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Sportmix Hansa holt Punkt in Hektik-Gipfel
Sportbuzzer Sportmix Hansa holt Punkt in Hektik-Gipfel
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00:00 09.09.2013
Erhöhte sein Torekonto auf vier Treffer in sechs Spielen: Hansas griechischer Knipser Nikolaos Ioannidis (vorn links) ist von Thomas Birk nicht zu stoppen. Quelle: Fotos: Frank Kruczynski, Mike Worbs
Chemnitz

Riesenhektik, Spielunterbrechung, Platzverweis, ein nicht gegebener Elfmeter und rassige Torszenen — das Ostderby zwischen dem Chemnitzer FC und Hansa Rostock sorgte für packende Fußball-Unterhaltung und reichlich Diskussionsstoff. Beim 1:1 retteten die Ostseestädter in Unterzahl einen Punkt, hatten aber eine gehörige Portion Glück.

Den Aufreger des Spiels gab es elf Minuten vor dem Ende. Hansa- Verteidiger Steven Ruprecht stieg nach einer Ecke zum Kopfball hoch, erwischte die Kugel aber im Strafraum deutlich sichtbar mit der Hand. Als der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Michael Weiner (Ottenstein) ausblieb, zog ein Wut- sturm durch das altehrwürdige Stadion an der Gellertstraße. Die Chemnitzer Spieler gingen auf den Bundesliga-Referee und seinen Assistenten Michael Kleinschmidt (Leinefelde) los, von den Rängen flogen Plastikbecher, Brötchen, Tüten und andere Gegenstände.

Ruprecht versuchte später gar nicht erst, seinen Fehlgriff zu vertuschen. „Ich bin mit der Hand am Ball, habe aber Glück, dass es der Schiedsrichter nicht sieht“, räumte der Verteidiger ein. „Wir hatten in den letzten Wochen ein bisschen Unglück mit Schiedsrichter-Entscheidungen, diesmal haben wir etwas Glück zurückbekommen.“

Als nur fünf Minuten später dem eingewechselten Debütanten Martin Pett bei einem Freistoß an den Arm geschossen wurde, drohte die Situation zu eskalieren. Von den Rängen hagelte es nun Fluggeschosse, Hansa-Stürmer Nikolaos Ioannidis ging nach einem Treffer sogar zu Boden. Angeblich soll er einen Stein abbekommen haben, was Weiner jedoch anzweifelte und dem Griechen Gelb zeigte.

Fast drei Minuten unterbrach der Referee die Partie und drohte mit Abbruch. Die Gemüter beruhigten sich, doch in der fünfminütigen Nachspielzeit ging es noch einmal heiß her. Für Chemnitz flog der Ex-Rostocker Tino Semmer zwei Meter vor dem Tor an einer scharfen Hereingabe vorbei, auf der Gegenseite traf Alexandre Mendy bei einem Konter das Außennetz.

Beide Trainer mussten nach dem höchst intensiven Ostduell erst einmal tief durchatmen. Während CFC-Coach Gerd Schädlich „fünf, sechs richtig guten Chancen“ nachtrauerte, sagte Andreas Bergmann: „Ich bin zufrieden mit dem, was die Jungs abgerufen haben. Wir hatten ein Quäntchen Glück, aber der Punkt ist verdient. Eine Niederlage hätte vom Kopf her wehgetan. Deswegen tut uns das Spiel gut.“

Die Rostocker waren stark in die Partie gestartet. Nachdem sich die blau-weiß-roten Schwaden von diversen Rauchbomben im Hansa- Fanblock verzogen hatten, setzten Halil Savran mit einem Pfostentreffer (3.) und Nikolaos Ioannidis, der mit „Pike“ aus 12 Metern verzog (11.), die ersten Ausrufezeichen.

Die kalte Dusche von Finks 1:0 nach dem ersten guten Chemnitzer Angriff steckten die Gäste gut weg. Eine Viertelstunde später schlug wieder Griechen-Knipser Ioannidis zu — sein drittes Tor innerhalb von drei Tagen und das vierte insgesamt. „Die Euphorie um ihn herum muss er jetzt erst mal einordnen“, meinte Bergmann, „das ist im Moment nicht ganz so einfach“.

In der zweiten Hälfte trotzten die Rostocker dem Chemnitzer Druck und der zunehmenden Hektik. Und das nach der unnötigen Gelb- Roten Karte für Shervin Radjabali-Fardi (wegen Spielverzögerung) sogar 20 Minuten in Unterzahl. Nach der englischen Woche lautete Bergmanns Erkenntnis: „Wir können auch bei Spitzenmannschaften bestehen und jeden schlagen. Jetzt müssen wir gierig bleiben, weiter zu punkten.“

Statistik
Chemnitz: Pentke — Conrad, Cinar, Bankert, Birk — Kegel, Stenzel (90. Wachsmuth),— Garbuschewski, Pfeffer (77. Landeka)— Förster (77. Semmer), Fink.

Rostock: Brinkies — Mendy, Ruprecht, Pelzer, Radjabali-Fardi — Grupe, Haas (68. Schünemann) — Weidlich (73. Pett), Blacha — Ioannidis (90. Jakobs), Savran.

Tore: 1:0 Fink (14.), 1:1 Ioannidis (30.). Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein). Zuschauer: 8360. Gelb-Rote Karte: Radjabali-Fardi wegen unsportlichen Verhaltens (71.). Gelbe Karten: Pfeffer, Conrad, Fink / Ioannidis.

Kai Rehberg

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