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Sportmix Empor Rostock — erst peinlich, am Ende furios
Sportbuzzer Sportmix Empor Rostock — erst peinlich, am Ende furios
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00:01 09.05.2016
Jubel nach dem Punktgewinn (v.l.): Norman Flödl, Julius Heil, René Gruszka und Vyron Papadopoulos (verdeckt). Quelle: Sebastian Heger

Mit diesem Punktgewinn hatte kein Mensch mehr gerechnet. Handball-Zweitligist HC Empor Rostock hat am Sonnabend seine Fans in Staunen und Begeisterung versetzt. Mit einer grandiosen kämpferischen Leistung in der Schlussphase sicherte sich die Mannschaft von Trainer Aaron Ziercke im Heimspiel gegen den TV Neuhausen ein 28:28 (11:18)-Unentschieden. Und das obwohl die Rostocker knapp fünf Minuten vor der Schlusssirene scheinbar aussichtslos mit 20:27 hinten lagen. Jetzt fehlt dem HC Empor aus den verbleibenden drei Liga-Duellen — darunter zwei Heimspiele — nur noch ein Punkt, um den ersehnten Klassenerhalt perfekt zu machen.

1100 Zuschauer in der Rostocker Stadthalle waren angesichts des unglaublichen Finales in Jubelstimmung. Noch Minuten nach Spielende hallten „Empor, Empor“- Sprechchöre durch die Arena. „Dass wir diesen Punkt noch holen, war ganz stark. Aber es war auch ganz peinlich, was wir den Fans vor allem in der ersten Halbzeit geboten haben“, fasste Empor-Kapitän René Gruszka den denkwürdigen Abend zusammen.

Die Rostocker enttäuschten vor dem Wechsel auf ganzer Linie. Die Fans wurden mit Schlafwagen- Handball verschreckt. In der Abwehr war Empor löchrig wie ein Schweizer Käse, im Angriff harmlos wie eine Schülermannschaft. Es wirkte, als wollten die Empor-Spieler Neuhausens Daniel Rebmann in die „Hall of Fame“ für Torhüter befördern. Der Gäste-Keeper wurde berühmt geworfen.

Nach der Pause, in der Ziercke sein Team mit einer Ansage im Disco-Lautstärkebereich an die brisante Situation im Abstiegskampf erinnerte, strafften sich die Gruszka, Pechstein und Co. Beim 15:20 (37.) war man vor allem dank Torhüter Jan Kominek fast in Reichweite, verlor dann aber wieder den Anschluss.

Bis Empor in der Wahnsinns- Schlussphase endlich Ernst machte: Knackpunkt war schließlich die Disqualifikation von Christian Wahl, der erst eine Zeitstrafe kassierte und dann wegen Meckerns Rot sah.

Der HCE war in den letzten 46 Sekunden in doppelter Überzahl und machte zwei Tore. Nachdem der überragende Gruszka in letzter Sekunde zum 28:28 eingenetzt hatte, kannte der Jubel keine Grenzen.

Statistik

HC Empor Rostock: Kominek, Malitz — Becvar 3, Meuser, Dethloff, Heil, Gruszka 9/1, Flödl 4, Papadopoulos 2, Zboril, Lux 1, Zemlin 3, Pechstein 6, J. Porath.

TV Neuhausen: Rebmann, Becker— Stuber 3, Schuldt 1, Wahl 2, D. Reusch 5, Schoch 5, Wessig, Klingler 2, Michalik 5/2, J. Reusch 3, Bornemann 2, Maas.

Siebenmeter: Empor 1/1, TVN 2/2.

Strafminuten: Empor 6, TVN 8 inklusive Disqualifikation Wahl nach drei Zeitstrafen (60.).

Spielfilm: 3:3 (5.), 6:6 (10.), 8:10 (18.), 10:15 (24.), 11:18 — 15:20 (39.), 19:23 (51.), 19:26 (55.), 20:27 (56.), 25:28 (59.), 26:28 (60.), 28:28.

Von Christian Lüsch

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