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Sportmix Prozess um Ticketbetrug: Dahlmann lehnt 220 000-Euro-Angebot ab
Sportbuzzer Sportmix Prozess um Ticketbetrug: Dahlmann lehnt 220 000-Euro-Angebot ab
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00:00 29.03.2014
Michael Dahlmann (36).

Im Prozess um den groß angelegten Ticketbetrug bei Hansa Rostock ist ein von der Verteidigung erhoffter Deal mit dem Fußball-Drittligisten geplatzt. Klubchef Michael Dahlmann lehnte gestern das Angebot des Angeklagten Guido G. ab; der Hansa 220 000 Euro zur Schadenswiedergutmachung zahlen wollte. Im Gegenzug hätte Hansa auf alle weiteren Forderungen verzichten sollen. Zudem hatte das Gericht für den Fall einer Einigung zwischen beiden Parteien eine Bewährungsstrafe für G. in Aussicht gestellt.

„Ich sehe keinerlei Veranlassung, mich auf einen solchen Handel einzulassen“, teilte Dahlmann auf Anfrage mit: „Wir haben einen Schaden geltend gemacht und den wollen wir in voller Höhe ersetzt haben.“ Zumal der tatsächliche Schaden „wahrscheinlich noch wesentlich höher“ sei, fügte der 36-Jährige hinzu. Laut Anklage vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Rostock hat der ehemalige Klubangestellte Guido G. den Verein durch jahrelange, systematische Unterschlagung von Ticketeinnahmen um 213 922 Euro geprellt. Hansa fordert vom geständigen Angeklagten die volle Summe plus etwa 40 000 Euro Zinsen und die Anwaltskosten in Höhe von 6500 Euro.

Guido G., der bis vor gut einem Jahr stellvertretender Leiter des Ticketverkaufs bei Hansa war, wird Untreue in 46 Fällen in der Zeit von 2009 bis März 2013 vorgeworfen. Das Urteil gegen den 47-Jährigen soll am 9. April gesprochen werden. Sollte das Gericht Hansa dann nicht die volle Schadenssumme zusprechen, werde er das Urteil nicht akzeptieren, kündigte Michael Dahlmann an: „Dann werden wir zivilrechtlich dagegen vorgehen und versuchen, auf diesem Weg den Rest zu bekommen.“



S. Fröbe

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