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„Krieg der Sterne“ eskaliert

Spa-Francorchamps „Krieg der Sterne“ eskaliert

Rosberg nach Hamilton-Abschuss im Kreuzfeuer der Kritik. Ricciardo gewinnt Großen Preis von Belgien.

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Vorerst herrscht Eiszeit bei Mercedes: Nico Rosberg (l.) und Lewis Hamilton.

Quelle: Imago

Spa-Francorchamps. Pfiffe von den Fans, dazu wütende Chefs: Nico Rosberg hat auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel den „Krieg der Sterne“ eskalieren lassen und mit dem Abschuss seines Mercedes-Teamkollegen und größten Konkurrenten Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien die Silberpfeile in eine tiefe Krise gestürzt. Während Hamilton das Rennen vorzeitig beendete, sammelte Rosberg als Zweiter hinter Überraschungssieger Daniel Ricciardo im Red Bull wichtige Punkte im Titelkampf.

„Es ist okay für mich gelaufen, aber natürlich ist es für das ganze Team sehr dumm gelaufen“, sagte Rosberg. „Solange ich es mir nicht angeguckt habe, will ich über die Situation nicht sprechen.“

Eine klare Meinung hatte dagegen Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Nico ist stark gefahren, aber das Manöver war einfach Harakiri.“ Der Österreicher wusste auch schon, was das Team nun erwartet:

„Das ist natürlich ein medialer Leckerbissen.“

Noch ein bisschen deutlicher wurde Niki Lauda. „Das ist ganz einfach: Es ist für mich inakzeptabel, dass Nico Lewis in der zweiten Runde trifft“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. „Das ist wirklich enttäuschend. Wir hätten ganz einfach einen Doppelsieg holen können“, sagte Hamilton, der die entscheidende Kurve „ganz normal“ genommen habe. „Ich weiß nicht, warum mich Nico getroffen hat.“

Weltmeister Sebastian Vettel — von Startplatz drei ins Rennen gegangen — sicherte sich nach großem Kampf in der Schlussphase Rang fünf, war aber trotzdem sehr unzufrieden: „Man schickt mich an die Front, es wird scharf geschossen und es kommt mir vor, als hätte ich einen Holzknüppel in der Hand. Das Auto war genauso unberechenbar wie gestern.“

An der Spitze spielte sich ein ganz anderes Drama ab. Bei einem halbherzigen Überholversuch von Rosberg schlitzte sich der auf der Ideallinie fahrende Hamilton seinen Hinterreifen an Rosbergs Frontflügel auf, der ebenfalls beschädigt wurde. „Nico hat mich getroffen“, schimpfte Hamilton über Funk und schlich auf drei intakten Reifen Richtung Box. Rosberg verteidigte seine Führung bis zum ersten Boxenstopp, der aber wegen des Frontflügels entsprechend länger dauerte als bei der Konkurrenz. Nach einem Fehler von Vettel setzte sich Ricciardo an die Spitze und baute seine Führung kontinuierlich aus.

Ergebnisse
Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps (308,052 km): 1. Ricciardo (Australien) Red Bull 1:24:36,556 Stunden (Schnitt: 228,161 km/h); 2. Rosberg (Wiesbaden) Mercedes + 0:03,383 Minuten; 3. Bottas (Finnland) Williams + 0:28,302; 4. Räikkönen (Finnland) Ferrari + 0:36,815; 5. Vettel (Heppenheim) Red Bull + 0:52,196; 6.
Magnussen (Dänemark) McLaren Mercedes + 0:54,262; 7. Button (England) McLaren Mercedes + 0:54,580; 8. Alonso (Spanien) Ferrari + 1:01,162; 9. Perez (Mexiko) Force India + 1:04,293; 10.
Kwjat (Russland) Toro Rosso + 1:05,347; 11. Hülkenberg (Emmerich) Force India + 1:05,697; 14. Sutil (Gräfelfing) Sauber + 1:22,447.

Fahrerwertung nach 12 von 19 Rennen: 1. Rosberg 220 Punkte, 2. Hamilton 191, 3. Ricciardo 156, 4. Alonso 119, 5. Bottas 110, 6.
Vettel 98, 7. Hülkenberg 69.

Teamwertung: 1. Mercedes 411 Punkte, 2. Red Bull 254, 3. Ferrari 158, 4. Williams 150, 5. McLaren Mercedes 111, 6. Force India 100.

Nächstes Rennen: GP von Italien am 7. September in Monza.

 



Patrick Storzer

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