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Sportmix Ins Stadion geht „Sir Erich“ nur noch selten
Sportbuzzer Sportmix Ins Stadion geht „Sir Erich“ nur noch selten
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00:00 13.06.2017

München. Erich Ribbeck musste fast bis zum Rentenalter warten, um doch noch Bundestrainer zu werden. Statt Ruhm gab es nur verbale Prügel. Auch mit 80 Jahren spielt Fußball immer noch eine bedeutende Rolle im Leben von Erich Ribbeck. Ins Stadion geht der ehemalige Bundestrainer zwar nur noch selten. Aber wie jetzt beim anstehenden Confederations Cup wird „Sir Erich“ bei den meisten Spielen als interessierter Zuschauer und Experte vor dem TV-Gerät sitzen.

Wobei das Thema Confed Cup bei dem Jubilar, der am Dienstag im rheinischen Pulheim im Kreise seiner Familie Geburtstag feiert, ganz persönlich „ausnahmslos furchtbare“ Erinnerungen weckt. 18 Jahre ist es her, als Ribbeck als Nationaltrainer den Untergang der deutschen Nationalmannschaft beim Konföderationen-Pokal in Mexiko zu verantworten hatte. „Ein Todeskommando war es nicht“, sagte Ribbeck der Deutschen Presse-Agentur beim Blick zurück. Aber er war damals doch „der Depp der Nation“.

Er erinnert sich bis heute noch lebhaft an eine Sitzung in der Frankfurter DFB-Zentrale. „Franz Beckenbauer hat zu mir gesagt: 'Erich, es ist doch egal, mit welchen Spielern du da hinfährst.

Hauptsache, du fährst'!“

Von jedem Verein durfte er nur zwei Spieler mitnehmen nach Mexiko, wo Deutschland als Europameister nach der Vorrunde krachend ausschied. Ribbeck fuhr vor allem, um Deutschlands Bewerbung für die WM 2006 nicht zu gefährden.

Obwohl Joachim Löw ebenfalls auf viele Stars verzichtet, ist die Situation eine andere meint Ribbeck: „Jogi verfügt über einen ganz anderen Fundus an jungen Spielern.“ Prügelknabe Joachim Löw? Für Ribbeck undenkbar.

Zehn Siege, sechs Unentschieden und acht Niederlagen standen nach knapp zwei Jahren in seiner mageren Bilanz als Nationalcoach.

Dabei übernahm er sozusagen mit 14 Jahren Verspätung. Der gebürtige Wuppertaler hatte eigentlich nach dem EM-Aus 1984 damit gerechnet, dass er als damaliger Co-Trainer von Jupp Derwall dessen Nachfolge antreten dürfte. Die Wahl fiel jedoch auf Beckenbauer, der Deutschland 1990 in Italien zum dritten WM-Titelgewinn führte. Ribbeck, mit 31 einst jüngster Bundesligatrainer, wurde mit 61 Jahren der am spätesten berufene Bundestrainer. Er wollte diese Herausforderung. „Sie hat mich immer am meisten gereizt.“

Mittlerweile pendelt, der als Spieler eher ungelenke Verteidiger, zwischen den Wohnorten Pulheim und Teneriffa. In die Öffentlichkeit drängt er nicht mehr: „In meinem Alter ist die Gesundheit am wichtigsten.“

Klaus Bergmann

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