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Sportmix „Kann in Sevilla nur gewinnen“
Sportbuzzer Sportmix „Kann in Sevilla nur gewinnen“
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10:51 24.03.2014

Drechsler, Riedel, Schult, Kumbernuss, Breuer das sind die Stars im DLV Aufgebot. Der gebürtige Greifswalder David Mewes, der beim SC Empor Rostock sportlich „groß“ wurde und seit 1997 für den OSC Berlin startet, gehört zu den hoffnungsvollen jungen Athleten, die sich noch einen Namen machen wollen. Mit neuer persönlicher Bestleistung (8107 Punkte) löste der 22-Jährige als drittbester deutscher Zehnkämpfer das WM-Ticket.

OZ: Aufgeregt vor dem ersten großen internationalen Auftritt?

David Mewes: Eigentlich kann ich es ganz gelöst angehen. Ich habe schon mehr erreicht, als ich vor der Saison erwarten durfte. Das heißt, ich habe nichts zu verlieren, kann an sich in Sevilla nur gewinnen. OZ: Ihr Wechsel nach Berlin hat sich also ausgezahlt?

Mewes: Ja, aber ohne die Grundlagen aus Rostock wäre die jetzige Entwicklung nicht möglich gewesen. Ich bin 1989 noch an die KJS gekommen, nachdem ich mich zuvor im Kanu, Ringen, Judo und Handball probiert hatte. Dann hat mich die Leichtathletik und dabei der Zehnkampf gepackt und nicht mehr losgelassen.

OZ: Haben Sie keine Sehnsucht nach der Ostsee?

Mewes: Sehnsucht ist vielleicht zu viel gesagt. Aber ich bin nach wie vor sehr gern bei meiner Familie in Sievershagen, bei den Freunden in Rostock und genieße es auch, mal faul am Strand zu liegen.

OZ: Die Qualifikation für die WM geschafft, ist nun im kommenden Jahr Sydney dran?

Mewes: Ich wäre ein schlechter Sportsmann, würde ich mir das nicht vornehmen. Vor der Saison wäre solch ein Gedanke sehr weit hergeholt gewesen. Jetzt weiß ich, ich kann es schaffen und deshalb werde ich darum kämpfen.

OZ: Wann werden Sie ihren Trainer Rainer Pottel überbieten, der mit 8334 Punkten einst einer der besten DDR-Zehnkämpfer war?

Mewes: Er sagt, ich hätte in jeder Disziplin noch unerschlossenes Potential und traut mir auf jeden Fall 8300 bis 8400 Punkte zu. Im nächsten Jahr will ich in diesen Bereich klettern.

OZ: Werden Sie in Spanien vor Ort von Mewes-Fans unterstützt?

Mewes: Da machen sich einige auf die weite Reise mein Vater, Bruder, Kumpels aus Rostock und Berlin. Ich habe also allen Grund, mich anzustrengen, weil ich meine Leute nicht enttäuschen will.

OZ: Was ist für Sie das Faszinierende am Zehnkampf?

Mewes: Das ist nicht nur eine sportliche, sondern auch eine geistige Herausforderung und eine Lebensphilosophie. Beim Zehnkampf kann zehnmal was danebengehen, aber andererseits heißt es auch zehnmal angreifen und um Bestleistung kämpfen. Durchgekommen zu sein, ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl.



Interview: KLAUS WEISE

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