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Segeln Seglerin Hannah Anderssohn: Dieses Jahr war die Hölle
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15:38 11.10.2018
Die Rostockerin Hannah Andressohn während der Warnemünder Woche 2017. Quelle: Pepe Hartmann
Rostock/Kiel

Das Jahr 2018 wird Hannah Anderssohn in Erinnerung behalten. Es war das Jahr, in dem die 19-Jährige, die in ihrer noch jungen Karriere schon Weltmeistertitel erkämpft hat, wegen einer Knieverletzung fast komplett pausieren musste.

„Ich war im Frühjahr im Trainingslager auf Mallorca. Bei einer Einheit habe ich mir auf dem Boot das Knie verdreht“, erzählt die Studentin. Dass es eine so schwere und langwierige Verletzung sein würde, ahnte die junge Frau damals noch nicht. „Anfangs war ich davon ausgegangen, dass es nichts Schlimmes sein würde. Aber ich hatte über eine längere Zeit große Schmerzen.“ Die Diagnose war niederschmetternd: Außenband und Meniskus im Knie waren gerissen. Schnell war klar, dass die Saison komplett gelaufen sein würde. Im Juni wurde Anderssohn, die in dieser Saison eigentlich ihren Platz in der Weltspitze der Laser-Radial-Klasse festigen wollte, in Kiel operiert.

„Ich war total am Boden, bin acht Wochen an Krücken gelaufen“, erinnert sie sich. In den Seglerhafen oder zu Wettkämpfen ist sie ganz bewusst nicht gefahren. „Ich bin damit nicht gut klargekommen. Ich lebe für den Sport und konnte nichts machen. Das war die schwerste Zeit meines Lebens.“

Die sonst agile und aktive Athletin war auf fremde Hilfe angewiesen. „Busfahren oder Einkaufen ohne Unterstützung waren nicht drin“, berichtet sie. Die Umstände, die sie stark beeinträchtigten haben sie zugleich sensibilisiert. „Ohne Training und Wettkämpfe hatte ich plötzlich sehr viel Zeit – auch um über mich selbst nachzudenken. Mir ist klar geworden, was wirklich wichtig ist im Leben. Irgendwann habe ich nur noch gehofft, wieder richtig und ohne Hilfe laufen zu können.“

Mittlerweile hat die gebürtige Rostockerin, die zwar in Kiel lebt, aber Mitglied beim Warnemünder Segelclub geblieben ist, Abstand und neuen Mut gewonnen. Der Zuspruch ihrer Familie, ihrer Trainerin Franziska Goltz und ihrer Vereinskameraden haben ihr sehr geholfen. „Nach der Operation habe ich eine Karte aus Warnemünde bekommen, auf der alle WSC-Mitglieder unterschrieben und mir alles Gute gewünscht haben. Das war sehr emotional für mich“, erzählt die Seglerin, die sich in Kiel für ein Maschinenbaustudium eingeschrieben hat. Trotz ihres Verletzungspechs versucht Anderssohn, aus dem Erlebten auch Positives zu ziehen: „Langfristig könnte mir dieses Jahr viel bringen.

Ihre Pläne für den Rest des Jahres und die kommende Saison stehen: Nach einer weiteren Operation, bei der demnächst eine Zyste entfernt werden soll, möchte Hannah Anderssohn so schnell wie möglich zurück in den Kraftraum und aufs Wasser. Dass es längere Zeit dauern könnte, bis sie ihren Körper wieder für Spitzenergebnisse fit gemacht hat, ist ihr klar. „Ich weiß, dass ich sehr viel Arbeit vor mir habe. Aber ich möchte wieder auf dem Niveau segeln, das ich schon mal hatte.“ Dass der Saisonhöhepunkt 2019, die Juniorenweltmeisterschaft in Kroatien, erst im November stattfindet, kommt der Rostockerin entgegen. „Ich freue mich riesig darauf, dass es bald wieder losgeht. Ich zähle die Tage.“

Christian Lüsch

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