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Malandas Tod entsetzt die Fußball-Welt

Wolfsburg Malandas Tod entsetzt die Fußball-Welt

Das 20-jährige Talent des VfL Wolfsburg verunglückte bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A 2. Superstar de Bruyne trauert um einen „großen Freund“. Team reiste gestern ins Trainingslager.

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Im Trainingslager in Doha gedachte der FC Bayern München mit einer Schweigeminute des tödlich verunglückten Junior Malanda.

Quelle: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Wolfsburg. Trainer Dieter Hecking brach in Tränen aus, der DFB reagierte „fassungslos“ und im fernen Katar hielt der FC Bayern eine Gedenkminute ab: Der tragische Unfalltod des Fußball-Profis Junior Malanda sorgte nicht nur beim VfL Wolfsburg, sondern in der gesamten Fußball-Welt für blankes Entsetzen. Trotzdem trat der Klub die geplante Reise ins Trainingslager nach Südafrika gestern mit einem Tag Verspätung an.

„Die Lücke ist groß“, sagte Hecking am Tag nach dem Drama bei einer Pressekonferenz mit tränenerstickter Stimme. Seine Gefühle konnte er nicht verbergen, musste seine emotionalen Sätze stattdessen immer wieder unterbrechen. „Es fällt mir nicht leicht, für Mannschaft und Trainer zu sprechen“, sagte er: „Aber ich glaube, es ist die richtige Entscheidung, aus Wolfsburg wegzugehen, damit wir nicht jeden Tag daran erinnert werden.“ Am Nachmittag gedachten die Fans Malandas mit einem Trauermarsch am Stadion in Wolfsburg.

Die Mannschaft sei „in einem fürchterlichen Zustand“ gewesen, nachdem man ihnen die Nachricht vom Tod des jungen Belgiers überbracht hatte, sagte Geschäftsführer Klaus Allofs.

Auch deswegen werde man sich in den kommenden Tagen psychologische Hilfe holen, um mit der schweren Situation bestmöglich umzugehen. Einer, dem alles besonders naheging, war Wolfsburgs Super-Star Kevin de Bruyne: „Es ist so merkwürdig, wenn du deinen Freund morgens noch gehört hast und dann nachmittags solche Nachrichten erfährst. Ich habe einen großen Freund verloren. Ruhe in Frieden, du wirst immer bei uns sein“, twitterte der Belgier. „Ich habe mit Kevin gesprochen“, erklärte Allofs. „Er sagte, es ist so unwirklich, dass Junior nicht mehr da ist.“

Der Unfall hatte sich am Sonnabend 15.25 Uhr auf der A 2 in Höhe Porta Westfalia ereignet. Der 20 Jahre alte Malanda befand sich auf der Anreise nach Braunschweig, von dort wollte der VfL ins Trainingslager fliegen. Plötzlich kam der VW Touareg ohne Fremdeinwirkung wegen zu hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab, durchbrach rechts die Leitplanke und prallte gegen einen Baum. Dabei wurde Malanda, der auf dem Rücksitz gesessen haben soll, aus dem Auto geschleudert und tödlich verletzt.

Bei einem der beiden weiteren Insassen, die vorne gesessen haben, handelt es sich um den belgischen Abwehrspieler Anthony D‘Alberto vom RSC Anderlecht. Das bestätigte der Klub gestern. Ob D‘Alberto der Fahrer des Wagens war, blieb offen. Ebenfalls vorne saß ein weiterer 20-jähriger belgischer Spieler, der zuletzt bei Standard Lüttich unter Vertrag gestanden haben soll. Beide waren offenbar angeschnallt und nach dem Aufprall ansprechbar, mussten aber zum stationären Aufenthalt ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Fußball-Welt zeigte sich geschockt. „Dieser tragische Unfall macht uns alle fassungslos und tief betroffen“, erklärte DFB-Chef Wolfgang Niersbach. Fifa-Präsident Joseph Blatter twitterte: „Der Fußball verliert ein großes Talent. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“ „Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, was wir empfinden“, sagte FC-Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. „Ich habe einen Sohn in gleichem Alter — es ist einfach schrecklich.“

Unfalltod von Lutz Eigendorf bis heute ungeklärt
Bereits in der Vergangenheit fielen Bundesliga-Spieler Verkehrsunfällen zum Opfer. Eine Übersicht der bekanntesten Fälle:

Rudolf Schmidt: Der gerade vom FC Bayern verpflichtete Angreifer des Meidericher SV stirbt bei einem Unfall am 28. Juli 1966, ohne ein Spiel für die Münchner absolviert zu haben.


Jürgen Moll: Der Spieler von Eintracht Braunschweig, Mitglied der Meister-Elf von 1967, verunglückt am 16. Dezember 1968 zusammen mit seiner Ehefrau auf der Rückfahrt von einem Urlaub auf eisglatter Autobahn tödlich. Lutz Eigendorf: Bis heute ungeklärt sind die Umstände, die am 5. März 1983 zum Unfall des Braunschweigers führten. Der vier Jahre zuvor aus der DDR geflüchtete Spieler kommt mit seinem Sportwagen auf nasser Fahrbahn von der Straße ab und prallt unangeschnallt gegen einen Baum.

Maurice Banach: Der Top-Torjäger des 1. FC Köln, eines der hoffnungsvollsten Stürmertalente der Bundesliga, stirbt am Morgen des 17. November 1991 auf der A 1 nahe Remscheid. Sein Wagen prallt gegen einen Brückenpfeiler und geht in Flammen auf.
„Ruhe in Frieden“
Der tragische Tod von Junior Mandala hat in der gesamten Fußball-Welt Bestürzung ausgelöst.

Marc Wilmots, Nationaltrainer Belgien: Der belgische Fußball verliert
eines seiner größten Talente. Mein tiefstes Mitgefühl gilt der Familie und den Bekannten von Junior Malanda.

Kevin-Prince Boateng, Schalke 04: 

Leben ist mehr als Fußball und alles Materielle ... All meine Anteilnahme an die Familie von Malanda!

Vincent Kompany, Nationalmannschafts-Kapitän Belgien: Unbeschreiblich. Welche Trauer. In Gedanken mit ganzem Herzen bei den Angehörigen von Junior Malanda. Ruhe in Frieden, kleiner Bruder.

Jörg Schmadtke, Geschäftsführer 1. FC Köln: Sein Tod ist tragisch und trifft die Fußballfamilie sehr. Es sind solche Momente, in denen man sich bewusst wird, dass der Fußball, bei allem Druck, bei weitem nicht das Wichtigste ist.

Heribert Bruchhagen, Vorstandschef Eintracht Frankfurt: Wenn ein so junges Mitglied der großen Fußball-Familie auf solch eine tragische Weise aus dem Leben gerissen wird,

erfüllt uns diese Nachricht mit tiefer Trauer.

Thibaut Courtois, Nationalspieler Belgien: RIP (Ruhe in Frieden) Junior Malanda! Wir verlieren ein riesiges Talent und eine große Person!

Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL: Wir sind tief bestürzt über dieses tragische Unglück und trauern mit dem VfL Wolfsburg um seinen Spieler.

 



Thomas Wolfer und Jörg Soldowisch

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