleich nach dem Aus den Birkens Patzer war Deutschland im letzten Drittel klar überlegen, nutzte aber auch in der Verlängerung nicht die Chancen zum Sieg und wurde durch Regins Kontertor bestraft.

dpa

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