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Sportmix Nach Wahnsinns-Aufholjagd: „Schmetterlinge“ im Finale
Sportbuzzer Sportmix Nach Wahnsinns-Aufholjagd: „Schmetterlinge“ im Finale
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03:32 14.09.2013
Geschafft! Die deutschen Volleyballerinnen jubeln über den Finaleinzug? Quelle: AFP
Berlin

Nach einer atemberaubenden Aufholjagd sind die deutschen Volleyballerinnen ins Endspiel der Heim-EM gestürmt und dürfen weiter vom Titel träumen. Die Mannschaft von Bundestrainer Giovanni Guidetti drehte mit einer Energieleistung ein schon verloren geglaubtes Halbfinale gegen Sensationsteam Belgien und greift nun nach dem größten Erfolg seit der Vereinigung. Trotz eines 0:2-Satzrückstands siegten die deutschen Frauen in einem Volleyball-Krimi noch mit 3:2 (18:25, 20:25, 25:21, 25:21, 15:11).

„Wir wollten es nicht zulassen, dass Belgien unser Finale spielt. Ich bin fix und fertig. Ich weiß nicht, ob ich lachen, weinen, springen oder mich hinlegen soll“, sagte Kapitän Margareta Kozuch nach dem nervenaufreibenden Match beim TV-Sender Sport1. „Im Nachhinein waren es hauptsächlich der Glaube und harte Arbeit.“

Vor 7137 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle, unter ihnen auch der neue IOC-Chef Thomas Bach, boten Kozuch und ihre Teamkolleginnen anfangs eine magere Vorstellung, feierten aber ein Gänsehaut-Comeback und treffen heute im Endspiel nun auf Weltmeister Russland, der Titelverteidiger Serbien mit 3:0 förmlich aus der Halle fegte. Belgien hofft nun zumindest im Spiel um Platz drei gegen Serbien auf einen kleinen Coup, doch nach der unglücklichen Niederlage flossen Tränen der Enttäuschung beim starken Außenseiter.

Auch IOC-Chef Bach brauchte sein Kommen nicht zu bereuen. „Ich bin seit vielen Jahren bekennender Volleyball-Fan“, sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees vor der Partie. Er habe hier noch einmal die Möglichkeit, „parteiisch zu sein“, meinte er schmunzelnd. Es war Bachs erster Besuch einer Sportveranstaltung in seinem neuen Amt.

Was der IOC-Präsident zunächst zu sehen bekam, dürfte ihn wenig begeistert haben. Das junge Team des Deutschen Volleyball-Verbandes begann nervös: zu viele Unkonzentriertheiten, zu viele leichte Fehler. Permanent liefen Kapitän Kozuch und ihre Mitspielerinnen einem Rückstand hinterher. Nicht nur Maren Brinker konnte an ihre starken Leistungen aus den ersten Spielen nicht anknüpfen.

Mit cleveren Aufschlägen, starkem Block und aggressiven Schmetterbällen sicherte sich der Weltranglisten-39. die ersten beiden Sätze.

Doch der Co-Gastgeber der kontinentalen Titelkämpfe bäumte sich mit aller Macht auf und holte sich mit einer Willensleistung noch die Sätze drei, vier und fünf. Was für ein Finish!

Nun haben die DVV-Frauen den größten Erfolg seit der Vereinigung vor Augen. Bislang holte nur die DDR in den 80ern zweimal den EM-Titel.

TV: heute, 20.00 Uhr, Sport1

Ich bin fix und fertig.

Ich weiß nicht, ob ich lachen, weinen, springen oder mich hinlegen soll.“

Margareta Kozuch (26), Kapitän der

deutschen Volleyball-Nationalmannschaft

Martin Moravec