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Marathon: Kipchoge scheitert knapp an Zwei-Stunden-Grenze

Umstrittenes Projekt in Monza Marathon: Kipchoge scheitert knapp an Zwei-Stunden-Grenze

Das in der Laufszene umstrittene Nike-Projekt „Marathon unter zwei Stunden“ ist nur knapp gescheitert. Der Kenianer Kipchoge rennt bei dem Laborversuch unter freiem Himmel eine zuvor nie erreichte Zeit.

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Eliud Kipchoge kam im Gegensatz zur angezeigten Uhrzeit offiziell nach 2:00:25 Stunden ins Ziel.

Quelle: Luca Bruno

Monza. Der Kenianer Eliud Kipchoge ist so schnell wie noch nie ein Mensch zuvor den Marathon gelaufen, darf aber nicht mit einem Eintrag in die Rekordbücher rechnen.

Der Olympiasieger kam beim Projekt „Breaking2“ des Sportartikelherstellers Nike in Monza/Italien nach 2:00:25 Stunden ins Ziel. Das Vorhaben des US-Unternehmens und drei auserwählter Athleten um Olympiasieger Kipchoge, erstmals die Schallmauer von zwei Stunden zu knacken, scheiterte knapp.

Der von Beginn an führende Kipchoge wurde wie angekündigt von sechs Tempomachern unterstützt, die in jeder Runde gewechselt wurden. Dies entspricht nicht den Regeln des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF. Den offiziellen Weltrekord über die klassische 42,195-Kilometer-Strecke hält mit 2:02:57 Stunden der Kenianer Dennis Kimetto, aufgestellt 2014 in Berlin.

Der deutsche Rekordhalter Arne Gabius bescheinigte Kipchoge dennoch eine „unglaubliche“ Leistung. „Das zeigt, was möglich ist. Das ist pure Motivation für alle Marathonläufer und auch mich“, sagte der Stuttgarter als Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Zu dem Rennen waren nur geladene Zuschauer zugelassen. „Eliud war bis Kilometer 38 auf Kurs unter zwei Stunden“, erklärte Gabius, der ebenfalls bei Nike unter Vertrag steht. Er hält seit 2015 den deutschen Rekord mit 2:08:33 Stunden.

Kipchoges Mitstreiter Zersenay Tadese (Eritrea) und Lelisa Desisa (Äthiopien) waren schon früh zurückgefallen bei einem angepeilten Tempo von 2:50 Minuten pro Kilometer. Tadese kam nach 2:06:51 Stunden ins Ziel, Desisa völlig entkräftet nach 2:14:10.

Kipchoge hingegen spulte die Kilometer mit beeindruckender Gleichmäßigkeit und ohne die Miene zu verziehen ab. „Ich bin trotzdem glücklich“, sagte der 32-Jährige nach dem Lauf. „Die letzten zwei Runden waren wir etwas hinter dem Zeitplan. Ich hoffe, das nächste Mal klappt es.“ Seine Bestzeit stand bislang bei 2:03:05 Stunden, gelaufen im vergangenen Jahr beim London-Marathon. In Rio de Janeiro gewann Kipchoge Gold in 2:08:44 Stunden. Möglicherweise greift der Kenianer nun beim Berlin-Marathon am 24. September den offiziellen Weltrekord an.

Das Trio war um 05:45 Uhr auf dem 2,4-Kilometer-Automobil-Rundkurs bei zwölf Grad Celsius und Windstille gestartet. Vor den Läufern fuhr ein Elektrowagen mit einer großen Anzeigetafel, die auch noch etwas Windschutz bot. Mitarbeiter aus dem Ärzte- und Wissenschaftsteam begleiteten die Ausdauerspezialisten auf Fahrrädern. Nike hatte mit großem finanziellen und wissenschaftlichen Aufwand versucht, diese Schallmauer in der Leichtathletik zu durchbrechen. Das Projekt hat das Unternehmen nach Medienangaben etwa 30 Millionen Euro gekostet.

Die drei Weltklasseathleten haben eine siebenmonatige Vorbereitung hinter sich. Nike verspricht sich von der PR-Aktion einen großen Werbeeffekt und will einen neuen Laufschuh promoten.

dpa

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