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Radsport „Gorilla“ Greipel ist noch lange nicht satt
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06:30 08.09.2018
Der Rostocker Sprintstar André Greipel (36) in Jubelpose Quelle: Tim Goode
Rostock

Wird es der leise unspektakuläre Abschied aus dem Radsport oder ist es der Beginn eines neuen und erfolgreichen Kapitels in der Geschichte von Ausnahmesprinter André Greipel? Der oft als Sprintkönig gefeierte und seit Juli 36 Jahre alte Radprofi reißt gerade seine letzten Kilometer für den Lotto-Soudal-Rennstall ab. Und wie: Bei der Tour of Britain hat Greipel in den vergangenen Tagen gezeigt, dass er nicht in die Rente radelt und mal eben zwei Etappensiege eingeheimst.

„Ein paar Rennen fahre ich in diesem Jahr noch“, sagt Greipel. Bei Paris – Tours will der Mecklenburger mit Wohnsitz in Hürth noch antreten und dann beim Münsterland-Giro. Danach legt er das knallrote Trikot der Lotto-Soudal-Mannschaft für immer ab. Nach acht Jahren, in denen er für die Belgier zigtausende Wettkampfkilometer abgerissen und 92 seiner 153 Siege gefeiert hat, ist Schluss.

Der letzte Akt der zuvor nach außen stets harmonischen Beziehung war eher unerfreulich. Lotto-Soudal machte seinem langjährigen Fahrer zwar ein Angebot. Greipel – als fairer und loyaler Sportsmann bekannt – sagt nicht, dass es ein mieses war. Was auch immer die Belgier ihm geboten haben – es war zu wenig. Greipel, Markenzeichen kraftstrotzender „Gorilla“ (so auch sein Spitzname), acht Jahre lang Top-Fahrer, Führungspersönlichkeit und Werbeträger der Mannschaft, mag die Geschichte nicht erzählen, spricht stattdessen lieber über neue Herausforderungen.

Ausgerechnet während der Tour de France gaben die Belgier bekannt, dass ihr Vorzeige-Sprinter keinen neuen Vertrag bekommt. „Das hat mich nicht gerade motiviert. Ich wäre gern bei Lotto geblieben“, fasst der Sportler zusammen. Er verließ die Tour nach der zwölften Etappe vorzeitig, sagte den EM-Start ab. „Mir fehlten die Form und ein freier Kopf.“

Gemessen an Greipels Ambitionen und Vorjahreserfolgen war diese Saison keine erfreuliche: Es ging zwar mit Etappensiegen bei der Tour Down Under in Australien gut los, doch ein schwerer Sturz beim Klassiker Mailand – Sanremo zwang zu einer achtwöchigen Pause. Der Profi meldete sich mit Etappensiegen bei den „Vier Tagen von Dünkirchen“ und der Belgien- Rundfahrt zurück. Doch beim Saison-Höhepunkt, der Tour de France, schaffte er es nicht, seinen elf Etappensiegen der Vorjahre einen weiteren folgen zu lassen.

Jetzt ist er gespannt, was die Zukunft bringt. Ab 1. Januar schlüpft er ins Trikot des bislang zweitklassigen französischen Fortuneo- Samsic-Teams. „Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, Rennen zu gewinnen. Für mich ist der Wechsel ein Ansporn, die Kurve zu bekommen“, sagt der Norddeutsche.

„Es ist ein mutiger Schritt von André, in unser Team zu kommen. Er gibt sich eine neue Jugend. Er wird ein neues Team entdecken, aber auch ein neues Land und neue Rennen“, sagte der Teamchef der bretonischen Mannschaft, Emmanuel Hubert, nachdem Greipels Wechsel fix war. Fortuneo-Samsic startete in diesem Jahr mit einer Wildcard bei der Tour.

Die ist für Greipel auch im kommenden Jahr ein verlockendes Ziel. Er ist zuversichtlich, dass ihm bei den Franzosen junge, talentierte Fahrer den Weg zu den Erfolgen ebnen und sie gemeinsam bei den großen Rennen für Furore sorgen werden. Bislang war der 26-jährige Franzose Warren Barguil, der 2017 bei der Tour im eigenen Land das Bergtrikot gewann, prominentester Profi und Kapitän der Equipe.

Dass André Greipel trotz seines vergleichsweise hohen Alters zur Sprinter-Weltspitze zählt, stellte er gerade bei der Großbritannien- Tour unter Beweis. Zum Auftakt am vergangenen Sonntag zwang er auf den letzten Metern einer Etappe Caleb Ewen in die Knie. Es dürfte eine besondere Genugtuung für Greipel gewesen sein – Lotto-Soudal hat den 24-jährigen Australier als seinen Nachfolger verpflichtet.

Christian Lüsch

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