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Ruder-Ass: Im Boot muss eine Harmonie herrschen

Ruder-Ass: Im Boot muss eine Harmonie herrschen

Julia Lepke sitzt im deutschen Frauen-Achter und pendelt zwischen Rostock und Dortmund. Ziel bei der WM in Amsterdam ist der Einzug ins Finale.

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Neun Frauen in einem Boot: die Rostockerin Julia Lepke (25, 2.v.l.) mit dem Achter-Team. Oben: Steuerfrau Laura Schwensen.

Quelle: Detlev Seyb

OSTSEE-ZEITUNG: Der Frauen-Achter steigt heute ins WM-Geschehen ein. Was bereiten Sie sich auf ein Rennen vor?

Julia Lepke: Ich höre Musik — wonach mir grad der Sinn steht. Eine knappe Stunde besprechen wir das Rennen. Danach beginnt die Erwärmung.

OZ: Der Achter geht in Amsterdam als EM-Dritter an den Start. Was ist bei der WM drin?

Lepke: Wir versuchen ins Finale zu fahren und dann schauen wir, was geht. Jetzt sind die USA und China dabei, die beim Weltcup-Finale in Luzern nicht dabei waren. Die Konkurrenz ist stärker.

Mit elf Booten haben wir ohnehin ein großes Starterfeld.

OZ: Mit Blickrichtung Olympische Spiele 2016 in Rio: Wo sehen Sie den Deutschland-Achter?

Lepke: Wir haben den Rückstand zu den führenden Nationen verkürzt. 2014 ist wie eine Generalprobe. Nächstes Jahr geht‘s bei der WM in Frankreich auch um Startplätze für Rio. Die ersten Fünf qualifizieren sich direkt für die Spiele 2016. Das ist unser Ziel. Und dann haben wir nichts mehr zu verlieren.

OZ: Der Achter trainiert in Dortmund, Sie wohnen in Rostock. Pendeln Sie?

Lepke: Ja, ich bin anderthalb Wochen in Dortmund und drei, vier Tage zu Hause. Ich versuche, so oft wie möglich in Rostock zu sein. Das ist nicht so einfach. Aber ich habe ja ein Ziel.

OZ: Der Rostocker Felix Drahotta fährt auch Achter. Er ist im Vorjahr nach Leverkusen gewechselt. Planen Sie einen ähnlichen Schritt?

Lepke: Nein, das kommt für mich nicht infrage. Ich bin privat und beruflich an Rostock gebunden.

OZ: Sie sitzen im größten und schnellsten Boot. Beschreiben Sie doch mal die Faszination, Achter mit Steuerfrau zu fahren?

Lepke: Im Boot muss eine Harmonie herrschen, um schnell zu sein. Das ist nicht immer leicht, weil mitunter neun verschiedene Meinungen herrschen. Aber es ist ein richtig schönes Gefühl, wenn das Boot läuft.

OZ: Frei nach dem früheren Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger: Neun Freundinnen müsst ihr sein?

Lepke: Es macht die Sache leichter. Gerade dieses Jahr sind wir eine gute Truppe. Wir haben auch an Land viel Spaß. Wir machen Spieleabende, gehen bummeln oder Eis essen.

Interview: Stefan Ehlers

 



OZ

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