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Sportmix Hansa versagt auf ganzer Linie
Sportbuzzer Sportmix Hansa versagt auf ganzer Linie
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01:50 27.08.2014

Die Suche nach einer Wunschformation gestaltet sich manchmal schwierig. Hansa-Trainer Peter Vollmann kann davon ein Lied singen. Er hat sie noch nicht gefunden. Im Gegenteil: Die Rostocker stolpern in der 3. Fußball-Liga weiter von einer Verlegenheit in die nächste. Hansa kassierte gestern Abend im Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach eine verdiente 1:3 (1:2)-Heimpleite. Damit wartet der Klub in diesem Jahr weiter auf einen Heimsieg. „Mein Fazit ist, dass die Mannschaft will, aber einfach nicht kann“, konstatierte Vollmann.

Drei Tage nach dem verrückten 4:4 von Regensburg knüpften die Hanseaten nahtlos dort an, wo sie in Bayern aufgehört hatten — mit haarsträubenden Abwehrfehlern. Nach einem verlorenen Kopfballduell von Stuff hatte Sohm urplötzlich freie Bahn. Der SG-Stürmer lief frei auf FCH-Torhüter Hahnel zu und schob flach zum 1:0 (5.) ein. Nach dem frühen Rückstand herrschte Chaos in den Rostocker Reihen. Die Gastgeber wirkten völlig verunsichert. Nur drei Minuten nach dem ersten Schock leistete sich Vidovic, der in der Innenverteidigung den Vorzug gegenüber Ruprecht erhalten hatte, einen folgenschweren Fehlpass. Völlig unbedrängt spielte er den Ball in die Beine von Skarlatidis, der Senesie bediente. Der Ex-Dortmunder vollstreckte mit einem trockenen Flachschuss — 2:0 (8.). Die 8500 Zuschauern in der DKB-Arena quittierten den ideenlosen Auftritt mit Pfiffen.

Das Fehlpass-Festival setzte sich auch in der Offensive fort. Hansa brachte kaum einen gelungenen Spielzug zustande. Eine Standardsituation half. Nach einem kurz ausgeführten Eckball von Bickel flankte Jakobs in den Strafraum — Srbeny köpfte zum 1:2 (24.) ins Eck.

Die besseren Chancen besaß weiterhin der Aufsteiger. Sohm verzog mit einem Schlenzer knapp (40.). Auf der Gegenseite verpasste Ziemer den Ball nach einer Bickel-Eingabe nur um Zentimeter. Im direkten Gegenzug brannte es erneut lichterloh vor dem Hansa-Gehäuse. Skarlatidis‘ Schuss ließ Hahnel abprallen, in den Nachschuss von Rizzi warf sich Pelzer .

Die Hoffnungen auf eine bessere zweite Hälfte wurden durch den „nächsten K.o.-Schlag“ (Vollmann) jäh zerstört. Krauße wollte klären, doch der Kopfball ging nach hinten los. Die Kugel sprang vom Innenpfosten zum 1:3 (48.) ins Tor — symptomatisch für das konfuse Rostocker Spiel.

Vollmann beendete das Experiment Vidovic, brachte frische Kräfte und würfelte die Mannschaft gehörig durcheinander. Im Laufe der Partie wechselte er auf sieben (!) Positionen im Vergleich zur Anfangsformation. Das war zu viel. Von konstruktivem Spiel war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Hansa versagte auf ganzer Linie und wurde vom Aufsteiger phasenweise vorgeführt. Zu allem Übel verletzte sich Starke schwer. Der Offensivmann wurde mit Verdacht auf Wadenbeinbruch vom Platz getragen.

Die Gäste waren dem vierten Treffer mehrfach sehr nahe. Den Schuss von Senesie (60.) blockte Krauße zur Ecke, den Kopfball von Sohm parierte Hahnel (68.). Hoffnung auf bessere Rostocker Zeiten sind indes nicht in Sicht. Im Auswärtsspiel am Freitag beim FSV Mainz 05 II droht die nächste Pleite. Und die Suche nach einer Stammformation geht weiter ...



Stefan Ehlers und Tommy Bastian

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