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In der Wüste steigt Turnier der Superlative

Heute beginnt Handball-WM in Katar: Deutsche Männer morgen im Auftaktspiel gegen Polen In der Wüste steigt Turnier der Superlative

Noch nie gab es bessere Bedingungen für Sportler, das Budget ist mit 200 Millionen Euro auf Rekordhöhe. Der ehrgeizige Golfstaat Katar will mit der Handball-WM neue Maßstäbe setzen. Das deutsche Team peilt als Minimalziel das Achtelfinale an.

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Uwe Gensheimer (r.) wird das DHB-Team bei der WM als Kapitän anführen.

Quelle: Imago

Doha. Perfekte Bedingungen für Spieler und Fans, drei protzige neue Hallen und US-Superstar Beyoncé zur Eröffnung: Die Weltmeisterschaft in Katar stellt alles in den Schatten, was der Handball bislang gesehen hat. Mit einem Rekordbudget von über 200 Millionen Euro überließen die Scheichs nichts dem Zufall — und kauften sich sogar eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammen.

Ihre Kritiker konnten sie damit nicht besänftigen.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben, was Arenen und Organisation betrifft, alle Zielvorgaben der IHF erreicht. Ich freue mich auf eine tolle WM“, sagte Ahmed Al-Shaabi, Präsident des katarischen Handballverbandes, vor dem Eröffnungsspiel der Katarer heute gegen Brasilien im Gespräch mit der „Handball-Woche“.

Nie waren die Bedingungen für die 24 Teams besser, nie waren die Ausgaben höher: Das Turnier im Wüstenstaat wird in vielfacher Hinsicht ein Turnier der Superlative. Als der Zeitplan für den Bau der drei Luxus-Arenen aus den Fugen zu geraten schien, ließen die Macher kurzerhand ein paar tausend zusätzliche Arbeiter einfliegen. Bei der pompösen Eröffnungsfeier heute, für die die Scheichs das größte Feuerwerk in der Geschichte des Emirats angekündigt haben, soll angeblich sogar US-Popstar Beyoncé auftreten.

Die neue Sport-Großmacht will sich empfehlen - schließlich richtet Katar in den kommenden Jahren 17 weitere Weltmeisterschaften in olympischen Sportarten aus, darunter im Straßenradsport (2016), Turnen (2018), in der Leichtathletik (2019) — und nicht zuletzt im Fußball 2022.

Ihre Kritiker brachten die Ausrichter bei all dem Prunk und Protz aber nicht zum Verstummen — im Gegenteil. „Wir befürchten, dass wegen der Weltmeisterschaften noch mehr Arbeitsmigranten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen“, sagt Regina Spöttl, Expertin von Amnesty International für die Golfstaaten. Die Menschenrechtsorganisation erwartet, „dass Sportfeste nicht auf dem Rücken von Millionen von ausgebeuteten Arbeitern ausgetragen werden“.

In der Chefetage des Deutschen Handballbundes (DHB) hat man sich im Vorfeld des Turniers intensiv mit der Situation in Katar beschäftigt. Ein WM-Verzicht kam aber nicht infrage. „Ich glaube, dass Boykott oder Verzicht die falsche Antwort ist“, sagte Verbandschef Bernhard Bauer. Es gebe schließlich nichts Verbindenderes als Sportveranstaltungen, Spiele und Wettkämpfe: „Unsere Spieler werden das Land wahrnehmen. Und auf Funktionärsebene werden wir Kataris auf alle Themen ansprechen. So etwas öffnet und bringt Verständnis füreinander.“

Der Erfolg des Mega-Events im Golfstaat hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Einheimischen das Turnier annehmen. Vor dem ersten Anwurf weiß keiner so recht, ob das Versprechen von der „besten WM aller Zeiten“ und ausverkauften Hallen wirklich eingelöst wird. Das Eröffnungsspiel wird bereits einen atmosphärischen Fingerzeig geben. In der Lusail-Arena mitten in der Wüste finden mehr als 15

000 Zuschauer Platz.

Die deutsche Mannschaft absolvierte gestern ihre erste Trainingseinheit in der riesigen Multifunktionshalle. „Der erste Eindruck ist sehr, sehr positiv“, sagte Teammanager Oliver Roggisch danach:

„Die nagelneue Halle bietet beste Voraussetzungen. Wir haben Riesenbock auf das erste Spiel.“

Nach dem Auftakt morgen (17.00 Uhr) gegen Polen trifft das DHB-Team in der Gruppe D auf Russland, Dänemark, Argentinien und Saudi-Arabien. Rückkehrer Michael Kraus gibt den Achtelfinaleinzug als Minimalziel aus: „Was darüber hinaus möglich ist, da gehört auch Losglück dazu. Aber wenn wir eine vernünftige Abwehr hinstellen, brauchen wir uns vor keinem Gegner zu verstecken.“

TV: heute 18.30 Uhr, Sky: Katar - Brasilien; morgen, 17.00 Uhr, Sky: Deutschland - Polen.

Das deutsche Aufgebot
Länderspiele/Tore

Tor:

Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) 118/1
Carsten Lichtlein (Gummersbach) 187/1
Andreas Wolff (HSG Wetzlar) 9/0
Feld:

Stefan Kneer (Rh.-Neckar Löwen) 59/91
Uwe Gensheimer (RN Löwen) 98/394
Johannes Sellin (MT Melsungen) 30/74
Patrick Wiencek (THW Kiel) 66/149
Hendrik Pekeler (TBV Lemgo) 25/39
Patrick Groetzki (RN Löwen) 73/135
Steffen Weinhold (THW Kiel) 62/147
Martin Strobel (Balingen) 93/107
Erik Schmidt (TSG Friesenheim) 6/2
Michael Kraus (FA Göppingen) 120/392

Michael Müller (Melsungen) 63/131
Jens Schöngarth (TuS N-Lübbecke) 6/13
Matthias Musche (SC Magdeburg) 8/7
Fabian Böhm (Balingen-Weilstetten) 3/3 Paul Drux (Füchse Berlin) 10/24


Auf Abruf: Tor: Martin Ziemer; Feld: Sven-Sören Christophersen (beide Hannover), Michael Allendorf (Melsungen); Simon Ernst (Gummersbach); Fabian Wiede (Berlin); Tobias Reichmann (Kielce/Polen), Jacob Heinl (Flensburg); Timm Schneider, Finn Lemke (beide Lemgo); Tim Kneule (Göppingen).

 



Christoph Stukenbrock

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