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Sportmix Löst die DFB-Elf heute das WM-Ticket?
Sportbuzzer Sportmix Löst die DFB-Elf heute das WM-Ticket?
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03:45 10.09.2013
Einsatzstark: Miroslav Klose (r.), hier im Duell mit Garics, hat den Rekord des legendären Gerd Müller (68 Tore) eingestellt. Quelle: Getty Images

Tórshavn — Ganz vorne in der ersten Reihe grübelte Joachim Löw beim ruhigen Flug auf die Schafsinseln über den Matchplan. Nach der anschließenden Fahrt über die Insel nach Tórshavn war ihm endgültig klar, dass sein 97. Länderspiel als Bundestrainer kein alltägliches wird. „Die Insel macht einen sehr rauen Eindruck. Und ich denke, dass wir es morgen mit rauen und toughen Spielern zu tun haben“, erklärte Löw vor dem WM- Qualifikationsspiel gegen die Färöer.

Nach dem souveränen 3:0 gegen Österreich wird der DFB-Chefcoach gegen den 175. der Weltrangliste keine Ausreden zulassen. „Ich möchte keine Spieler hören, die aufgrund der anderen Umstände jammern“, lautete seine deutliche Ansage. „Auf den Färöer sind andere Bedingungen, wir spielen auf Kunstrasen, es ist windig. Aber das darf uns nicht interessieren“, schärfte Löw seinen nach dem Ausfall von Marco Reus (Infekt) noch 20 Akteuren ein. „Hinter dem einen Tor habe ich Glas gesehen, hinter dem anderen eine Betonwand. Ich hoffe, dass wir trotzdem das Tor treffen“, sagte der Bundestrainer gestern Nachmittag nach seinen ersten prüfenden Blicken im Tórsvollur-Stadion, das sich im Umbau befindet.

Das DFB-Team will als Tabellenführer den ungewohnten Verhältnissen in Tórshavn, der kleinsten Hauptstadt der Welt, trotzen. Bei der weichen Landung auf dem „Vaga Flughavn“ schauten alle Nationalspieler interessiert aus den Fenstern auf die wolkenverhangenen Berge. „Es gibt überall Einfamilienhäuser, keine Hochhäuser. Es ist farbenprächtig, fantastisch schön“, schilderte Löw seine ersten Eindrücke.

Nur 4000 Zuschauer, darunter fast 1000 aus Deutschland, können das zweite Gastspiel eines deutschen Nationalteams auf den Färöer sehen. Insgesamt leben gerade einmal rund 50 000 Menschen auf den von Dänemark verwalteten Inseln. „Das Einzige, was mich hier interessiert, ist, die drei Punkte zu holen — und das werden wir auch tun“, unterstrich Löw.

Nach einer 50-Kilometer-Busfahrt vom Flughafen Vagar über die malerische Hügellandschaft und durch einen Tunnel auf die Nachbarinsel Streymoy bezog der DFB-Tross in Tórshavn sein Quartier. Dort wohnt man gemeinsam mit den Färingern unter einem Dach. Für Löw kein Problem: „Der Gegner wird uns im Hotel nicht in die Quere kommen.“

Wenn Schweden in Kasachstan nicht gewinnt, wäre mit einem Sieg das WM-Ticket auch rechnerisch gelöst. Mit der Qualifikation würde auch die Vertragsverlängerung mit Löw, Bierhoff sowie Torwarttrainer Köpke und Co-Trainer Flick zusätzliche Fahrt aufnehmen.

So könnten sie spielen:

Färöer: Nielsen — Jóhan Troest Davidsen, Baldvinsson, Gregersen, Viljormur Davidsen — Hansson, Benjaminsen, Suni Olsen, Justinussen — Holst — Edmundson.

Deutschland: Neuer — Lahm, Mertesacker, Boateng, Schmelzer — Khedira, Kroos — Müller, Özil, Schürrle — Klose.

TV: heute, 20.45 Uhr, ARD

200 000 Euro winken für WM-Ticket
Für die deutschen Nationalspieler könnte der Ausflug zum WM-Qualifikationsspiel auf die Färöer auch zum großen Zahltag werden. Bei einem Sieg heute gegen den Tabellenletzten sowie einem gleichzeitigen Patzer von Schweden in Kasachstan stünde die DFB-Auswahl bereits als Gruppensieger fest. Das würde den Spielern eine WM-Prämie von maximal 200 000 Euro pro Mann einbringen.

20 000 Euro pro Partie zahlt der DFB im Fall einer direkten Qualifikation für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien an jeden Spieler, der zum Aufgebot gehört. Bei insgesamt zehn Spielen sind das maximal 200 000 Euro. Der DFB dürfte nach Abschluss der Ausscheidungsrunde insgesamt rund vier Millionen Euro an die Nationalspieler ausschütten.

10 Akteure könnten auf die Höchstsumme von 200 000 Euro kommen. Darunter befindet sich auch Torhüter Ron-Robert Zieler von Hannover 96, der zwar noch keine Minute zum Einsatz kam, aber immer dabei war.

Jens Mende und Klaus Bergmann

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