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Fans erhoffen sich mehr Spannung

Die Fußball-Bundesliga startet heute in die 52. Saison: Klubs wollen Schwung der WM mitnehmen. Alle jagen den FC Bayern Fans erhoffen sich mehr Spannung

Nach zwei Jahren Bayern-Dominanz drängt Konkurrenz nach vorn. Wolfsburg will sich heute nicht verstecken.

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Stehen sich heute zum Auftakt der Bundesliga-Saison gegenüber: Bayerns David Alaba (r.) und Aaron Hunt vom VfL Wolfsburg.

Quelle: Getty Images

Düsseldorf. Vorhang auf für die boomende Weltmeister-Liga. Mit dem Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfL Wolfsburg startet das Premiumprodukt des deutschen Sports heute Abend in seine 52. Saison. Der Triumph der DFB-Elf in Brasilien könnte der Spielklasse einen weiteren Schub verleihen. Doch bei aller Freude über Umsatzzuwächse tut mehr Spannung not. Nach zwei deutlichen Titelgewinnen der Münchener mit 19 und 25 Punkten Vorsprung hoffen viele Fußball-Fans auf mehr Ausgeglichenheit. Lucien Favre glaubt jedoch nicht an eine Trendwende. „Eigentlich wünsche ich mir mehr Spannung. Aber das wird nicht passieren. Der FC Bayern wird seinen Titel verteidigen“, orakelte der Mönchengladbacher Coach.

Diese Einschätzung des Schweizer Fußball-Lehrers wird jedoch nur bedingt geteilt. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, glaubt eine Mehrheit der Deutschen (41 Prozent) an mehr Spannung. 29 Prozent der Befragten beantworteten die Frage mit „Nein“ — 30 Prozent mit „Ich weiß nicht“.

Die Hoffnung vieler Fußball-Fans auf schwindende Dominanz der Bayern kommt nicht von ungefähr. Denn die Erfahrung lehrt: Wenn die Münchner zu packen sind, dann am ehesten in den Jahren nach einer für sie besonders belastenden WM. 2007 wurde der VfB Stuttgart Meister, 2011 Borussia Dortmund. Und in der Saison nach dem bis dahin letzten deutschen WM-Gewinn 1990 mussten sich die Münchner mit Rang zwei hinter Kaiserslautern begnügen.

Die lange Pause der sechs Weltmeister im Bayern-Team, den Kreuzbandriss von Abwehrspieler Javi Martinez und die Sorge um Bastian Schweinsteiger deuteten einige Beobachter bereits als erste Indizien für ein abermals schwieriges Nach-WM-Jahr des Rekordmeisters. Die Aussage von Pep Guardiola im Anschluss an das 0:2 im Supercup vor einer Woche in Dortmund bestärkte sie in diesem Glauben: „Ich bin sicher, wir werden bis zur Winterpause ein bisschen Probleme haben“, hatte der Münchner Coach geklagt.

Um den Abstand zu den „Roten“ zumindest zu verkürzen, investierte der BVB die höchste Summe. Für Ciro Immobile, Adrian Ramos, Matthias Ginter und den Rückkauf von Nuri Sahin zahlte der Vorjahreszweite gute 45 Millionen Euro. Mit 29,25 Millionen Euro für Hakan Calhanoglu, Josip Drmic, den Brasilianer Wendell und weitere vielversprechende Profis veredelte Bayer Leverkusen seinen Kader. „In Dortmund sagen sie, dass sie die Bayern ärgern wollen, wir wollen die Dortmunder ärgern“, kündigte Bayers Sportchef Rudi Völler den Angriff auf die Spitze an.

Wirtschaftliche Drahtseilakte blieben jedoch aus. Im Großen und Ganzen regiert wirtschaftliche Vernunft. Vor dem Saisonstart haben die 18 Bundesliga-Vereine zwar rund 212 Millionen Euro an Ablösesummen ausgegeben. Bei Einnahmen von etwa 190 Millionen Euro ist die Transferbilanz jedoch fast ausgeglichen. Der Ausgaben-Rekord von 287 Millionen Euro vor der Saison 2012/2013 bleibt unangetastet. Allerdings endet die Transferperiode erst am 1. September. So könnten vor allem die Bayern die Gesamtsumme mit einer Verpflichtung eines Martinez-Ersatzes noch beträchtlich in die Höhe treiben.

TV: heute, 20.30 Uhr,ARDF

Es gibt keinen Bayern-Durchmarsch.“

Franz Beckenbauer (68) vor dem Start in die 52. Bundesliga-Saison

 



Heinz Büse und Sebastian Stiekel

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