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Sportmix Siegen oder fliegen — Pahlmann unter Druck
Sportbuzzer Sportmix Siegen oder fliegen — Pahlmann unter Druck
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00:01 29.04.2016
Boxprofi Tom Pahlmann (22) Quelle: Christian Schrödter/imago

Markige Sprüche gehören zum Boxgeschäft wie der Leuchtturm zu Warnemünde. Hier ein „Kampf der Giganten“, dort die „Schlacht um Europas Krone“ — Promoter und TV-Sender sind einfallsreich, wenn es darum geht, die Werbetrommel zu rühren. Am Sonnabend lautet das Motto: „Eine Frage der Ehre!“ Und die soll Tom Pahlmann, 22, beantworten. Der in zwölf Profikämpfen ungeschlagene Greifswalder steht gegen Bartlomiej Grafka (27) unter Druck.

Pahlmann war im ersten Duell im Januar in Halle an der Saale gegen den Polen, der lediglich 17 seiner 39 Profikämpfe gewinnen konnte, nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Sein schwacher Auftritt rief die Macher des Magdeburger SES-Boxstalls auf den Plan. „Für Tom geht es in diesem Rematch einerseits um seine Ehre, andererseits muss er uns auch sein boxerisches Talent beweisen. Er ist zwar noch jung und hat sich jetzt im Halbschwergewicht gut eingefunden, aber es geht auch um seine Zukunft im Team Deutschland“, macht Trainer Dirk Dzemski deutlich. „Wir wollen von ihm eine sportlich überzeugende Leistung und einen klaren Sieg sehen. Es ist also auch eine Art Ausscheidungskampf für ihn.“ Im Klartext: Für Pahlmann heißt es siegen oder fliegen. „Klar ist die Anspannung größer als sonst, aber ich versuche, sie in positive Energie umzuwandeln“, sagt der Boddenstädter.

Er sei überzeugt davon, das sein Trainer und sein Team voll hinter ihm stehen. Die harten Worte verstehe er als Wachrüttler, sagt Pahlmann, der im Vorjahr vom Cruiser- ins Halbschwergewicht gewechselt war. Mit seinen 1,79 m gehörte er im Cruisergewicht zu den Kleinen. Der Schritt war richtig, aber das damit verbundene Abspecken von mehr als zehn Kilogramm ging an die Substanz. „Ich war kraftlos“, gesteht Pahlmann, der sich nun im Halbschwergewicht wohlfühlt und noch in diesem Jahr um einen Titel boxen möchte.

Doch zunächst geht‘s gegen Grafka. Pahlmann hat früher als üblich mit der Vorbereitung begonnen. Im Sparring testete er mit einem Griechen den Ernstfall. „Er hat den Polen perfekt imitiert“, berichtet Pahlmann. Ob‘s fruchtet, wird man morgen sehen. Dann schlägt für ihn die Stunde der Wahrheit.

Von Stefan Ehlers

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