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Vettel: „WM-Pokal soll in meiner Vitrine bleiben“

Melbourne Vettel: „WM-Pokal soll in meiner Vitrine bleiben“

Von Trennungsabsichten will Sebastian Vettel nichts wissen. „Der WM-Pokal soll noch etwas länger in meiner Vitrine stehen bleiben. Das ist auch der Grund, warum ich Formel 1 fahre“, sagte der Titelverteidiger im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

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Sebastian Vettel gewann in der letzten Saison seinen dritten WM-Titel in Serie. Foto: Jens Buettner

Melbourne. Auch drei WM-Triumphe in Serie haben den Hunger des Hessen nach immer neuen Siegen und Rekorden nicht gestillt. Vier Titel nacheinander, das haben bislang nur Ikone Juan Manuel Fangio und Rekordchampion Michael Schumacher geschafft.

Im Jahr nach Schumachers endgültigem Rücktritt will Vettel es nun seinem Kumpel nachmachen und die fast unglaubliche Erfolgsstory fortschreiben. „Ich liebe den Sport und die Herausforderung“, erklärte der 25-Jährige seine ungebrochene Motivation. Schon am vergangenen Montag machte sich der Heppenheimer auf den Weg Richtung Südsee, um sich frühzeitig für den Großen Preis von Australien zu akklimatisieren.

Bloß nicht nachlassen, nichts als selbstverständlich nehmen - das ist Vettels Devise. Auch nach 26 Grand-Prix-Siegen und 36 Pole Positions in nur 101 Rennen sieht der jüngste Dreifach-Weltmeister der Geschichte noch immer genug Raum für Verbesserungen. „Das ganze Team darf sich trotz des Erfolges niemals auf die faule Haut legen“, befahl der Red-Bull-Pilot.

Vettel kennt das Spiel ja längst zur Genüge. „Man muss von Anfang an versuchen, sich einen Vorsprung zu anderen Teams zu erkämpfen, und dann geht der Druck immer weiter, weil man diesen Vorsprung ja verteidigen muss“, erklärte er.

Auf das Vertrauen aus der Heimat kann Vettel schon mal zählen. Immerhin 48 Prozent der Deutschen halten den Red-Bull-Piloten auch in diesem Jahr wieder für unschlagbar, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa ergab. Auch Schumacher setzt auf Vettel. „Als Freund von Sebastian und angesichts der konstanten Leistung auch seines Teams würde ich wahrscheinlich auf ihn tippen“, sagte der 44-Jährige am Montag in einem Interview auf seiner Homepage.

Es werde aber „alles sehr eng zugehen“, warnte Schumacher seinen PS-Erben. Vorsicht ist geboten: An den zwölf Testtagen gelang Red Bull nur einmal die Bestzeit durch Mark Webber in Barcelona. Ansonsten gab die Form des Branchenführers eher Rätsel auf. „Wir wären ja dumm, hier zu sitzen und das Kaliber unserer Gegner zu unterschätzen. Ich bin sicher, dass dieses Jahr eine knappe und harte Saison wird“, vermutete Teamchef Christian Horner bereits.

Vettel aber zeigt sich gelassen. Er gibt nicht viel auf Testzeiten und erstaunliche Toprunden, wie sie zuletzt dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg gelangen. „Eigentlich lassen alle erst beim Qualifying in Melbourne die Hosen runter“, urteilte Vettel. Und selbst vom Ausgang des ersten der 19 Saisonrennen will er sich nicht beeindrucken lassen. „Sehr spezifisch“ sei der Stadtkurs im Albert Park, zu wenig Rückschlüsse seien daher möglich.

Mindestens bis zum Ausflug nach Bahrain müsse man sich mit Prognosen gedulden, glaubt Vettel. „Ich denke, nach den ersten vier Rennen wissen wir ein bisschen mehr. Aber mehr als ein Trend wird das auch nicht sein“, sagte er. Vettel ist bereit für einen weiteren WM-Krimi. Denn diesen Pokal, den will er nicht hergeben.

dpa

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