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Klopps Lehrmeister gestorben

Frankfurt/Main Klopps Lehrmeister gestorben

Fußball-Deutschland trauert um Wolfgang Frank. Ein Trainer mit Visionen.

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Wolfgang Frank wurde nur 62 Jahre alt.

Quelle: Fotos: Imago, dpa

Frankfurt. Der Lehrmeister von Jürgen Klopp ist tot. Der frühere Bundesliga-Spieler und visionäre Fußball-Trainer Wolfgang Frank erlag in der Nacht zum S onnabend im Alter von nur 62 Jahren einem schweren Krebsleiden. „Er war für uns alle mehr als ein Trainer“, sagte Klopp faz.net. „Wir alle haben in den letzten Monaten mitgefiebert, dass sich noch mal eine Besserung ergeben möge. Bei dieser schrecklichen Krankheit war der Tod leider absehbar. Trotzdem ist das ein schrecklicher Verlust.“

Als Spieler beim VfB Stuttgart, bei Eintracht Braunschweig, Borussia Dortmund und dem 1. FC Nürnberg gehörte Frank zu den erfolgreichsten deutschen Stürmern der 70er Jahre (89 Tore in 215 Bundesliga-Spielen). Noch mehr in Erinnerung bleiben wird der gebürtige Schwabe aber als akribischer, ehrgeiziger und vor allem visionärer Trainer, der seiner Zeit zumindest in Deutschland häufig voraus war.

Rot-Weiß Essen führte er 1994 ins Endspiel des DFB-Pokals (1:3 gegen Werder Bremen), obwohl der Traditionsklub zu diesem Zeitpunkt längst als Zwangsabsteiger aus der 2. Liga feststand.

In Mainz führte er ein Jahr später mitten im Abstiegskampf als erster Trainer im deutschen Profifußball die Viererabwehrkette ein. „Für mich war das eine Offenbarung. Wir konnten mit unserem System Spiele gewinnen gegen Mannschaften, die besser waren als wir. Franks große Stärke war der klare Plan vom Spiel“, sagte Klopp der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einmal.

Die große Tragik im Berufsleben des Wolfgang Frank war: Er animierte eine ganze Reihe seiner ehemaligen Spieler wie Klopp oder Torsten Lieberknecht dazu, selbst Trainer zu werden. Doch während die dann mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurden oder seinen Ex-Klub Braunschweig von der dritten Liga in die erste führten, schaffte es Frank selbst als Fußball-Lehrer nie in die Bundesliga.

Manchen seiner späteren Profis und Vereine war er zu ehrgeizig, zu ungeduldig, zu anspruchsvoll. Nach seiner zweiten Amtszeit bei Mainz 05 von 1998 bis 2000 wurden seine weiteren Stationen meist immer kürzer und immer niedrigklassiger. Torsten Lieberknecht erzählte in einem „11 Freunde“-Interview einmal: „Die Sitzungen um halb acht morgens waren gefürchtet. Wir saßen auf alten gusseisernen Gartenmöbeln in einem winzigen Raum und frühstückten, während Wolfgang Frank seine Videokassette in den Rekorder schob und anfing, vor- und zurückzuspulen. Und dann fingen Jürgen (Klopp) und der Trainer an zu diskutieren. Da entsponnen sich die verrücktesten Dialoge, die Sitzungen dauerten ewig.“

 

OZ

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