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Schalke auf direktem Königsklassen-Kurs

Gelsenkirchen Schalke auf direktem Königsklassen-Kurs

Im Winter hat sich Schalke 04 für den Erfolg entschieden. Bewusst oder unbewusst. Auf jeden Fall zu einer Zeit, als Trainer Jens Keller in Gelsenkirchen eigentlich ein Chefcoach auf Abruf war.

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Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar erzielte den Treffer zum 2:0 gegen Hertha BSC. Foto: Bernd Thissen

Gelsenkirchen. Im Winter hat sich Schalke 04 für den Erfolg entschieden. Bewusst oder unbewusst. Auf jeden Fall zu einer Zeit, als Trainer Jens Keller in Gelsenkirchen eigentlich ein Chefcoach auf Abruf war.

Die Verantwortlichen indes beließen ihn im Amt. Und nun wird ein ganzer Verein langsam dafür belohnt, dass diejenigen, die das Sagen haben, trotz großen öffentlichen Drucks nicht den manchmal brutalen Gesetzen des Fußball-Marktes folgten.

Clemens Tönnies sagte es nach dem 2:0 (1:0) gegen Hertha BSC überdeutlich: „Der Schlüssel zum Erfolg ist, dass wir am Trainer festgehalten haben. Wir waren und sind von seiner Arbeit überzeugt.“ Mehr musste der Schalker Aufsichtsratschef in diesem Moment nicht erklären: Die Rückrundenbilanz, die für die direkte Champions-League-Qualifikation spricht, ist exzellent.

26 von 33 möglichen Punkten holte Schalke, das nach dem 17. Spieltag nur Siebter der Bundesligatabelle war, im Jahr 2014. Drei davon dank der Treffer von Chinedu Obasi (16. Minute) und Klaas-Jan Huntelaar (46.) vor 61 550 Zuschauern gegen den Aufsteiger aus Berlin - ohne elf Verletzte oder Gesperrte.

Keller, sonst immer sehr zurückhaltend, reagierte geradezu überschwänglich auf den Fakt, dass seine Rasselbande mit sieben Spielern aus der eigenen Jugend und fünf unter 21 Jahren allen Widrigkeiten zum Trotz derart gut dasteht: „Unglaublich, Wahnsinn.“ Manager Horst Heldt war auf jeden einzelnen „monströs stolz“, wie er dem TV-Sender Sky anvertraute. Und Huntelaar, der im 13. Saisoneinsatz zum elften Mal und zum 90. Mal insgesamt für Schalke traf: „Wir machen das super.“

Aber die Hausherren hatten auch viel Glück. Adrian Ramos hätte für die Berliner in der 13. Minute nach einem Aussetzer des jungen Schalkers Kaan Ayhan, der trotz seiner Adduktorenprobleme durchhielt, das 1:0 erzielen müssen. „Wir müssen in Führung gehen“, kommentierte Herthas Sebastian Langkamp später diese Szene.

Langkamp selbst war dann in eine Aktion verwickelt, in der Schiedsrichter Günter Perl zum Erstaunen vieler nicht auf 1:2 (80.) erkannte. Vor Langkamps Kopfballtreffer soll es ein Hertha-Foul gegeben haben, wahrscheinlich durch den eingewechselter Peter Niemeyer. „Keine Ahnung, ich habe nichts gesehen“, meinte der ehemalige Schalker Alexander Baumjohann, der sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss wieder aktiv werden durfte.

Hertha-Trainer Jos Luhukay, dessen Mannschaft jetzt schon viermal in Serie verlor, war überzeugt: „Langkamp macht ein ganz klares Tor. Wenn das zählt, wird es vielleicht noch einmal spannend.“ Vorwürfe an den Referee gab es bis auf Langkamp („Nur er selbst weiß, warum er abgepfiffen hat“) trotz allem nur wenige. Stattdessen hielt Luhukay einfach fest, dass seine Spieler „im Moment aus dem Rhythmus“ seien.

Eines ist dabei offensichtlich: Der Angriff (36 Tore) ist einer der Schwachpunkte. Rechtsverteidiger Marcel Ndjeng jedenfalls meinte: „Es mangelt an der Chancenverwertung.“ Stimmt: In den sechs zuletzt nicht gewonnenen Begegnungen mit einer Bilanz von 2:12 Toren und zwei Pünktchen traf jeweils nur Ramos (beim 1:3 gegen die Bayern und beim 1:1 in Mainz). Ndjeng: „Wir müssen jetzt versuche, einige Dinge anders zu machen.“


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dpa

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