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Nach langem Anlauf im Ziel

Rostock Nach langem Anlauf im Ziel

Beim frischgebackenen Aufsteiger HC Empor Rostock laufen die Planungen für das Abenteuer Bundesliga. Der Verein plant mit einem Etat im oberen sechsstelligen Bereich.

Rostock. Die Sonne ging auf und das in doppelter Hinsicht. Zum einen schafften die Handballerinnen des HC Empor den Aufstieg in die Eliteklasse und schrieben damit ein neues Kapital der Rostocker Handballgeschichte. Zum anderen bewiesen sie auch bei der spontanen Feier Stehvermögen die Fete dauerte bis zum Sonnenaufgang.

Erstliga-Handball der Frauen das gab's in Rostock schon einmal. Christina Neumann, Manuela Noetzel und Anja Schiller schnupperten diese Luft bereits in der Saison 2000/2001, doch es blieb ein kurzes Gastspiel im Oberhaus. „Aus der Meister- und Pokalsiegertruppe gingen An-drea Stein, Heike Dombrowski, Katrin Kohlhagen, Cerstin Colberg nach Buxtehude, Birgitt Wagner und Katja Kittler zog es nach Lützellinden. Der Aderlass war groß, denn weitere Nachwuchskräfte wie Janette Ohlmann verließen den Verein“, erinnert sich Christina Neumann.

Ein Neuanfang war gefragt. Dank der sehr guten Nachwuchsarbeit des Vereins hier ist an erster Stelle Gerhard Schumacher zu nennen konnte sich Empor schnell als feste Größe in der zweiten Bundesliga etablieren. Mehr noch: die Rostockerinnen klopften an der Tür zum Oberhaus.

Es blieb viele Jahre lang beim Klopfen, denn „Schalldämmung“ wurde vereinsintern eingebaut. Der Aufstieg lag den damaligen Verantwortlichen des Klubs offensichtlich nicht sonderlich am Herzen. „Leistungsmäßig hätten wir das packen können. Es war schon frustierend und nicht leistungsfördernd, wenn man so etwas merkt“, ist Anja Schiller noch heute sauer.

„Manu“ Noetzel, die bei Empor auch alle Höhen und Tiefen mit-erlebte, sieht die Spiele noch vor ihren Augen. „1997 gegen Rot-Weiß Auerbach scheiterten wir an den weniger erzielten Auswärtstoren (18:20/22:20). Zwei Jahre später wollten wir die Verantwortlichen gegen Trier (24:31/22:23) gar nicht erst in Verlegenheit bringen“, meint sie mir einem Schuss Ironie.

Doch die Ostseestädterinnen blieben am Ball und verloren das ganz große Ziel nie aus den Augen. Lemmels Team legte in der Saison 2000/2001 aufbauend auf den hervorragenden Beginn gegen Celle, Frankfurt und Wismar eine tolle Serie hin. Nun war die Chefetage gefragt. „Der Aufsichtsratsvorsitzende Arno Pöker hatte dem Mannschaftsrat schon im Januar signalisiert, alle wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Aufstieg schaffen zu wollen“, so Ute Lemmel. Im März gab er dann nach Gesprächen mit Hauptsponsor Alba (Gesellschafter der Stadtentsorgung) und der Seehafen-Umschlagsgesellschaft offiziell grünes Licht: „Ja, wir begleiten das Unternehmen erste Bundesliga.“

In den Reihen der Damen hofft man, dass die am 8. September beginnende Saison in der 1. Liga keinen einmaligen Charakter hat. Die wirtschaftliche Grundlage scheint gegeben. „Wir haben für die Damen einen Etat im oberen sechsstelligen Bereich abgesegnet. Dennoch hoffen wir, das sich einige regionale Firmen noch in den Verein einbringen werden“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Auch Verstärkungen müssen her. „Ute Lemmels Forderungen sind mir bekannt“, so Thomas Schneider, um im selben Atemzug hinzuzufügen: „Mit der Frankfurterin Katrin Horke sind wir uns einig. Die Verhandlungen mit dem HC Leipzig wegen der Verpflichtung von Torhüterin Peggy Brandenberger steht noch auf Ute Lemmels Liste. Sportlich gesehen ist das richtig. Der Aufsichtsrat wird am 28. Mai die Vorstellungen des neuen Vorstandes beraten und die entsprechenden Beschlüsse für den Gesamt-HCE fassen.“

Ohne die entsprechenden Voraussetzungen ist ein längerfristiges Erstliga-Engagement sicherlich nicht tragfähig. Das Faustpfand einer homogenen Truppe und einer sehr guten Nachwuchsarbeit die A-Jugend wurde gerade wieder Nordostdeutscher Meister darf man nicht aus der Hand geben. Ansonsten könnte der Rostocker Frauen-Handball eines Tages wieder dort stehen, wo er Anfang der neunziger Jahre schon mal gelandet war. Damals gab es viele, die ihr Glück woanders suchten. Und so wurde aus einem Sonnenaufgang schnell ein -untergang.



BERND-DIETER HEROLD

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