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Laudas Doppelrolle: Aufsichtsrat als TV-Kritiker

Melbourne Laudas Doppelrolle: Aufsichtsrat als TV-Kritiker

Niki Laudas heikler Spagat zwischen Aufräumer und TV-Kritiker könnte den Hausfrieden beim Formel-1-Rennstall von Mercedes gefährden.Auch nach seiner Berufung zum Aufsichtsratschef des Werksteams will der dreimalige Weltmeister in dieser Saison weiter als scharfzüngiger Experte bei RTL auftreten und seinen neuen Arbeitgeber dabei keineswegs schonen.

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Niki Lauda tritt trotz seiner Berufung zum Aufsichtsratschef bei Mercedes weiter als TV-Experte auf. Foto: David Ebener

Melbourne. n. „Ich habe einfach kein Problem, das zu sagen, was die Wahrheit ist. Und das wird auch so bleiben“, kündigte der Österreicher vor dem Saisonstart in Melbourne am Sonntag gewohnt unverblümt an.

Beim schwäbischen Autobauer gibt man sich noch gelassen. „Wenn Sie Niki Lauda kennen, wissen Sie, dass man Niki Lauda nicht sagen kann, was er tun soll oder nicht. Das wäre auch sicher das falsche Signal“, sagte der neue Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Frei übersetzt: Lauda wird sich den Mund und die TV-Auftritte vor Millionen von Zuschauern nicht verbieten lassen.

„Wenn mir etwas positiv oder negativ auffällt, ist es meine Pflicht als Experte, das auch zu benennen. Das weiß auch Mercedes und hat überhaupt kein Problem damit“, versicherte Lauda. Seit 1995 gehört der Mann mit der Kappe zum Expertenteam des Kölner Senders. Er könne zwischen den beiden Aufgaben klar trennen und habe an den Grand-Prix-Wochenenden ohnehin keine Funktion an der Rennstrecke, erklärte Lauda. Aus einer „Hubschrauberperspektive“ werde er dann Probleme auch „intern zum Ausdruck zu bringen“.

Genau hier hofft Landsmann Wolff auf Laudas Fingerspitzengefühl. Das Team ist nach drei Jahren voller Rückschläge im Umbruch, Misstöne oder Plaudereien über Interna vor laufender Kamera könnten zum Störfaktor werden. „Wir haben ein offenes Verhältnis, wir können uns alles sagen“, betonte Wolff, der die Aussprachen aber sicher lieber hinter verschlossener Tür als vor dem Fernsehpublikum führen will.

Die RTL-Verantwortlichen hoffen im Sinne der Quote auf das Gegenteil. „Ein TV-Experte muss qua Funktion meinungsstark und kritikfreudig sein. Diesen klaren Anspruch haben wir als Sender formuliert und diesen Anspruch hat Niki Lauda auch an sich selbst“, sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe. Lauda werde „mit seiner Meinung nicht hinterm Berg“ halten, „egal, welches Team oder welcher Fahrer gerade betroffen ist“, fügte Loppe hinzu.

Mit dieser spannenden Konstellation geht RTL in seine 23. Formel-1-Saison. Zu sehen sind weiter sonntags die Rennen und samstags das Qualifying. Neben Lauda sind auch die anderen bewährten Gesichter wieder dabei. Kommentatoren bleiben Heiko Waßer und Christian Danner, Moderator ist Florian König. Als Boxenreporter ist erneut Kai Ebel im Einsatz. Bei den Quotenerwartungen gibt sich RTL wegen des umkämpften TV-Markts zurückhaltend. Die Formel 1 werde sich aber „weiterhin als die populärste und meistgesehene TV-Sportart neben dem Fußball“ erweisen, sagte Sportchef Loppe.

Neu in der kommenden Saison ist, dass Sport1 das Freie Training am Freitag überträgt. Der Spartensender löst den Nachrichtensender n-tv ab. Sport1 hat bis 2015 laufende Sublizenzen bei RTL erworben und darf an den beiden folgenden Tagen auch Zusammenfassungen zeigen.

Auch der Bezahlsender Sky bleibt bei der Formel 1 im Rennen. Neuer Kommentator ist Sascha Roos. Der 41-Jährige löst Jacques Schulz ab, der zuvor 289 Grand Prix kommentiert hatte.

dpa

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