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Sportmix „Geheimwaffe“ Milde sichert Empor einen Punkt
Sportbuzzer Sportmix „Geheimwaffe“ Milde sichert Empor einen Punkt
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00:00 31.03.2014
Er steuerte drei Treffer zum Punktgewinn des HCE bei: Nemanja Mladenovic (l.). Quelle: Olaf Altermann

Nur noch wenige Sekunden zu spielen: Empor liegt im Rückstand. Trainer Rastislav Trtik nimmt Torhüter Jan Kominek vom Feld und bringt mit Oliver Milde einen zusätzlichen Feldspieler. Nemanja Mladenovic zieht drei Gegenspieler auf sich und passt zu Milde. Die Leihgabe der Füchse, der eigentlich nur einen Spielzug einleiten sollte, zieht ab und trifft zum 27:27 (14:11) gegen den TV Neuhausen. „Ich hab gar nicht mehr überlegt und auch nichts gesehen — nur dass der Ball drin war“, freute sich Milde über das Happy End. Damit wahrten Rostocks Handballer ihren Nimbus in der Ospa-Arena. Sie bleiben in ihrem „Kinderzimmer“ weiterhin ungeschlagen.

Julius Porath war glücklich. „Mit dieser Truppe einen Punkt zu holen, ist Wahnsinn“, meinte der 17-Jährige mit Blick auf den durch fünf Ausfälle arg dezimierten Kader. Porath ersetzte den etatmäßigen Rechtsaußen René Gruszka, der viel Lob für seinen Stellvertreter parat hatte: „Ich bin stolz auf ihn. Er hat seine Sache richtig gut gemacht.“

Porath schüttelte seine anfängliche Nervosität („Im Kabinengang wurde mir bewusst: jetzt musst du ran“) schnell ab. Vier Tore erzielte er, darunter eines per Kempa-Trick und einen Trickwurf. „Der Dreher war wichtig“, meinte Porath, der zuvor zwei Chancen ungenutzt ließ. Es blieben seine einzigen Fehlwürfe. Allerdings war auch das Manko des Linkshänders — die Abwehrarbeit — unübersehbar.

Aufbauend auf einen starken Torhüter Jan Kominek, der sich mit dieser Leistung für ein neues Vertragsangebot nachhaltig empfehlen konnte, und eine zunächst überzeugende 4:2-Abwehr ging nach vorn die Post ab. Wenn Roman Becvar und Mladenovic das Tempo anzogen, gab‘s kein Halten mehr. Nutznießer war immer wieder Papadopoulos, der wie ein Wirbelsturm übers Feld fegte.

Empor führte 9:4, dann nahm der Tscheche Trtik seinen Landsmann Becvar vom Feld. Es gab einen Bruch im Spiel. Zudem sorgten die (unnötigen) Wechseleien auf der Kreisposition für Unruhe.

Neuhausen gelang kurz nach dem Wechsel der Ausgleich (14:14). Fortan war die Partie offen. Die Zwischenstationen 18:19, 21:19, 25:23 und 26:27 spiegeln die Spannung und Dramatik wider. Dank Milde (Trtik: „Unsere Geheimwaffe aus Berlin“) durfte Empor am Ende jubeln. Vor der jetzt folgenden Länderspielpause haben die Hansestädter nunmehr zehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegsregion und können dem Restprogramm relativ entspannt entgegensehen. Milde, für den es gestern das dritte Spiel binnen vier Tagen war, freut sich auf weitere Einsätze für Empor. „Ich habe Lust darauf, es macht einfach Spaß.“ Vor allem wenn man trifft.

Statistik
HC Empor Rostock: Kominek, R. Wetzel n.e. — Becvar 1, Milde 4, Prüter n.e.,
Mladenovic 3, Barten, Flödl 4, Grocholl n.e. Meuser, Papadopoulos 8/2, Zboril, Zemlin 3, Porath 4.

TV Neuhausen: Redwitz, Becker — Hansen 3, Theilinger 2, Schuldt 1, Keinath 4/1, Trost, Reusch 4, Michalik 2, Büdel 4/2, Maas 5, Bader 2.

Siebemmeter: HCE 2/2, TVN 4/3.

Strafminuten: HCE 6, TVN 4.



Stefan Ehlers

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