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Handball Stralsunder HV demontiert Cottbus
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00:00 22.10.2018
Perfekte Woche: Jakub Vanek wurde unter der Woche Vater und traf am Sonnabend dreimal für den Stralsunder HV gegen den LHC Cottbus.
Stralsund

„Mit einem Sieg in der Höhe hätte ich nie gerechnet“, gab der sichtlich begeisterte Trainer des Stralsunder Handballvereins, Steffen Fischer, zu. Aber was seine Mannschaft über 60 Minuten in der Oberliga-Partie gegen den LHC Cottbus am Sonnabend gezeigt hatte, machte den 32:15-Kantersieg absolut verdient.

Handballer lassen in der Oberliga Ostsee-Spree keine Spannung aufkommen und sind den Lausitzern in allen Belangen überlegen

Besonders die Abwehrleistung mit den stark spielenden Torhütern Tobias Malitz und Tom Korth brachte die Cottbusser zum Verzweifeln. Über 13 Minuten blieben die Gäste in der zweiten Halbzeit ohne Treffer. Der Ausfall von Top-Angreifer Nick Widera, der in der Vorwoche noch 18 Tore erzielte, machte sich deutlich bemerkbar. Der Ball wurde von links nach rechts gepasst – kaum eine Bewegung ging Richtung Tor. Und wenn doch, fing der SHV-Mittelblock um Martin Hoffmann, Jakub Vanek und Florian Zemlin die Angriffe ab. „In der Vorbereitung lag der Fokus auf Widera und es hat uns in die Karten gespielt, dass er ausgefallen ist. Das soll die Leistung meiner Mannschaft aber in keinster Weise schmälern“, sagte Fischer.

Nach ausgeglichenen ersten fünf Minuten schwächte sich der LHC beim Spielstand von 3:3 durch eine Zeitstrafe selbst und lief von da an dauerhaft einem Rückstand hinterher. Mit einer harten Verteidigung versuchten sie noch einmal ins Spiel zukommen, aber ab der 15. Minute gelang ihnen auch das nicht mehr. Der zehnköpfige Kader reichte nicht aus, um den Stralsundern Paroli zu bieten.

Diese wechselten schon früh durch und bewiesen, dass sie mit ihrem 13-Mann-Kader jede Position ersetzen können. „Jeder, der auf die Platte gekommen ist, hat gebrannt. Es hat mich besonders gefreut, dass wir in keiner Besetzung eine Schwächephase gezeigt haben“, lobt Fischer seinen gesamten Kader. Einer von den „Nachrückern“ spielte gegen Cottbus besonders groß auf: Jon Ehlers. Mit sieben Toren war er der erfolgreichste Werfer seines Teams. Gerade nach der Pause schien ihm alles zu gelingen. Im Eins-gegen-Eins ließ er seinen Gegenspieler stehen und traf per Heber, Dreher oder Sprungwurf.

„Seine Dynamik hat uns einfache Tore gebracht. Das ist auch nicht erst seit zwei Wochen so. Ich habe das schon in der Vorbereitung bei ihm gesehen und intensiv mit ihm gearbeitet“, beschreibt Fischer die Stärken des Rückraumspielers.

Und er riss mit seiner Leistung die Mannschaft mit. Als ein No-Look-Pass von Kay Landwehrs bei Jakub Vanek ankam und er zum 27:12 traf, merkte man den SHV-Jungs an, dass sie einfach Spaß hatten, ohne dabei nachlässig zu werden. Für Vanek, der in der Abwehr die Gegner zur Verzweiflung brachte, war es der Schlusspunkt einer besonderen Woche. Vor Kurzem ist der Kreisläufer Vater geworden. Auf die Frage, was es dann geworden sei, antwortet er: „Jungs machen Jungs, Männer machen Mädchen“, und grinst dabei. „Es ist definitiv der Abschluss einer perfekten Woche“, sagt er weiter.

Dass sie sich auf dem grandiosen Spiel und sieben Siegen in Folge nicht ausruhen wollen, merkt man Spielern und Trainern an. „Wir sind noch nicht komplett zufrieden. Mit einem schlechten Tag kann es überall schwer werden“, warnt Vanek und auch Coach Fischer ließ trotz 17 Toren Vorsprung an der Seitenlinie nicht nach. Sinnbildlich dafür seine Gelbe Karte, weil er sich bei den Schiedsrichtern darüber beschwerte, dass diese kein passives Spiel angezeigt hatten. „Wir wollen für die dritte Liga ein anderes Niveau erreichen, dann darf man jetzt nicht einfach laufen lassen, weil wir seit ein paar Wochen deutliche Siege einfahren“, erklärt er seinen Ehrgeiz.

Dieses Ziel kann Klaus-Dieter Sklenar, Betreuer des Lausitzer HC Cottbus, nur unterstützen. „Das Ergebnis ist am Ende einfach blamabel. Bei 25 Fehlwürfen ist das aber kein Wunder. Das soll die Leistung der Stralsunder nicht schlechter machen und für die kommende Saison wünsche ich mir, dass wir nicht mehr gegeneinander spielen“, scherzt er noch kurz, spricht damit aber wohl allen Aktiven, Offiziellen und SHV-Fans aus der Seele. Der Sieg war ein eindeutiger Fingerzeig für die eigenen Aufstiegsambitionen!

Statistik

Stralsunder HV: Malitz, Korth – Tippelt 6, Landwehrs, Brandt 1, Hoffmann 2, Vanek 3, Hinz 6/5, Obst, Prüter 1, Zemlin 5, Trupp 1, Ehlers 7

LHC Cottbus: Adam – Nietzel 2, Hüneburg 1, R. Takev 2, Efa 3, Reimann, F. Takev 2, Schulze, A. Takev 4, Volk 1

Siebenmeter: SHV 5/6, LHC 2/2

Strafminuten: SHV 6, LHC 2

Niklas Kunkel

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