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Sportmix Silberne Rostocker in Südkorea
Sportbuzzer Sportmix Silberne Rostocker in Südkorea
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00:00 02.09.2013
Paul Heinrich (2.v.l.) aus Rostock feiert mit Karl Schulze, Lauritz Schoof und Tim Grohmann (v.l.) Silber im Doppelvierer. Quelle: dpa

Chungju — Beim Schlussakkord der Ruder-WM mangelte es selbst den Kraftpaketen aus dem Deutschland-Achter an Stehvermögen. Als die Nationalhymne für die siegreichen Briten erklang, ging der Rostocker Felix Drahotta ausgepowert in die Knie. Schlagmann Kristof Wilke überstand das Ende der langen Zeremonie wenig später nur sitzend. Der Schweriner Hannes Ocik hielt sich dagegen gerade noch so auf den Beinen.

Der vergebliche Parforceritt im Final-Krimi bereitete jedoch nicht nur körperliche Pein. Nach dem Ende der langen Siegesserie machte Wilke aus seinem Frust keinen Hehl: „Niemals zuvor bin ich einen solchen Endspurt gefahren. Aber die Briten haben uns den Schneid abgekauft.“

Erstmals seit Olympia 2008 in Peking musste sich die Crew von Erfolgstrainer Ralf Holtmeyer bei einem internationalen Titelkampf mit Silber begnügen — trotz eines erneut sehenswerten Auftritts. Mit Erfolg kopierten die Briten die über Jahre bewährte Rennstrategie der Deutschen und fuhren auf den ersten 1500 Metern einen Vorsprung heraus. „Unser Schlussspurt war super, aber nach 500 Metern haben wir ein bisschen geschwächelt“, befand Holtmeyer. Auch das Finish der Titelverteidiger konnte den ersten WM-Triumph eines britischen Achters nicht verhindern. Nur eine Luftkastenlänge fehlte zum vierten WM-Gold in Serie.

Doch die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Trotzig wertete Wilke die Niederlage als Anreiz, die im nacholympischen Jahr verringerten Trainingsumfänge wieder anzuheben. „ Im ersten Moment hatte ich das Gefühl, Gold verloren zu haben, aber irgendwo haben wir auch Silber gewonnen. Wir hatten einfach nicht genug Trainingskilometer. Mehr ging heute nicht. Heute haben wir den Briten gratuliert. Im nächsten Jahr sollen sie gefälligst wieder uns gratulieren.“

Mit insgesamt einmal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze in den olympischen Klassen blieb die deutsche Flotte im Soll. Fünfmal Edelmetall ging ansonsten nur an die Briten und die Neuseeländer. Anteil an diesem guten Ergebnis hatte auch der Rostocker Paul Heinrich, der mit dem Doppelvierer Silber gewann.

Knapp an einer Medaille vorbei fuhr dagegen der Rostocker Stephan Krüger mit seinem Partner Eric Knittel (Berlin). Im Doppelzweier belegten sie Rang vier. Zudem kam Marlene Sinnig mit der Ulmerin Kerstin Hartmann im Zweier ohne Steuerfrau auf Rang acht. DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock zog ein positives Fazit: „Ich bin zufrieden. In einigen Bootsklassen gibt es einen Aufwärtstrend, in anderen jedoch noch viel Arbeit.“

Für einen der Lichtblicke der Regatta-Woche auf dem Tangeum See von Chungu sorgte Marcel Hacker. Der 36 Jahre alte Routinier gewann Bronze und damit sein erstes Einer-Edelmetall seit sieben Jahren.

Nach einem beherzten Rennen kam der Magdeburger hinter dem Tschechen Ondrej Synek und dem Kubaner Angel Fournier Rodriguez ins Ziel. Noch bei der 1500-Meter-Marke lag Hacker auf dem zweiten Platz.

„Ich bin Oberkante-Unterlippe gefahren“, kommentierte Hacker.

Ergebnisse
Olympische Disziplinen, Männer, Einer: 1. Synek (Tschechien) 6:45,24 Min.; 3. Hacker (Magdeburg) 6:49,39; Zweier ohne St.: 1.

Murray/Bond (Neuseeland) 6:34,98; 10. Sieber/Naruhn (Pirna/Halle/Saale) 6:45,45 (B-Finale); Doppelzweier: 1. Hoff/Borch (Norwegen) 6:09,51, 4. Knittel/Krüger (Berlin/Rostock) 6:12,95; Lgw.-Doppelzweier: 1. Brun/Strandli (Norwegen) 6:36,04, 5. Steinhübel/Hartig (Würzburg/Friedrichstadt) 6:43,57; Vierer ohne St.: 1. Niederlande 6:13,95, 12. Deutschland 6:26,65 (B-Finale); Doppelvierer: 1. Kroatien 5:53,57, 2. Deutschland (Schulze/Dresden, Heinrich/Rostock, Schoof/Rendsburg, Grohmann/Dresden) 5:54,39; Achter: 1. Großbritannien 5:30,35 Min.; 2. Deutschland (u.a. mit Ocik/Schwerin) 5:30,89.


Frauen, Einer: 1. Crow (Australien) 7:31,34, 13. Schmidla (Krefeld) 8:22,99 (C-Finale); Zweier ohne St.: 1. Glover/Swann (Großbritannien) 7:22,82, 8. Hartmann/Sinnig (Ulm/Krefeld) 7:24,37 (B-Finale); Doppelzweier: 1. Vistartaite/Valciukaite (Litauen) 6:51,82, 5. Lier/Adams (Halle/Saale/Essen) 7:00,66; Lgw.-Doppelzweier: 1. Milani/Sancassani (Italien) 7:17,31, 3. MüllerNoske (Ulm/Saarbrücken) 7:22,24; Doppelvierer: 1. Deutschland (Thiele/Leipzig, Bär/Heilbronn, Richter, Oppelt/beide Berlin) 6:41,86; Achter: 1. USA 6:02,14.

Heinz Büse

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