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Sportmix NRW-Innenminister attackiert Schalke scharf
Sportbuzzer Sportmix NRW-Innenminister attackiert Schalke scharf
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03:31 14.09.2013
Polizisten im Schalker Fanblock. Sie wollten provozierende Plakate entfernen. Quelle: Imago
Gelsenkirchen

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger wirft Schalke 04 schwere Versäumnisse in Sachen Sicherheit vor und fordert den Fußball-Bundesligisten zum sofortigen Handeln auf. „Es kann nicht sein, dass Schalke sich nur um die Logengäste kümmert und die Kurve sich selbst überlässt. Das, was üblicherweise an Sta- dionordnung existiert, ist dort nicht umsetzbar“, sagte der SPD-Politiker gestern. Jäger hatte angekündigt, die Polizeikräfte bis auf weiteres aus der Schalker Arena abzuziehen (die OZ berichtete).

Insbesondere habe der Verein Teile seiner Anhängerschaft nicht im Griff. „Wir haben einen Teil der Ultras, bei denen der Verein sein Hausrecht nicht durchsetzen kann. Ein Teil der Schalker Ultras ist gewalttätig und tritt der Polizei massiv gewalttätig entgegen. Das ist nicht akzeptabel“, sagte Jäger.

Der Innenminister begründet seine Entscheidung mit der mangelnden Kooperationsbereitschaft des Vereins. „Wir haben eine außerordentlich gute Zusammenarbeit und Kooperation mit den Vereinen der ersten, zweiten und dritten Liga. Und das gibt es zurzeit auf Schalke nicht, da sind Vertrauen und Kooperationsbereitschaft sehr gestört, nicht erst seit dem 21. August.“ An diesem Tag war die Polizei während des Play-offs zur Champions League gegen PAOK Saloniki in den Schalker Block eingedrungen, um eine provozierende Fahne zu entfernen. Der Bundesligist kritisierte dies als „völlig unverhältnismäßig“.

Jäger (52) betonte, dass die Tür für Schalke offenstehe, knüpfte eine Rückkehr der Polizei ins Stadion aber an Bedingungen. „Die Fanarbeit muss erweitert werden. Außerdem muss mehr und qualifizierteres Sicherheitspersonal zur Verfügung stehen.“

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier hat die Polizei in Schutz und die Vereine in die Pflicht genommen. „Für die Sicherheit der Zuschauer in Fußballstadien ist der Veranstalter verantwortlich — und nur dieser. Diese Verantwortung ohne Wenn und Aber haben die Verbandsvertreter von DFB und DFL für ihre Mitglieder in den vergangenen Jahren immer wieder von uns Innenministern und -senatoren eingefordert“, sagte Caffier gestern.

Deshalb sei er erstaunt, „dass diejenigen, die ihre Hausaufgaben für die Sicherheit der Zuschauer und damit ihrer Gäste offensichtlich nicht vollumfänglich gemacht haben, sich hinterher und ohne das notwendige Wissen und Können über den Einsatz der Polizei beschweren“, meinte der CDU- Politiker.

OZ

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