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Neustrelitz ist im Fußball-Fieber

Neustrelitz Neustrelitz ist im Fußball-Fieber

Der Verein plant für die 3. Liga und hofft auf Unterstützung vom Land. Die Infrastruktur muss verbessert werden.

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Die TSG-Spieler jubeln nach dem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg mit den Fans. Acht Spiele sind es noch bis zur Aufstiegsrelegation. Fotos (2): Tommy Bastian

Neustrelitz. Spätestens seit dem 2:1-Sieg im Topspiel der Regionalliga Nordost am Sonntag gegen den unmittelbaren Verfolger und früheren Europapokalsieger 1. FC Magdeburg drückt eine ganze Region der TSG Neustrelitz die Daumen. Der Verein aus der idyllischen Residenzstadt in der Mecklenburgischen Seenplatte ist zum Aushängeschild geworden, führt acht Spieltage vor Saisonende in der Tabelle mit sieben Punkten Vorsprung. „Das ist schon allerhand“, betont der gefeierte Trainer Thomas Brdaric. „Dennoch werden wir uns nicht zurücklehnen, sondern weiter alles geben“, ergänzt der 39-jährige Ex-Nationalspieler.

Am Sonntag strömten 4278 Zuschauer auf die Baustelle Parksta- dion. Saisonrekord! „Eine Riesensache für uns“, freute sich der Spieltagsverantwortliche Andreas Kavelmann. Das TSG-Urgestein sorgte dafür, dass alles reibungslos über die Bühne ging. „Bis auf ein paar Rangeleien nach dem Spiel gab es keine Zwischenfälle“, betonte der 52-Jährige, der seit 15 Jahren die Geschäftsstelle leitet.

Ähnlich lange dabei ist Präsident Hauke Runge. Der 51-Jährige führt den Klub seit zwölf Jahren und treibt die Zukunftsplanungen voran.

Muss er auch, denn die Infrastruktur hinkt der sportlichen Entwicklung hinterher. Das 7000 Zuschauer fassende Parkstadion ist nicht drittligatauglich. Deshalb stellte Runge gestern Wirtschaftsminister Harry Glawe und Innenminister Lorenz Caffier (beide CDU) in Schwerin das Projekt zum Ausbau der Arena vor. „Unser Ziel ist es, Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten“, sagte der verheiratete Familienvater und Unternehmer vor dem Termin. „Wir haben uns als zweite Größe in Mecklenburg- Vorpommern hinter dem FC Hansa etabliert und hoffen auf die Unterstützung der Landesregierung“, warb Runge.

Allerdings sind die Hürden hoch, die der Deutsche Fußball- Bund (DFB) für die Drittliga-Zugehörigkeit stellt. Das Stadion muss mindestens 10 000 Zuschauern Platz bieten, ausreichend Sanitäranlagen sowie getrennte Ränge und Eingänge für Heim- sowie Gästefans haben. Eine geeignete Flutlichtanlage für Abendspiele ist Pflicht. Zumindest die Lichtanlage befindet sich bereits im Bau. Sie kostet rund 600 000 Euro und wird überwiegend aus Fördermitteln des Landes sowie des Landessportbundes (beide zusammen etwa 350 000 Euro) finanziert. 216 000 Euro steuert die Stadt dazu. Der Rest kommt von der TSG Neustrelitz. „In den vergangenen sechs Jahren haben wir 1,5 Millionen Euro ins Parkstadion gesteckt. 700 000 kamen vom Verein. Dennoch schreiben wir schwarze Zahlen“, betont Runge.

Dass die Auflagen so hoch sind, dafür könne man nichts, erklärt der TSG-Chef. Finanzielle Risiken will er nicht eingehen. „Aber die Region kann ein zweites Fußballstadion neben Rostock vertragen“, glaubt Runge. Bis es Ende des Jahres so weit ist, würde Neustrelitz in den Jahn-Sportpark nach Berlin ausweichen.

Relegation: Mögliche Gegner kommen aus vier Staffeln
Sollte die TSG Neustrelitz den ersten Platz in der Regionalliga Nordost verteidigen, müsste sie in der Aufstiegsrelegation ran. Mögliche Gegner wären die Meister der anderen vier Staffeln sowie der Zweite aus dem Südwesten. Derzeit führen Bayern München II (Bayern), Fortuna Köln (West), der VfL Wolfsburg II (Nord) und die SG Sonnenhof Großaspach sowie der SC Freiburg II (beide Südwesten) ihre Ligen an. Gelost wird am 26. April in der Halbzeitpause des Drittliga-Spiels zwischen dem FC Hansa und RB Leipzig.

 



Tommy Bastian

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