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Sportmix Multi-Sportevent als Klein-Olympia Europas
Sportbuzzer Sportmix Multi-Sportevent als Klein-Olympia Europas
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20:58 28.07.2018
Das Maskottchen Berlino der Leichtathletik-Europameisterschaft 2018 bei einer Präsentation auf einer Bühne. Quelle: G. Fischer
Berlin/Glasgow

Ein neues Multi-Event soll vom 2. bis 12. August die Sport-Fans in seinen Bann ziehen.

Die European Championships in Glasgow und Berlin gelten als Klein-Olympia des Kontinents und stellen ein Projekt da, wie Europameisterschaften in sieben Sportarten und 13 verschiedenen Disziplinen zeitgleich unter einen Hut gebracht werden können.

Was sind die European Championships?

Im Prinzip ist es eine Bündelung von sieben Europameisterschaften in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Radsport, Triathlon, Rudern und Golf innerhalb von elf Tagen. Nur die Leichtathletik-EM findet im Berliner Olympiastadion statt, alle anderen Titelkämpfe in Glasgow und Umgebung. Insgesamt werden vom 2. bis 12. August über 4500 Sportlerinnen und Sportler aus 52 Nationen in beiden Städten um 188 Medaillensätze kämpfen.

Was sind die Gründe, ein solches Format zu starten?

Die Europameisterschaften in den traditionellen olympischen Sporarten haben eine lange, teils über 120 Jahre währende Tradition. Wegen der immer stärkeren Dominanz des Fußballs im TV sollen die European Championships nun dazu beitragen, das Interesse an den einzelnen Sportarten wieder zu erhöhen. „Wir wollen einen Sportanlass schaffen, der die Europameister aufwertet und den die Zuschauer unbedingt in den Medien und vor Ort verfolgen wollen“, sagte der Geschäftsführer der European Championships, Marc Jörg (Schweiz), der Deutschen Presse-Agentur. „Das Ganze ist größer als die Summe der Teile.“

Wann entstand der Gedanke an ein solches Multi-Event?

Seit mehr als zehn Jahren gibt es in europäischen Verbänden das Vorhaben einer Bündelung der Titelkämpfe. Seit 2011 beschäftigt man sich konkret mit dem Projekt, das sich in ähnlicher Form auf anderen Kontinenten seit Jahrzehnten - wie bei den Asienspielen oder den Pan American Games - großer Resonanz erfreut.

Warum werden die Championships in zwei Städten ausgetragen?

Ursprünglich war nur ein Austragungsort das Ziel. Doch unterschiedliche Interessen der Verbände, Vermarktungsstrategien und TV-Verträge führten schließlich zu der jetzigen Kompromisslösung mit Berlin und Glasgow. Eigentlich wollten noch mehr europäische Sport-Verbände mit ins Boot, hatten aber zum Start der Pilot-Projekts schon fest fixierte Austragungsorte oder Fernseh-Verträge. Es ist denkbar, dass bei einem Erfolg der Premiere künftig noch mehr Sportarten bei den European Championships zur Austragung kommen.

Kann Glasgow ein solches Multi-Event überhaupt stemmen?

Mit der exzellenten Durchführung der Commonwealth Games 2014 und der Turn-WM 2015 hat die schottische Metropole beweisen, dass sie Potenzial für eine solche Massen-Veranstaltung hat. Organisation und Logistik sollten somit kein Problem sein. Ein Problem waren aber die Zeitpläne, damit sich die Entscheidungen in den verschiedenen Disziplinen nicht überschneiden.

Was erhoffen sich die veranstalteten Verbände?

„EM im Rahmen von Multisport-Meisterschaften werden mehr Sichtbarkeit haben und von mehr Zuschauern besucht werden“, sagt Georges Guelzec, der Präsident der Europäischen Turn-Union. Der bislang schon überfrachtete Termin-Kalender soll durch die Komprimierung der Sportereignisse übersichtlicher werden. Doch vor allem ist das Ziel, die in den vergangenen Jahren sinkenden Zuschauerzahlen aufzufangen.

Welche TV-Quoten werden erwartet?

Die Planungen der Fernsehsender zeigen, dass diese Spiele zu wesentlich mehr Übertragungsstunden mit weit höherer Reichweite und rund 1,3 Milliarden potenziellen Fernsehzuschauern führen. Vorgesehen sind von der European Broadcasting Union (EBU) über 2800 Sendestunden in 43 europäischen Ländern. Bei ARD und ZDF plant man mit über 100 Sendestunden und zusätzlichen Onlineangeboten. Die Zeitpläne der verschiedenen EM wurden zu einem Gesamtplan zusammen geschmiedet, um die einzelnen Bedürfnisse der Verbände mit den Interessen der Fernsehsender unter einen Hut zu bringen. Es sind tägliche Übertragungen vom Morgen bis zum späten Abend geplant.

Wie sieht die Zukunft der European Championships aus?

Sollten die Tage von Glasgow und Berlin ein Erfolg werden, steht einer Fortsetzung in vier Jahren trotz hoher Kosten für die Veranstalter sicher nichts entgegen. Das könnte die Sogwirkung für andere Verbände erhöhen, sich an dem Spektakel zu beteiligen. „Die UEG denkt, dass diese Idee funktioniert und hofft auf eine Fortsetzung 2022“, meinte die Generalsekretärin des Europäischen Turnverbandes, Lisa Worthmann.

dpa

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