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Segel sind gesetzt: Rostocker nehmen Kurs auf die Bundesliga

Rostock Segel sind gesetzt: Rostocker nehmen Kurs auf die Bundesliga

Von heute bis Sonntag kämpfen drei Teams aus MV in der Relegation um die begehrten Startplätze. Die Crew des Akademischen Segel-Vereins Warnemünde ist zuversichtlich.

Rostock. Segel setzen und Kurs nehmen auf die Bundesliga! Das ist ab heute das Ziel der vierköpfigen Mannschaft des Akademischen Segel Vereins Warnemünde (ASVW). Auf der Flensburger Förde, vor der Küste von Glücksburg, kämpfen die Rostocker bis Sonntag um eines von insgesamt 23 begehrten Tickets. Die ersten fünf Teams der Wettkämpfe qualifizieren sich für das Oberhaus, die 18 folgenden für die in diesem Jahr erstmals stattfindende 2. Bundesliga.

„Wir sind guter Dinge“, versichert Gunnar Voigt. „Die zweite Liga sollte es mindestens werden“, ergänzt er selbstbewusst. Voigt ist der Betreuer der ASVW-Crew, die dem Bundesliga-Traum entgegensegeln will. „Für Rostock als Segelstadt wäre es wichtig. Schließlich wollen wir irgendwann auch mal eine solche Bundesliga-Regatta hier bei uns durchführen“, sagt Voigt. Die Männer, die für das Liga-Ticket sorgen sollen, bringen Erfahrung mit. Steuermann ist Lutz Stengel. Der 39-Jährige ist aktuell deutscher Vizemeister in der 505er- Bootsklasse, zusammen mit Robert Feller (39), der ebenfalls zum Rostocker Team gehört. Mit an Bord ist zudem der ehemalige Weltklasse-Segler Matthias Bohn (40), der 2011 (zusammen mit Alexander Schlonski) nur knapp die Olympia- Qualifikation verpasste. Das vierte Mitglied ist Konrad Nehrenberg, der mit 17 Jahren mit Abstand das jüngste Crewmitglied ist.

„Die Mischung im Team ist toll. Lutz ist ein super Steuermann, Frank und ich werden im Vorschiff aktiv sein und auch Konrad passt als Talent gut rein. Er ist unser Springer auf dem Boot und wird immer da anpacken, wo er gerade gebraucht wird“, sagt Matthias Bohn. Youngster Nehrenberg, der seit neun Jahren segelt, fühlt sich wohl: „Es passt alles. Ich bin es bereits gewohnt, mit älteren Herren zu segeln. Das sind ja alles umgängliche Menschen“, schmunzelt er vor der Ausfahrt zum letzten Training.

Im vergangenen Jahr feierte die Segel-Bundesliga ihr Debüt. 18 Vereine taten sich zusammen und wetteiferten in fünf Regatten um den Titel. „Damals waren viele noch etwas unsicher. Aber die Bundesliga hat landesweit einen regelrechten Hype ausgelöst“, verrät Bohn. Die Schaffung der 2. Liga verdeutlicht den Andrang ebenso wie die insgesamt 61 gemeldeten Teams, die ab heute in 90 Wettfahrten um 23 Startplätze segeln. Mehr als die Hälfte bleibt auf der Strecke. „Die Chancen, einen Platz zu bekommen, werden nie wieder so groß sein wie dieses Jahr“, weiß Voigt. Daher gibt Crew-Mitglied Bohn eine klare Marschroute heraus: „Ein Bundesliga-Ticket ist Pflicht. Dafür müssen wir mindestens Platz 23 belegen. Das schaffen wir auch.“

Dabei verlief die Vorbereitung auf die Relegation nicht problemlos. Gesegelt wird in den Bootsklassen J/70 und J/80 — ungewohntes Terrain für die Rostocker. „Wir mussten uns ein Schiff aus Bremen chartern. Damit haben wir uns fünf Wochen vorbereitet“, erklärt Gunnar Voigt. „Es war eine Umstellung. Aber wir werden von Tag zu Tag sicherer“, ergänzt Bohn.

Das Revier vor Glücksburg beschreibt Bohn als „tricky“. „Es sind kurze, zwölf- bis 15-minütige Kurse. Da ist nicht viel mit Taktieren. Es gilt, gut zu starten und das Rennen dann von vorn zu kontrollieren“, so das ehemalige Nationalmannschaftsmitglied.

Neben den Rostockern gehen mit den Teams des Segelsportvereins Hohen Viecheln und des Yachtclubs Wieck zwei weitere MV-Mannschaften an den Start. Der Schweriner Yacht-Club steht als Achter der abgelaufenen Bundesliga-Saison bereits als Erstligist fest. „Es ist für Spitzensportler und Amateure eine neue Form, sich mannschaftlich zu messen. Ich freue mich darauf“, sagt Bohn.

 



Daniel Heidmann

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