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Sportmix Frischer Wind fürs Mittelfeld
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12:36 24.03.2014

Volker Finke war alles andere als begeistert, als er von Marco Weißhaupts Wechsel zu Hansa erfuhr. Gerne hätte der Freiburger Trainer den offensiven Mittelfeldspieler länger an den Breisgau-Klub gebunden. Doch Weißhaupt entschied sich frühzeitig für einen „Neuanfang“ in Rostock, und konnte sein Vertrag lief zum Saisonende aus sogar zum Nulltarif an die Ostseeküste wechseln. „Marco ist der letzte Spieler, den wir ablösefrei ziehen lassen“, zürnte Finke, der Weißhaupt anschließend vom Stammspieler zum Bankdrücker degradierte.

Dennoch blickt der Neu-Rostocker keineswegs im Zorn auf die vier Jahre im Breisgau zurück. „Sportlich und privat war es eine sehr schöne Zeit“, erzählt Weißhaupt. Sportlich, weil er mit dem Erstliga-Aufstieg 1998 seinen bislang „schönsten Erfolg“ feierte. Und privat, weil er in der idyllischen Stadt am Fuß des Schwarzwaldes seine jetzige Frau Ines kennenlernte, mit der er nach Söhnchen Luca-Lauren (2) demnächst weiteren Nachwuchs erwartet. „Eigentlich kann dir als Fußballprofi nichts Besseres passieren, als in Freiburg zu spielen. Das Umfeld ist familiär und gleichzeitig sehr professionell“, sagt Weißhaupt. „So ähnlich wie bei Hansa. . .“

Bei Ostdeutschlands Vorzeigeklub sucht der Thüringer, der in Rostock einen Zweijahresvertrag plus einjähriger Option unterzeichnete, eine „neue Herausforderung“. Weißhaupt will im zentralen Mittelfeld hinter den Spitzen die Fäden ziehen, für mehr Spielkultur sorgen. Doch als neuen Chef sieht er sich knapp sechs Wochen Vorbereitung noch nicht. „Dafür bin ich hier noch zu neu“, sagt der Blondschopf, der gegenüber Christian Brand zurzeit einen leichten Vorsprung hat. Die Last müsse „auf mehrere Schultern verteilt“ werden. Weißhaupt: „Aber ich bin ein Spieler, der den Mund aufmacht und auf dem Platz Verantwortung übernimmt.“

Hansa ist Weißhaupts dritte Station im Oberhaus. Bevor er in Freiburg gleich in seiner ersten Saison 1997/98 den Durchbruch schaffte, hatte Benno Möhlmann den damals 21-Jährigen zum Hamburger SV geholt. Doch dort schmorte das Talent meist auf der Bank, machte ganze 13 Bundesliga-Spiele. „Ich war damals einfach noch zu jung“, sagt Weißhaupt. „Trotzdem habe ich in Hamburg viel gelernt.“ Danach folgten Stationen bei Mainz 05 und erneut Rot-Weiß Erfurt.

Sein wichtigster Trainer? „Mein Vater“, sagt Weißhaupt. Jörg Weißhaupt war Kenner der DDR-Oberliga werden sich erinnern ebenfalls ein sehr guter Fußballer. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Horst stürmte er für Rot-Weiß Erfurt und Wacker Nordhausen. „Jede freie Minute“ habe er, so Marco, in seiner Jugend gegen das runde Leder getreten. Das viele Üben hat sich gelohnt: Beim Bundesliga-Auftakt gegen Leverkusen am kommenden Sonnabend ist Marco Weißhaupt im offensiven Mittelfeld erste Wahl.



SÖNKE FRÖBE

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