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Sportmix Hansas Heimfluch hält an
Sportbuzzer Sportmix Hansas Heimfluch hält an
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00:00 31.03.2014
Seine beste Aktion: Hansa-Routinier Milorad Pekovic steigt zum Kopfball hoch und verpasst das 3:1 nur ganz knapp. Fotos (3): Andy Bünning

Eine Kühlbox mit Eis in der einen und eine Plastiktüte mit Bandagen in der anderen Hand: Mit schmerzenden Knien und lädiertem Sprunggelenk humpelte Sebastian Pelzer nach getaner Arbeit auf den VIP-Parkplatz vor der DKB-Arena. Der Frust über einen abermals enttäuschenden Auftritt seines FC Hansa ließ den Gang des 33-jährigen Kapitäns noch schleppender werden. Pelzer hatte wieder alles gegeben, doch gereicht hat es auch diesmal nicht: Trotz einer 2:0-Pausenführung mussten die Rostocker am Sonnabend froh sein, dass sie gegen die Stuttgarter Kickers am Ende nicht noch als Verlierer vom Platz gingen. Das 2:2 vor der Saison-Minuskulisse von nur 6200 Zuschauern war das sechste Heimspiel des Jahres und das sechste, das die Rostocker nicht gewinnen konnten. Der letzte volle Erfolg vor heimischer Kulisse liegt mittlerweile dreieinhalb Monate zurück (1:0 gegen Elversberg).

Die Angst der Norddeutschen war mit Händen zu greifen, als der Stuttgarter Randy Edwini-Bonsu unmittelbar nach der Pause zum 1:2 traf (46.). „Das war extrem ärgerlich und hat uns total verunsichert“, sagte Julian Jakobs. Es passte ins triste Bild, dass der Ausgleich durch ein Rostocker Eigentor fiel: Bei einer unübersichtlichen Situation im Fünfmeterraum spitzelte Steven Ruprecht den Ball über die Linie (60.). „Nach dem Anschlusstor haben wir gespielt, als würden wir hinten liegen“, haderte Stürmer Halil Savran mit der verzagten Vorstellung seines Teams in der zweiten Halbzeit: „Wir haben um den Ausgleich gebettelt.“

Hansas Leistungseinbruch sorgte für lange Gesichter bei den wenigen Fans, die den abermals enttäuschenden Auftritt der Mannschaft mit einem Pfeifkonzert quittierten. Nach der ersten Halbzeit hatten die Zuschauer die Rostocker Kicker noch mit viel Applaus in die Kabine verabschiedet. Zu Recht, denn Hansa begann couragiert und hatte einen Start nach Maß. Schon in der zweiten Minute enteilte der schnelle Julian Jakobs seinem Gegenspieler und schoss sicher zur Führung ein. Danach hatte Hansa das Geschehen unter Kontrolle. Die Gäste waren nur ein Mal gefährlich, doch Torwart Jörg Hahnel parierte den Schuss von Marco Calamita (31.). Als Nikolaos Ioannidis wenig später auf 2:0 erhöhte (40.) schien der ersehnte Heimsieg greifbar nah. „Aber wir kriegen es über 90 Minuten einfach nicht hin“, ärgerte sich Jakobs. Die Mannschaft habe „noch nicht die Festigkeit“, urteilte Trainer Andreas Bergmann. „Wir hätten unheimlich gerne gewonnen, dann wäre ein bisschen Ruhe in die Mannschaft gekommen.“ So aber bleibt es unruhig. Intern gewinnt die Debatte um den in der Klubführung nicht unumstrittenen Cheftrainer (Vertrag bis 2015) mit jedem Misserfolg wieder an Dynamik.

Zusätzlich bitter für Hansa: Im Auswärtsspiel gegen Halle müssen die Rostocker am Sonnabend auf die erfahrenen Defensivkräfte Milorad Pekovic und Steven Ruprecht verzichten; der pikanterweise aus der Saalestadt stammende Schiedsrichter Marcel Unger zeigte ihnen die fünfte beziehungsweise die zehnte Gelbe Karte. Sebastian Pelzer wird seine Blessuren bis zum Ostderby längst auskuriert haben. Sogar schon am Mittwoch (19.30 Uhr) im Landespokal-Halbfinale gegen den Verbandsligisten Sievershäger SV will der Kapitän wieder seine Knochen hinhalten.

Statistik
Hansa Rostock: Hahnel (74. Brinkies) — Mendy, Ruprecht, Pelzer, Radjabali- Fardi — Pekovic (64. Haas), Christiansen (80. Starke) — Jakobs, Ioannidis - Weidlich, Savran.

Stuttgarter Kickers: Redl — Baumgärtel, Stein, Fennell, Leutenecker — Marchese, Braun — Calamita (46. Soriano/3,5), Ivan (90.+2 Raptis) — Edwini- Bonsu, Müller (82. Gerster).

Tore: 1:0 Jakobs (2.), 2:0 Ioannidis (40.), 2:1 Edwini-Bonsu (46.), 2:2 Ruprecht (60./Eigentor).

Schiedsrichter: Unger (Halle/Saale).

Zuschauer: 6200. Gelbe Karten: Pekovic, Savran, Mendy, Ruprecht / Braun, Müller, Leutenecker, Gerster.



Sönke Fröbe

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