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Motorsport Reifenlieferant: „Teams eine schwierige Aufgabe stellen“
Sportbuzzer Sportmix Motorsport Reifenlieferant: „Teams eine schwierige Aufgabe stellen“
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09:46 08.03.2013
Paul Hembery ist der Motorsportchef vom Reifenhersteller Pirelli. Foto: Diego Azubel
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Berlin

a.

Wie schwer ist es, in diesem Jahr die Reifen zu verstehen?

Hembery:

„Der Vorteil in diesem Jahr ist, dass wir keine großen technischen Änderungen an den Autos haben. Die Autos starten auf einer Grundlage, die ähnlich zu der von 2012 ist. Die Teams werden daher ihre Autos viel besser verstehen, und wie sie diese auf die Reifen abstimmen müssen. Ich bin sicher, dass sie sehr schnell darauf kommen werden, wie sie das Maximum aus dem Auto und den Reifen rausholen können.“

Zu welchem Zeitpunkt werden die Teams die Geheimnisse der Reifen vollständig entschlüsselt haben?

Hembery:

„Wahrscheinlich nach sieben oder acht Rennen. Dann hat man einen Mix von Strecken hinter sich gebracht. Im Vorjahr haben wir gesehen, dass die Teams vor der Halbzeit der Saison, nach acht oder neun Rennen, wussten, was sie machen mussten, um die beste Leistung aus den Reifen herauszuholen.“

Wird es zu Beginn der Saison wegen der noch unberechenbaren Reifen wieder so viele verschiedene Sieger geben?

Hembery:

„Nein. Natürlich würden viele Zuschauer gern wieder sieben verschiedene Sieger in sieben Rennen sehen wie im vergangenen Jahr. Aber es ist unwahrscheinlich, dass sich das wiederholt.“

Inwiefern hat Sie die Kritik aus der Frühphase der Vorsaison an den angeblich zu wechselhaften Reifen beeinflusst?

Hembery:

„Die Realität ist doch, dass die technische Herausforderung für alle die gleiche ist. Es ist eben die Aufgabe der Ingenieure, schneller als ihre Konkurrenten herauszufinden, wie sie das Maximum aus dem Paket herausholen können. Sie haben uns nur gebeten, dass alle die gleiche Chance haben. Das bleibt auch so. Und daher hat uns die Kritik nicht beeinflusst. Wir sind am Ende der Saison dann dafür kritisiert worden, weil es das Risiko gab, dass einige Rennen ziemlich langweilig hätten werden können. Wir wussten daher, wenn wir nichts ändern, dann könnte es in diesem Jahr eintönig werden.“

Was ist die größte Herausforderungen für Sie bei der Herstellung von Formel-1-Reifen?

Hembery:

„Es wird sicherlich einfacher, wenn man Erfahrung hat. Wir sind jetzt zwei Jahre dabei, das spürt man natürlich. Allerdings testen wir unsere Reifen zunächst mit einem Auto, das den aktuellen Boliden nicht sehr ähnlich ist. Wir werden bei unseren Tests wieder ein Renault-Modell aus dem Jahr 2010 nutzen. Und wenn wir in diesem Sport bleiben, kommen 2014 enorme Änderungen im Reglement auf uns zu. Man könnte also sagen: Egal, womit wir testen, es wird nie vergleichbar sein mit dem, was wir dann auf der Rennstrecke sehen werden. Also müssen wir mehr und mehr mit den Simulatoren der Teams arbeiten, um zu verstehen, wie die Reifen mit den neuen Autos funktionieren. Damit werden wir anfangen, sobald feststeht, dass wir über die Saison hinaus weitermachen.“

Wie sieht es denn bei diesen Verhandlungen aus?

Hembery:

„Wir würden gern bleiben, so lange es für Pirelli auch geschäftlich Sinn macht. Die Gespräche laufen. Wir hoffen, dass es eher früher als später eine Entscheidung gibt.“

Gibt es eine Frist für die Entscheidung?

Hembery:

„Darüber haben wir noch nicht gesprochen. Aber natürlich gibt es einen Punkt, an dem wir uns als Unternehmen überlegen müssen, was wir mit den Ressourcen machen, die wir im Moment für das Formel-1-Projekt einsetzen. Wir können nicht ewig warten.“

Was macht die Formel 1 so attraktiv für Pirelli?

Hembery:

„Es ist eine globaler Sport, das ist ziemlich einzigartig. Es gibt nur wenige davon, die meisten sind eher regional oder haben nur alle vier Jahre Weltmeisterschaften. Die Formel 1 geht in alle Ecken der Welt. Wie Pirelli will auch die Formel 1 in Asien, den USA und Russland wachsen. Da haben wir die gleichen Interessen.“

Was erhoffen Sie sich für die neue Saison?

Hembery:

„Wir hoffen, dass wir den Teams eine schwierige Aufgabe für den Start der Saison gestellt haben und dass daraus dann aufregende Rennen resultieren. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, natürlich müssen die Teams den größeren Anteil leisten. Wir hoffen, dass wir erfüllt haben, was sie von uns verlangen: eine technische Herausforderung, zwei oder drei Boxenstopps pro Rennen und insgesamt einen attraktiveren Sport.“

dpa

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