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00:00 04.08.2018
Katrin Neumann (v.l.) und Ulrike Hellmers sind für das Raceoffice zuständig. Sie verarbeiten die Daten der Rennen.
Kühlungsborn

Fünf Männer sitzen hinter dem großen weißen Zelt im Hafen von Kühlungsborn und starren aufs Meer. Sie warten auf den Wind. Denn ohne den kann es bei den Europe-Segelwettkämpfen nicht weitergehen.

Ohne sie läuft es nicht: 30 Ehrenamtliche regeln alles rund um die Veranstaltung in Kühlungsborn

Einer der Männer ist Philip Schröder vom gastgebenden Segelclub Kühlungsborn. Der 24-Jährige ist am Start als sogenannter Pin-End eingeteilt. Dafür sitzt der gebürtige Kühlungsborner normalerweise in einem Schlauchboot und schaut, ob jemand einen Frühstart hinlegt. „Am Mittwoch gab es ein Rennen, bei dem viermal neu gestartet werden musste“, erzählt Philip Schröder. Fünf Minuten vor dem Start gibt es das erste Signal, eine Fahne wird gehisst. Vier Minuten vor dem Start geht dann eine weitere Flagge hoch, die eine Minute vor dem Start wieder heruntergeholt wird. Dann kommt das Startsignal.

„Es kommt öfter vor, dass die Boote dann zehn Sekunden zu früh starten“, sagt Philip Schröder. Um das zu kontrollieren, behält er die Startlinie genau im Auge.

Für den ehemaligen Jurastudenten ist Segeln besonders spannend. „Man muss Kraft und Kondition haben, aber vor allem geht es um Taktik“, erklärt er. Seit 2003 segelt er selbst. „Es ist toll, so dicht dran zu sein und zu sehen, wie die Profis fahren“, sagt Philip Schröder. Besonders weil alle die gleichen technischen Voraussetzungen hätten. „Aber trotzdem segeln sie alle ein bisschen anders“, so Philip Schröder.

Für das Ziel ist Matthias Müller mitverantwortlich. Auf dem Zielkutter, der von der Warnow-Werkstatt Paap gesponsert wurde, schaut er, wer als Erstes über die Linie fährt. „Das können schon mal stressige zehn Minuten werden“, sagt Matthias Müller. Immerhin fahren manchmal 70 Boote im Sekundentakt ins Ziel. Seine Aufgabe ist es dann, in eine Liste einzutragen, wann welches Boot eingefahren ist.

Seit mittlerweile über 50 Jahren segelt Matthias Müller selbst: „Ich hab damals mit acht angefangen, war in DDR-Zeiten sogar Profisegler.“ Seit einigen Jahren betreut er als Wettkampfleitung deutschlandweit Veranstaltungen. Und nun ist er einer derjenigen, die mitentscheiden, ob gesegelt werden kann oder nicht. „Das Segelfenster liegt zwischen fünf und 25 Knoten“, erklärt Matthias Müller. Am Donnerstag lag die Windstärke etwa zwischen null und einem Knoten. Für den Donnerstag bedeutete das: Nichts mit Segeln. An Tagen, an denen es aber doch bis zu 25 Knoten sind, kann es auch gefährlich werden. Die Wellen könnten dann zu hoch werden. Das sei für die Segler und die Begleitboote zu unsicher. Matthias Müller und seine 14 ehrenamtlichen Kollegen auf dem Wasser haben eine weitere spezielle Aufgabe. Sollte es mal aufgrund des Windes nicht möglich sein, die vorher bekanntgegebene Strecke zu fahren, kann kurzfristig umgeplant werden. „Wir müssen dann schauen, wo es lang gehen könnte, und dann müssen die Jungs die Tonnen schnell umsetzen“, erklärt Matthias Müller. Diese Tonnen sind zur Markierung der Strecke gedacht. Das komme auch öfter vor und müsse dann schnell umgesetzt werden.

Um aber überhaupt am Wettkampf teilnehmen zu können, müssen sich die Segler an Land registrieren und ihre Boote vermessen lassen. Für die Organisation und die Belange an Land sind Ulrike Hellmers und Katrin Neumann zuständig. Ihre größte Aufgabe ist das Raceoffice. Dabei wird der Ablauf des Rennens dokumentiert und die Ergebnisse in ein System eingetragen. Dieses rechnet dann aus, wer welchen Platz belegt. „Wir hatten schon zweimal Unklarheiten“, erzählt Ulrike Hellmers. Einmal gab es einen kleinen Zahlendreher in der Liste, das konnte schnell gelöst werden. Aber beim zweiten Mal stand in der Liste ein Boot, das es gar nicht gab. „Da mussten wir dann die verschiedenen Aufzeichnungen über das Rennen abgleichen und das fehlende Boot herausfinden“, sagt Katrin Neumann.

Insgesamt sind 30 Ehrenamtler bei den Wettkämpfen tätig. Alle sind zehn Stunden am Tag vor Ort und sorgen dafür, dass die Veranstaltung so glatt wie möglich läuft. Auch an Tagen, an denen der Wind auf sich warten lässt.

Das Segel-Event

Die Europe-Klasse segelt vom 31. Juli bis zum 11. August vor Kühlungsborn. Bis Freitag fand die offene Segelklasse, die Open Week, statt. Von den 75 Booten, die daran teilnahmen, hatten sich bereits im Vorfeld 40 für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Die anderen Teilnehmer der Open Week konnten sich ebenfalls qualifizieren. Die Segel-WM findet vom 6. August bis zum 11.

August vor Kühlungsborn statt.

Alle Segler werden von den 30 ehrenamtlichen Helfern des Segelclubs Kühlungsborn betreut. Die sind während der zweiwöchigen Veranstaltung täglich von 8 bis 18 Uhr im Hafen und auf dem Wasser.

Christin Tute

Ohne sie läuft es nicht: 30 Ehrenamtliche regeln alles rund um die Veranstaltung in Kühlungsborn. In der Europe-Klasse beginnen am Montag die Weltmeisterschaften.

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