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Vettel gewarnt: Kumpel Kimi als Gefahr

Melbourne Vettel gewarnt: Kumpel Kimi als Gefahr

Die dauernden Niederlagen beim Badminton nerven Sebastian Vettel schon genug, jetzt aber wird Kimi Räikkönen dem Dreifach-Weltmeister auch im Formel-1-Titelrennen gefährlich.

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Kimi Räikkönen (l) und Sebastian Vettel bei der Siegerehrung in Melbourne. Foto: Diego Azubel

Melbourne. Sein beeindruckender Auftaktsieg in Melbourne hat den Finnen vorerst zu Vettels zweitem Hauptrivalen neben Ferrari-Star Fernando Alonso befördert. „Es gibt keinen Grund, auf und ab zu hüpfen. Es wird ein langes Jahr. Wir wollen am Ende vorn sein“, murmelte Räikkönen gewohnt unterkühlt vor der Weiterreise zum nächsten Rennen in Malaysia am Sonntag.

Sitznachbar Vettel dürfte genau zugehört haben. „Den Kimi hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm“, gestand der Red-Bull-Pilot nach seinem dritten Platz in Australien. Dieses Versäumnis dürfte dem Hessen so schnell nicht wieder passieren. Denn sein Lotus-Rivale, gegen den er einst jahrelang beim Federball verlor, bewies mit seiner souveränen Fahrt im Albert Park ungeahnte Qualitäten, die den 32-Jährigen in dieser Saison zum heißen Mitfavoriten machen können.

Ob in Alonso-Land Spanien oder in der Ferrari-Nation Italien: Alle waren verblüfft über und auch ein bisschen fasziniert von Räikkönnens Auftritt und huldigten dem coolen Finnen. „Kimi Räikkönen ist der beste Schumacher“, pries die spanische „El Mundo“ den Lotus-Piloten. Für die „La Gazzetta dello Sport“ gleicht Räikkönen gar einem Außerirdischen: „Er ist gelandet von einem unsichtbaren Planeten und gewinnt, als ob nichts geschehen wäre.“ Er sei die geheimnisvollste und authentischste Persönlichkeit der Formel 1.

Reden über das, was er im Auto macht, ist für Räikkönen nur lästiges Übel. Plötzlich glänzt der „Iceman“ aber auch als Reifenflüsterer. Keiner der Topfahrer schonte die empfindlichen Pneus in Melbourne so wie Räikkönen - und war trotzdem so schnell. Ein Erfolgsrezept auch für die kommenden Wochen, wie Vettel nur zu gut weiß. „Es kommt darauf an, wer am besten mit den Reifen haushaltet“, urteilte der Heppenheimer. Sein neuer Dienstwagen mit Spitznamen „hungrige Heidi“ erwies sich im Vergleich zu Räikkönens Lotus als Reifenfresser - dennoch gratulierte Vornamensgeberin Heidi Klum prompt via Twitter zum dritten Rang.

Bei Lotus beglückwünschten sie sich dagegen bereits zu ihrer gelungenen Konstruktion. „Es geht, weil das Design des Autos und das Setup es zulassen. Das war schon im vergangenen Jahr unsere Stärke“, erklärte Teamchef Eric Boullier. Kein Wunder, dass der Franzose umgehend der Konkurrenz drohte: „Wir werden versuchen, noch mehr Rennen zu gewinnen.“

Für denn Rennstall aus dem englischen Enstone hat sich die riskante Reaktivierung von Räikkönen längst bezahlt gemacht. So mancher Experte hatte zu Beginn der Vorsaison noch Zweifel geäußert, ob der Weltmeister von 2007 nach einer zweijährigen Rallye-Auszeit noch gut genug für die Formel 1 sei. Hinzu kam Räikkönens Ruf als Partyheld. Mit Saufgelagen, dem Striptease in einer Bar oder dem Sturz vom Oberdeck einer Yacht im Vollrausch hatte der Schweiger aus Espoo einst für Schlagzeilen gesorgt.

Doch Lotus setzte voll auf Räikkönen - zurecht. Nach mehreren Podestplätzen holte der Heavy-Metal-Fan in Abu Dhabi 2012 seinen ersten Sieg nach dem Comeback. Längst Kult ist sein genervter Funkspruch: „Lasst mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue.“

Auch Vettel mag diesen schrägen Typen. Eine Zeit lang waren die beiden praktisch Nachbarn in ihrer Schweizer Wahlheimat. „Ja, wir sind Freunde“, sagte Räikkönen jüngst. „Aber sobald Du ein Rennen fährst, spielt das einfach keine Rolle mehr“, fügte er hinzu.

Ganz klar, dieser Räikkönen kann auf Vettels Weg zum vierten Titel in Serie zum Stolperstein werden. Schon vor der Saison hatte der neue Gesamtführende gesagt: „Wenn Du einmal gewonnen hast, willst Du immer mehr, auch die WM.“ Spätestens jetzt ist Vettel gewarnt.

dpa

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