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Leichtathletik Kristin Gierisch jubelt über Dreisprung-Silber bei der EM
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22:12 10.08.2018
Kristin Gierisch holt sich im Dreisprung bei der EM den zweiten Platz. Quelle: Martin Meissner
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Berlin

Unter dem Hallendach ist Kristin Gierisch schon längst eine Größe im Dreisprung. Bei der Leichtathletik-EM in Berlin landete die 27-Jährige aus Chemnitz nun auch unter freiem Himmel ihren ersten Medaillen-Coup.

Mit 14,45 Metern im ersten Versuch holte die Polizeimeisterin im Olympiastadion Silber - sie flog genau einen Zentimeter weiter als die Spanierin Ana Peleteiro im letzten Durchgang.

Gierisch musste sich nur der Griechin Paraskeví Papachristou (14,60) geschlagen geben. In der Halle gewann „Kiri“ bei der Europameisterschaft 2017 den Titel, ein Jahr zuvor wurde sie Vizeweltmeisterin. Nachdem Gierisch angeschlagen durch eine Knochenhautentzündung bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro nur Elfte wurde, schaffte sie bei der WM 2017 in London als Fünfte mit 14,33 Metern den internationalen Durchbruch im Freien.

Vor der Heim-EM an der Spree hatte Gierisch eine konstant gute Form gezeigt und mit den 14,42 Metern Ende Juni beim Diamond-League-Meeting in Paris Medaillen-Hoffnungen geweckt.

Hopp, Step, Jump und Silber hieß es nun für Gierisch bei der Freiluft-EM. Bereits nach dem ersten Sprung landete sie bei 14,45 Meter. Sie sprang so weit wie noch nie in ihrem Sportlerleben, das mit dem deutschen Meistertitel der U18 im Jahr 2007 begonnen hatte. Seitdem ist für die in Zwickau geborene Blondine der Dreisprung die „schönste Disziplin der Leichtathletik, meine große Liebe“ - und Harry Marusch ihr Trainer.

„Ich verdanke dem Mann einfach alles. Der hat meine Pubertät mit mir durchgemacht, die wahrscheinlich nicht immer ganz einfach war“, sagte Gierisch. Coach Marusch trainiert auch Europameister Max Heß, der ihr am Sonntag im Finale nacheifern und seinen Titel verteidigen will.

Auch der deutsche Rekord von 14,57 Meter von Katja Demut (2011) rückt damit für Gierisch immer mehr in Reichweite. Was für eine starke Persönlichkeit die Weitenjägerin ist, zeigte sich bei ihrem EM-Triumph im März 2017 in Belgrad. Etwa einen Monat vorher war ihr älterer Bruder zwei Tage lang vermisst, konnte aber nach zwei Tagen in einem Wald von einem Suchtrupp gefunden lebend werden. Dennoch war es ein Schock für die ganze Familie. „Dieses Erlebnis wünsche ich keinem. Und doch hat es mir gezeigt, dass es um andere Sachen geht im Leben“, sagte die Sächsin, die sich danach dennoch nicht vom Weg zum Hallen-EM-Titel abbringen ließ.

dpa

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