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Rauswurf und Randale nach Debakel

Rostock Rauswurf und Randale nach Debakel

Pokal-Schande: Nach der 1:2-Pleite im Halbfinale gegen Neubrandenburg ist das Trainerduo gefeuert worden.

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Betretene Mienen auf der Hansa-Bank (v.r.): Klubchef Michael Dahlmann, Chefcoach Andreas Bergmann und Co-Trainer Andreas Reinke.

Rostock. Hansas Riesenblamage im Halbfinale des Fußball-Landespokals hatte für das Trainerteam sofortige Konsequenzen. Gut eine Stunde nach der sensationellen 1:2-Heimpleite gegen den Oberligisten 1. FC Neubrandenburg, die von Fan-Randale an der DKB-Arena begleitet war, mussten Chefcoach Andreas Bergmann und Co-Trainer Andreas Reinke gehen. „Wir haben die Konsequenzen gezogen und beide Trainer beurlaubt“, teilte Klubchef Michael Dahlmann mit, der über den Pokal-K.o. „tief enttäuscht und total frustriert“ war. Auf das Auswärtsspiel am Sonnabend in Halle wird Amateurcoach Robert Roelofsen die Mannschaft vorbereiten. Er leitet ab heute das Training.

Auslöser des Dramas: Hansa kann nicht einmal mehr gegen Amateure gewinnen. Im eigenen Stadion schieden die Profis gegen die fünftklassigen Amateure aus der Viertore-Stadt sang- und klanglos aus.

Damit setzten sie ihre Talfahrt in der Liga mit einer weiteren Blamage fort. „Und ihr wollt Hansa Rostock sein?“, schallte es den Versagern nach dem Abpfiff entgegen. Nach dem Final-K.o. im Vorjahr flog der FCH diesmal schon im Halbfinale raus. Trotz der Führung von Manfred Starke (22.) gingen die Rostocker nach einem Eigentor von Denis Weidlich (39.) und einem Freistoßtreffer von Michael Freyer (60.) als Verlierer vom Platz. Nach der Roten Karte gegen Alexandre Mendy hatte Hansa das Spiel fast komplett in Unterzahl bestreiten müssen.

Nach der Partie eskalierte die Situation am Stadion. Etwa 200 aufgebrachte und vermummte Fans stürmten den VIP-Parkplatz und durchbrachen kurzzeitig die Absperrung. Zwei Dutzend Polizeikräfte hatten alle Mühe, um die Randalierer zurückzudrängen. Wenige Meter davon entfernt versuchten die herausgeeilten Spieler, beruhigend einzuwirken — vergebens. Später blockierten Fans die Zufahrt zum Stadion.

Hansa war das Halbfinale mit einer völlig neu zusammengewürfelten Truppe ohne elf verletzte oder zunächst noch pausierende Profis angegangen. Überraschend gab Amateur-Stürmer Henry Haufe (25) sein Profi-Debüt, der in der zweiten Mannschaft bereits 19 Saisontore erzielt hat. Doch die Hanseaten machten sich das Leben selbst schwer. Schon nach drei Minuten flog Verteidiger Mendy nach einer Notbremse vom Platz.

Die Hansa-Profis brauchten einige Minuten, um dem Schock zu verdauen, dann schlugen sie per Standard zu. Einen Freistoß von Schünemann versenkte Manfred Starke per Kopf. Haufe mit einem Lattenkopfball (37.) hätte für mehr Ruhe beim Favoriten sorgen können.

Stattdessen versetzten sich die Gastgeber selbst den nächsten Nackenschlag. Bei einem der wenigen Gäste-Angriffe wollte Denis Weidlich vor FCN-Stürmer Michael Freyer klären, köpfte dabei den Ball aber über Torhüter Brinkies hinweg ins eigene Tor. Die zwei Klassen höher spielenden Hanseaten konnten sich danach nur wenige Torchancen erarbeiten. Doch dann schlug der Außenseiter zu. Michael Freyer versenkte einen Freistoß aus 18 Metern über die Hansa-Mauer hinweg im Tor. Der Neubrandenburger Christoph Fischer jubelte: Wir haben 1a verteidigt und sind verdient weitergekommen. Für uns ist das ein Coup.“

Statistik
Hansa: Brinkies- Mendy, Weidlich, Ruprecht, Radjabali-Fardi — Schünemann (64. Haas), Christiansen (78. Krauße) — Jakobs, Starke — Haufe (65. Ioannidis), Savran.

1. FCN: Walter — Kühl, Riechert, Buschke, Hantke — Stövesand, Schmidt (90.+1 Kusturin), Fischer, Nawotke — Gaede (66. Parzy), Freyer (89. Mayer).

Tore: 1:0 Starke (22.), 1:1 Weidlich (39., Eigentor), 1:2 Freyer (60.). Gelb- Rot: Mendy (3.). Gelb: Radjabali-Fardi, Ruprecht, Weidlich / Riechert, Kühl.

 



Kai Rehberg

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Rostock
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