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Sportmix Holger Schneider kehrt auf große Handball-Bühne zurück
Sportbuzzer Sportmix Holger Schneider kehrt auf große Handball-Bühne zurück
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00:00 18.07.2015
So kannte man ihn als Trainer des HC Empor Rostock an der Seitenlinie: Holger Schneider gab der Mannschaft engagiert taktische Anweisungen. Er wechselt nach Luxemburg. Quelle: Imago
Rostock

Fast vier Jahre lang war es ruhig um Holger Schneider — zumindest, was das große Handball-Geschäft angeht. Als der HC Empor Rostock seinen damaligen Trainer im November 2011 beurlaubte, beschloss der Ex-Nationalspieler (99 Einsätze), Abschied vom Profisport zu nehmen. Nur zwei Monate später gründete der für seine rhetorischen Fähigkeiten bekannte Güstrower auf dem Gut Schwechow bei Hagenow ein Team-Bildungszentrum. Der frühere Linksaußen hielt Vorträge, veranstaltete Workshops, leitete Führungen und vermarktete Produkte des Gutes, das für seine Obstbrände und Liköre bekannt ist.

Handball spielte für Schneider fortan nur noch eine Nebenrolle — beim Güstrower HV, den er in die MV-Liga führte. Doch dann flatterten ihm jetzt binnen weniger Wochen „drei interessante Anfragen“

ins Haus — von einem Bundes- und einem Zweitligisten sowie aus Esch, berichtet Schneider. Der 51-Jährige entschied sich für den luxemburgischen Spitzenklub.

Nach langen Diskussionen im Familienrat — Ehefrau Kerstin und Tochter Lena-Marie (15) bleiben in Güstrow — unterschrieb Schneider einen Zwei-Jahres-Vertrag. „Das Konzept stimmt einfach“, sagt der Coach, der nun in Luxemburg anheuert und neben seiner dortigen Trainertätigkeit weiterhin als Geschäftsführer einer Vertriebsgesellschaft arbeitet und somit Schwechower Produkte vermarktet.

Nach einem ersten Beschnuppern (Schneider: „Die Jungs ziehen gut mit“) wird es für den Mecklenburger ab September ernst. Nach Hin- und Rückrunde spielen die ersten sechs Teams in den Play-offs den luxemburgischen Meister aus. Als Vorjahresdritter ist Esch zudem für den Chellenge Cup qualifiziert. Schneider freut sich auf die Spiele auf internationaler Bühne. „Das hatte ich noch nicht.“ Als Trainer nicht. Zu seiner aktiven Zeit gehörte er zu den weltbesten Linksaußen. 1997 gewann der zweimalige Olympia-Teilnehmer (1988 und 1992) mit der SG Flensburg-Handewitt den EHF-Pokal.

Für Schneider ist Esch die zweite Station im Ausland. Ende der 90er Jahre war er als Spielertrainer für den österreichischen Erstligisten Bregenz aktiv. Danach kehrte er in die Heimat zurück und feierte mit Post Schwerin (2001) und dem Stralsunder HV (2008) jeweils den Aufstieg in die Bundesliga.

Doch bevor das Abenteuer Bundesliga am Sund begann, das für den Verein zum sportlichen und finanziellen Fiasko wurde, löste Schneider seinen Vertrag beim SHV auf und wechselte als Sportdirektor zum benachbarten HC Empor. Beim Traditionsklub der Hansestadt übernahm er später auch den Geschäftsführer- und den Trainerposten. Nach turbulenten Monaten und sportlichem Misserfolg wurde er entlassen.

Danach betreute er den Drittligisten Springe und den Güstrower HV. In Schwechow startete er einen Neuanfang, den er nun in Esch weiterführt.

Das hatte ich noch nicht.“Handball-Trainer Holger Schneider über seine zweite Auslandsstation
in Esch (Luxemburg)



Stefan Ehlers