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Handball Pleite gegen Holland - DHB-Frauen verspielen Gruppensieg
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22:52 08.12.2017
DHB-Akteurin Nadja Mansson (l) wird von der Niederländerin Kelly Dulfer am Wurf gehindert. Quelle: Hendrik Schmidt
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Leipzig

Mit leerem Blick und gesenkten Hauptes schlichen die deutschen Handball-Frauen nach der herben 23:31 (10:18)-Pleite gegen Vize-Weltmeister Niederlande vom Parkett.

Durch die erste Turnierniederlage am Freitagabend vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig verspielte die DHB-Auswahl den Gruppensieg bei der Heim-WM und bekommt es nun am Sonntag im Achtelfinale mit dem EM-Vierten Dänemark zu tun.

„Wir haben überhaupt nicht das abgerufen, was man in solch einem Spiel zeigen muss. Natürlich hatte ich mir das so nicht vorgestellt. Wir müssen das jetzt schnell reparieren“, sagte Bundestrainer Michael Biegler. Beste Werferinnen für die DHB-Auswahl, die phasenweise vorgeführt wurde, waren Alicia Stolle mit sechs Toren und Nadja Mansson mit fünf Treffern.

Durch den schwachen Auftritt ist das WM-Ziel Halbfinale ernsthaft in Gefahr geraten, denn nun wartet im K.o.-Spiel an diesem Sonntag (20.30 Uhr) in Magdeburg in Dänemark ein dicker Brocken. Biegler hakte die Schlappe daher schnell ab und blickte lieber nach vorn: „Da geht die WM wieder von vorne los. Da zählt dieses Spiel nicht mehr, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht und sich anders präsentiert.“

Im Duell mit dem WM- und EM-Zweiten waren die DHB-Frauen vor allem in der ersten Halbzeit überfordert. „Wir haben in den ersten 20 Minuten vorne zehn Bälle weggeschenkt. Das geht gegen eine solch konterstarke Mannschaft natürlich gar nicht“, kritisierte Biegler. „Die erste Halbzeit war so weit weg von dem, was man bieten muss, da war das ganze Spiel weg.“

Die deutsche Mannschaft startete hektisch ins Gruppenfinale und leistete sich gleich drei unnötige Ballverluste, die jeweils zu Gegentoren führten. Nach nicht einmal fünf Minuten nahm Biegler beim Stand von 1:4 die erste Auszeit.

Doch es wurde nicht besser. In der Abwehr taten sich ungewohnte Lücken auf, zudem bekam Torfrau Katja Kramarczyk keinen Ball zu fassen. Biegler reagierte und schickte schon nach elf Minuten Clara Woltering zwischen die Pfosten, die sich mit einer Glanzparade gut einführte. Beim 4:9 war der Olympia-Vierte dennoch erstmals auf fünf Tore enteilt.

Gegen die kompakte und aggressive Oranje-Deckung taten sich die DHB-Frauen im Angriff äußerst schwer. Kaum einmal gab es ein Durchkommen und wenn, kam bei einigen Pfostentreffern Pech dazu. Aufgeregt gestikulierend versuchte Biegler, seine Ladies auf Linie zu bringen - allerdings nur mit mäßigem Erfolg.

Zwar brachte Mansson aus dem Rückraum nun etwas mehr Druck ins deutsche Angriffsspiel, aber die Fehlerquote blieb einfach zu hoch. So hatten die Niederländerinnen leichtes Spiel, die Führung kontinuierlich auszubauen. Zur Pause lag das DHB-Team hoffnungslos mit acht Treffern zurück.

Nach dem Wechsel brachte Biegler im Rückraum Emily Bölk, doch auch das Wunderkind des deutschen Frauen-Handballs konnte nur wenig Schwung ins Offensivspiel bringen. Dafür übernahm die 21 Jahre alte Stolle zunehmend Verantwortung und sorgte immer wieder für Gefahr aus dem rechten Rückraum.

Die Niederlande behielt aber stets die Kontrolle im Spiel und ließ die deutsche Mannschaft nie näher als auf sechs Tore herankommen. Nach dem herben Rückschlag müssen die Biegler-Ladies am WM-Ruhetag nun schnell die Köpfe freibekommen, damit die Heim-WM für sie nicht schon im Achtelfinale beendet ist.

Das Achtelfinale im Überblick:

Sonntag, 10.12.2017: Ungarn - Frankreich in Leipzig (17.30 Uhr) Serbien - Montenegro in Magdeburg (17.30) Schweden - Slowenien in Leipzig (20.30) Deutschland - Dänemark in Magdeburg (20.30)

Montag, 11.12.2017: Rumänien - Tschechien in Leipzig (17.30 Uhr) Russland - Südkorea in Magdeburg (17.30) Spanien - Norwegen in Leipzig (20.30) Japan - Niederlande in Magdeburg (20.30)

dpa

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