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Hamburg und Berlin wollen ins Olympia-Rennen starten

Berlin/Hamburg Hamburg und Berlin wollen ins Olympia-Rennen starten

Beide Metropolen bekunden Interesse an der Ausrichtung der Spiele 2024 oder 2028.

Berlin. Der nächste Schritt zu einer erneuten deutschen Olympiabewerbung ist gemacht: Berlin und Hamburg haben gestern ihre Bereitschaft für eine Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 oder 2028 verkündet. Der Senat der Hauptstadt und der Hansestadt werden den geforderten Fragenkatalog des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beantworten. Bis Sonntag müssen die Unterlagen abgegeben werden.

„Wir haben einen umfangreichen Katalog entworfen. Wichtig ist, dass die Bewerbung eine breite Basis bei der Bevölkerung findet“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit auf einer Pressekonferenz in Berlin, bei der er zugleich seinen Rücktritt zum 11. Dezember dieses Jahres ankündigte. Der Hamburger Katalog umfasse ohne Anlagen 46 Seiten, teilte Sprecher Christoph Holstein mit. „Eine Arbeitsgruppe hat sich sehr intensiv und fleißig damit beschäftigt. Das hätte sie nicht gemacht, wenn sie nicht der Meinung wäre, den DOSB und das IOC überzeugen zu können.“

Beide Kandidaten machten bereits schlechte Erfahrungen mit Olympia-Bewerbungen. Berlin scheiterte 1993 kläglich beim Rennen um die Spiele 2000, Hamburg zog gegen Leipzig schon beim internen deutschen Konkurrenzkampf um die Spiele 2012 den Kürzeren.

Obwohl beide Konzepte bei Pressekonferenzen offiziell erst am 1. September öffentlich präsentiert werden, sind einige Details der geplanten Bewerbungen schon durchgesickert. In Berlin soll neben dem Olympia-Park mit den Sportarten Leichtathletik, Fußball und Hockey das Sportforum Hohenschönhausen als zweites Zentrum genutzt werden. Segeln, Dressurreiten, Kanu oder Rudern sowie Fußball-Spiele sollen in den Ländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen werden. Rostock hat bereits Interesse an der Ausrichtung der Segelwettbewerbe signalisiert. Das Areal des Flughafens Tegel soll das olympische Dorf beherbergen. Hamburg kündigt „hanseatische Bescheidenheit“ an und will auf Spiele der kurzen Wege setzen. Das Herz Olympias soll auf dem Kleinen Grasbrook mit Olympiastadion, Schwimm- und Turnhalle schlagen. In den Messehallen könnten Kampf- und Mannschaftssportarten stattfinden. 31 der 35 benötigten Wettkampfstätten seien vorhanden und müssten nur modernisiert werden. Wowereit sagte, dass ein Votum der Berliner am Ende des Prozesses stehen werde. Wie in Hamburg betonten Vertreter der Regierungsparteien stets, die Bewerbung nur mit einem breiten Rückhalt in der Bevölkerung anstreben zu wollen.

 



Frank Thomas und Inga Radel

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