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Motorsport Ricciardo gewinnt in Shanghai - Vettel nach Crash Achter
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12:55 16.04.2018
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Shanghai

Nach einem unverschuldeten Crash mit Max Verstappen sprach sich WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel noch unmittelbar nach dem Formel-1-Spektakel von Shanghai mit dem ungestümen Youngster aus.

Ein viel zu aggressives Überholmanöver des wilden Red-Bull-Piloten zwölf Runden vor Schluss raubte dem deutschen Ferrari-Star am Sonntag schließlich alle Chancen auf seinen dritten Saisonsieg nacheinander und warf ihn bis auf Position acht zurück. Vettel erlitt auch wegen eines verpatzten Boxenstopps beim sechsten Grand-Prix-Erfolg des furiosen Red-Bull-Fahrers Daniel Ricciardo seinen ersten WM-Dämpfer.

„Man hat gesehen, dass es auf seine Kappe geht. Im Endeffekt hat es unser beider Rennen zerstört, zum Glück konnten wir beide noch weiterfahren. Mit so einer Aktion kann man auch größeren Schaden anrichten“, meinte Vettel besonnen, nachdem er Verstappen einen Klapps auf die Schulter gebeben hatte. Viel mehr ärgerte den WM-Spitzenreiter aber ein schlecht getimter Boxenstopp, der den Pole-Mann die Führung gekostet hatte.

„Ich bin sauer, das Rennen war am Ende scheiße. Es war meine Schuld“, räumte Verstappen ein, der nach einer Zehn-Sekunden-Strafe immerhin noch Fünfter wurde. Mercedes-Mann Valtteri Bottas raste in seinem 100. Grand Prix vor Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen auf Position zwei. Nach einem sehr durchwachsenen Wochenende reichte es für Weltmeister Lewis Hamilton noch zu Platz vier.

Der Brite fuhr aber zum 28. Mal nacheinander in die Punkte und stellte damit einen Rekord auf. Renault-Pilot Nico Hülkenberg schloss das dritte Saisonrennen als Sechster ab. Vettel bleibt mit 54 Punkten WM-Spitzenreiter vor Hamilton (45).

Dank einer aggressiven Reifenstrategie mit zwei Boxenstopps raste der nur als Sechster gestartete Ricciardo zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg seit Baku im vergangenen Jahr. „Ich gewinne keine langweiligen Rennen. Es kam unerwartet“, sagte Ricciardo und feierte obligatorisch mit einem „Shoey“, indem er Champagner aus seinem Schuh schlürfte.

Vettel konnte seine imposant herausgefahrene 52. Karriere-Pole auch nach dem Erlöschen der Roten Ampeln anfangs verteidigen. Sein Teamkollege Kimi Räikkönen fiel allerdings nach den ersten Metern vom zweiten auf den vierten Rang zurück. Das schränkte die strategischen Möglichkeiten der Scuderia ein, da ein möglicher Puffer zu den Verfolgern erstmal wegfiel.

Hamiltons Stallrivale Valtteri Bottas ging nämlich noch in der ersten Kurve am finnischen Ferrari-Piloten vorbei und machte Jagd auf den deutschen Pole-Setter. Red-Bull-Youngster Max Verstappen erwischte einen starken Start und raste von Position fünf auf drei vor. Hamilton, von Platz vier gestartet, folgte als Fünfter.

Nachdem sich Vettel vor einer Woche in Bahrain mit einer riskanten Reifenstrategie noch hauchdünn als Sieger ins Ziel geschleppt hatte, gab es nun wieder einen Strategiepoker. Nachdem die beiden Red Bulls um Verstappen und Ricciardo in Runde 18 die härteren Reifen bekamen, holte sich Hamilton einen Umlauf später ebenfalls diese Mischung. „Mach das Gegenteil zu Räikkönen“, rieten die Strategen bei Mercedes, denn der Ferrari-Mann blieb vorerst weiter draußen.

Bottas machte es seinem Teamkollegen mit einem vorgezogenen Stopp in Runde 20 gleich und machte damit Druck auf die Ferrari-Strategen. Erst danach kam Vettel an die Box. Mit frischen Pneus schaffte es der Heppenheimer aber nicht mehr vor dem Finnen zurück auf die Strecke. „Gut gemacht“, lobte die Crew ihren Mercedes-Mann. Der Plan mit dem nun führenden Räikkönen als Vettel-Bremse für Bottas klappte nicht. Mit abbauenden Reifen musste der Ferrari-Fahrer seinen Landsmann im 27. Umlauf vorbei lassen, ehe er in die Garage kam.

Dann krachten die beiden Toro-Rosso-Piloten Brendon Hartley und Pierre Gasly ineinander. Das Safety Car fuhr auf den Kurs, das Feld zog sich zusammen. Red Bull verpasste seinem Duo frische Reifen, Vettel fand sich als Zweiter zwischen Bottas und Hamilton wieder. Nach fünf Runden gab die Rennleitung das Geschehen wieder frei. Hamilton versuchte, die Red Bulls abzuwehren. Wie schon in Bahrain kam ihm Verstappen gefährlich nahe, musste aber beim Zweikampf einen Ausflug ins Kiesbett machen. Schließlich ließ Hamilton die deutlich schnelleren Ricciardo und Verstappen aber doch passieren.

In Runde 44 krachte der ungestüme Niederländer jedoch auf der Innenseite der Haarnadelkurve in Vettels Wagen. Der Ferrari drehte sich, der Hesse fiel zurück. Verstappen erhielt eine Zehn-Sekunden-Strafe für die Kollision beim völlig missglückten Überholmanöver. Vettel wurde weit zurückgeworfen und konnte als am Ende Achter nicht mehr weiter nach vorne fahren.

dpa

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