Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Radsport Bahnrad-WM: Dassowerin Lea Friedrich sorgt für Furore
Sportbuzzer Sportmix Radsport Bahnrad-WM: Dassowerin Lea Friedrich sorgt für Furore
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 29.08.2017
Montichiari/Rostock

Eine Medaille war das Ziel, am Ende wurden es sogar drei, und Lea-Sophie Friedrich war die erfolgreichste deutsche Teilnehmerin bei der Bahnrad- WM der U 19-Junioren im italienischen Montichiari. „Drei Medaillen, das ist der Wahnsinn! Ich bin absolut happy“, jubelte die 17-jährige Dassowerin und feierte ihre Erfolge ausgelassen bis in den frühen Montagmorgen. Auch für Carl Hinze war es eine (fast) perfekt Weltmeisterschaft: Der 18-Jährige vom Schweriner SC trat mit zwei Silbermedaillen die Heimreise an. „Wir haben die Bilanz des deutschen Teams gerettet“, freut sich Landestrainer Erich Eichberg, der bei den Rennen vor Ort war und die erfolgreichen Athleten gestern am Flughafen Hannover in Empfang nahm.

Fünf Medaillen gewann der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bei den Titelkämpfen – an allen waren die beiden Top-Talente aus MV beteiligt: Lea-Sophie Friedrich gewann jeweils Silber im Teamsprint und im 500-m-Zeitfahren sowie Bronze im Sprint. In der abschließenden Keirin-Konkurrenz landete das Ausnahmetalent auf Rang sieben. Carl Hinze, der im Keirin-Finale unglücklich gestürzt war, fuhr im 1000-m-Zeitfahren die zweitschnellste Zeit und gewann die Silbermedaille. Zum Auftakt der Titelkämpfe hatte er bereits Silber im Teamsprint gewonnen.

„Dass es so gut läuft – damit hatte ich nicht gerechnet. Solche hohen Ziele hatten wir uns gar nicht gesteckt“, sagt Eichberg. Bei der Finalniederlage gegen die Französin Mathilde Gros, die im 500-m-Zeitfahren einen neuen Weltrekord aufstellte, blieb auch Lea-Sophie nur eine Zehntelsekunde über der alten Bestmarke der Magdeburgerin Pauline Grabosch. Im Teamsprint verpasste die Dassowerin Gold (zusammen mit Emma Götz/Elxleben) um acht Tausendstelsekunden. „Sie war auf den Punkt topfit“, sagt Erich Eichberg.

„Lea kann sich im Wettkampf sehr gut konzentrieren und alles andere ausblenden“, erklärt ihre Mutter Dörte Harms, die ebenfalls in Montichiari dabei war, eine der großen Stärken ihrer von Erfolg zu Erfolg eilenden Tochter. Schon bei der Junioren-Europameisterschaft Ende Juli im portugiesischen Anadia hatte die 17-Jährige, deren großes Vorbild die Erfurter Olympiasiegerin und Weltmeistern Kristina Vogel ist, mit drei Silbermedaillen für Furore gesorgt.

Während Carl Hinze in der kommenden Saison altersbedingt zu den U-23-Junioren wechselt, ist Lea-Sophie Friedrich (sie wird Anfang Januar 18) weiterhin bei den U-19-Titelkämpfen startberechtigt. „Wenn sie gesund bleibt, passiert da nächstes Jahr richtig was“, sagt Landestrainer Eichberg, der zudem Vorsitzender ihres Vereins RST Dassow ist.

Leas Radsport-Laufbahn begann 2011 beim SV Dassow 24, dem Heimatverein des 17-maligen Tour-de-France- Teilnehmers Jens Voigt. Trainer der beiden war Ingo Eichberg, der sich im heimischen Mecklenburg mit seinem früheren Schützling freute. Seit 2013 bis diesen Sommer besuchte die gebürtige Lübeckerin, die in Dassow aufgewachsen ist, das Sportgymnasium in Schwerin.

Lea-Sophies großes Ziel seien die Olympischen Spiele – und zwar bereits die in Tokio 2020, sagt ihre Mutter Dörte Harms: „Da wird sie auch hinkommen, wie ich sie kenne. Sie ist eine Kämpferin.“ Zumal die Rahmenbedingungen für eines der größten Talente im deutschen Bahnradsport künftig noch professioneller werden: Nicht mal eine Woche nach ihren bisher größten Triumphen beginnt Lea-Sophie Friedrich am Freitag ihre Ausbildung bei der Sportfördergruppe der Bundespolizei in Kienbaum.

Sönke Fröbe

Mehr zum Thema

Radprofis Nikias Arndt könnte bei der WM auf den Kapitänsposten nachrücken, falls der an einer Bronchitis leidende John Degenkolb nicht rechtzeitig wieder fit wird. Der WM-Kader und die Zuständigkeiten sollen spätesten am 9. September feststehen.

25.08.2017

Radprofi Warren Barguil ist vor der achten Etappe von seinem Team Sunweb von der 72. Spanien-Rundfahrt ausgeschlossen worden.

26.08.2017

Zwei WM-Titel, zwei Silbermedaillen zum Auftakt der Kanu-Weltmeisterschaften: Canadier-Olympiasieger Brendel hat erneut seine Ausnahmestellung demonstriert. Für eine Überraschung sorgt ein Sachse.

26.08.2017