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Ronaldo zum Dritten — Neuer bleibt Krönung versagt

Zürich Ronaldo zum Dritten — Neuer bleibt Krönung versagt

Portugals Superstar ist Weltfußballer. Bei den Frauen siegt Nadine Keßler. Toni Kroos wurde in die Weltauswahl berufen.

Zürich. Koan Neuer, sondern wieder der Alte: Die Fürsprache der versammelten Fußball-Prominenz hat Manuel Neuer nichts genutzt, der alte und neue Weltfußballer heißt Cristiano Ronaldo. Der Superstar von Champions-League-Sieger Real Madrid setzte sich erwartungsgemäß gegen den Bayern- Torwart und Lionel Messi vom FC Barcelona durch.

Dem deutschen Fußball blieb gestern Abend bei der feierlichen Gala im Kongresshaus Zürich wieder mal nur die Nebenrolle, wenn auch eine gewichtige. Bundestrainer Joachim Löw und Ralf Kellermann, Coach der ChampionsLeague-Siegerinnen des VfL Wolfsburg, wurden zu den Weltbesten ihrer Zunft erklärt, Nationalspielerin Nadine Keßler zur Weltfußballerin des Jahres gekürt und die Fifa- Weltauswahl ist gespickt mit drei Weltmeistern. Neuer, dessen Bayern-Teamkollege Philipp Lahm und der gebürtige Greifswalder Toni Kroos (Real Madrid) vertreten in der von Tausenden Fußballern gewählten Elf den „vierten Stern“ — neben Bayerns Arjen Robben und natürlich Superstar Ronaldo, der alles überragt.

„Er hat Spiele alleine entschieden, über seine Tore brauchen wir nicht zu sprechen“, sagte Neuer anerkennend: „Er ist ein Weltklasse-Fußballer — und das weiß

jeder von uns.“

Zum dritten Mal nach 2008, damals noch im Trikot von Manchester United, und 2013 ist der 29-jährige Portugiese der beste Spieler des Planeten. Das war zu erwarten, beim Rekordmeister in München wurde es befürchtet. „Jeder würde es Manuel gönnen, aber diese Ehrung ist eine subjektive Wertung“, sagte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer — und brachte damit Neuers größten Nachteil auf den Punkt. Abgestimmt wurde von den Kapitänen, Nationaltrainern und Journalisten auf der ganzen Welt. In den Exoten-Ländern unter den 209 Mitgliedsverbänden der Fifa zählten Neuers überragende Leistungen auf dem Weg zum WM-Titel anscheinend weniger als Ronaldos wiederholte One-Man-Show in der Champions League und Primera Division. Zum Sieg in der Königsklasse hatte der Portugiese 17 Tore beigesteuert, natürlich Rekord. „Es war ein unglaubliches Jahr“, sagte Ronaldo. „Man darf nicht von Rekorden besessen sein — aber ich werde immer versuchen, mich selbst zu übertreffen“, kündigte er an.

Bei den Frauen triumphierte zum fünften Mal eine Deutsche. Vor Keßler waren Birgit Prinz (2003 bis 2005) und Nationaltorhüterin Nadine Angerer (2014) geehrt worden. „Ich bin sehr, sehr dankbar und stolz, hier zu sein“, sagte Keßler, die sich gegen Brasiliens Idol Marta und Abby Wambach (USA) durchgesetzt hatte: „Beide sind außergewöhnliche Fußballerinnen.“ Kellermann hielt wie Keßler in dem „überragenden Moment“, als er den Preis für den besten Trainer einer Frauenmannschaft entgegennahm, kurz inne und erinnerte an den tragischen Unfalltod des Wolfsburger Profis Junior Malanda. „Ich bitte um Verständnis, dass ich keine lange Rede halte“, sagte er.

 



Jan Mies

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